Veröffentlicht am 11. Mai 2009 von Michael Wohlrab - Jerusalem

Der Papst ist da: Die Fahne des Vatikans
Er ist da. Vor wenigen Minuten fuhren die Limousinen am Gelände der Himmelfahrtkirche vorbei. Zuvor war Benedikt XVI. auf dem Mount Scopus mit einem Helikopter gelandet. Zwei der Limousinen hatten Vatikanfähnchen, wohlmöglich um Attentäter zu verwirren. Die Straße, die an dem Gelände der Himmelfahrtkirche zum Sitz des Nuntius in unmittelbarer Nähe führt, wurde in den vergangenen Wochen neu hergerichtet: Graffiti wurden entfernt, neuer Asphalt wurde verlegt und auch die Straßenbemalung im palästinensisch bewohnten Stadtbezirk wurde erneuert. Alles erstrahlt nun im neuen Glanz.
“Der Papst sollte öfter kommen”, meinte einer der arabischen Mitarbeiter auf dem Gelände. Tatsächlich erinnern die Arbeiten aber ein wenig an die “Prozessionstraßen” Erich Honeckers. Denn die Renovierung erfolgte nur an den Straßenabschnitten, die der Papst vom Wagen aus sieht. Alles andere blieb beim alten. Die Wege sind mit Fahnen Israels, Jerusalems und des Vatikans geschmückt.
Auch auf unserem Gelände war heute israelisches Militär präsent, das darauf achtete, dass niemand den Wagenkonvoi beobachtete. Selbst vom Fenster war der Blick verboten. Gut, dass es einen Kirchturm gibt.

Die Yeshiva neben dem Sitz des Nuntius begrüßt den Papst auf ihre Weise...
Der Papst hat eine schwierige Aufgabe zu erfüllen. Zum einen muss er sich für die Rechte palästinensischer Christen einsetzen. Zum anderen will er sich um die Versöhnung mit den Muslimen bemühen und das zerrüttete Verhältnis zum Judentum wieder in Ordnung bringen.
Eine fast unmögliche Aufgabe.
Vom Turm konnte man sehen wie jüdische Demonstranten mit Plakaten von der Polizei schnell noch in Taxen gesetzt wurden. Auch die Siedlung direkt neben dem Sitz des Nuntius hat sich auf den Besuch vorbereitet. Ein großes Plakat wurde angebracht, das das Verhältnis zwischen Juden und Christen klarstellen soll. Es ist dort zu lesen: Er hat uns auserwählt und uns die die Tora gegeben.”
Der Satz steht dort auf hebräisch, so dass der Heilige Vater wohl sein Hebraicum reaktivieren muss. Wünschen wir ihm Glück bei seiner Mission, die für alle Christen im Land wichtig ist.
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Veröffentlicht am 23. April 2009 von Michael Wohlrab - Jerusalem
Dienstag morgen. Auf dem Weg zum Osterempfang des griechisch-orthodoxen Patriarchen ertönt um 10:00 ein dunkler Sirenenton. Auf Anhieb bleiben alle Autos stehen. Die Insassen steigen aus, stellen sich neben das Auto und halten für zwei Minuten inne bis der Sirenenton verstummt. Dann geht es wie gewohnt weiter. Ein eindrücklicher Moment, der den Alltag unterbricht.

Für zwei Minuten stoppt der Verkehr...

...nur der Sirenenton ist zu hören.
Seit 1959 gedenken Israelis am 27. Nisan jeden Jahres -acht Tage vor dem israelischen Unabhängigkeitstag- des Holocausts. Neben Gedenkveranstaltungen in Yad Vashem gehören die Schweigeminuten zum festen Bestandteil des Jom haSho’a, die fast alle Israelis einhalten. Nur die ultraorthodoxen Juden begehen den Tag nicht, da es für sie nach der Halacha nicht gestattet ist im Monat Nisan zu trauern.
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Veröffentlicht am 22. April 2009 von Günter Apsel, Florida

Das Winnie Palmer Hospital: Wer gut versichert ist oder Geld hat, ist hier hochwillkommen.
88 Jahre ist sie alt und damit ist sie unser zweitältestes Gemeindemitglied. Von Anfang an dabei. Die Martin-Luther-Gemeinde in Orlando ist vor 34 Jahren gegründet worden. Ein Hausbesuch. Nachdem sie am vergangenen Sonntag nicht zum Gottesdienst erschienen war, wusste ich Bescheid: Mindestens ein Anruf. So geschah’s. Dann verabredeten wir uns. Ja, sie habe es auch schon im Sinn gehabt, mich anzurufen, sagt Sophia Bauer (Name geändert) mit vernehmbar schwacher Stimme.
Gut zwanzig Kilometer sind es bis Casselberry, diesem ansehnlichen Wohnbezirk nördlich von Downtown.
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Veröffentlicht am 10. April 2009 von Michael Wohlrab - Jerusalem
Als wir uns am Karfreitag um 6:00 Uhr wieder in die Altstadt aufmachen, ist es noch dunkel. Es ist kühl in Jerusalem und der morgendliche Nebel lichtet sich erst langsam.

Noch sind die Gassen menschenleer...
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Veröffentlicht am 9. April 2009 von Michael Wohlrab - Jerusalem
Bei Sonnenuntergang am Abend des Tages nach dem Sedermahl, zeitgleich mit den Gründonnerstagsgottesdiensten und den Prozessionen zum Garten Gethsemane versammeln sich einige hundert Samaritaner und fast ebenso viele Schaulustige auf dem Platz des kleinen samaritanischen Dorfes auf der Spitze des Berges Garizim. In sechs tiefen Erdlöchern brennen bereits die Feuer. Die Lämmer sind zusammengetrieben. Einer der Priester erklärte, dass es zwar 51 Familien seien, die heute Abend zusammenkommen, um zu späterer Stunde, kurz vor Mitternacht, die zubereiteten Tiere nach Ex. 12,11 in Hast zu essen, aber diesmal nur 47 Lämmer geschlachtet werden. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Veröffentlicht am 9. April 2009 von Michael Wohlrab - Jerusalem
Traditionell am Gründonnerstag findet in der evangelischen Erlöserkirche in der Altstadt Jerusalems ein internationaler Gottesdienst statt. Arabische, finnische, dänische, norwegische, schwedische, amerikanische und deutsche Lutheraner und Protestanten feiern gemeinsam die Einsetzung des Abendmahls. Es wird in allen Sprachen gebetet und gesungen.

Pastoren aus Amerika, Palästina, Dänemark, Finnland, Schweden und Deutschland warten vor der Erlöserkirche, um sich mit der Gemeinde auf den Weg zum Ölberg zu machen.
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Veröffentlicht am 8. April 2009 von Michael Wohlrab - Jerusalem

Pessach naht und nun wird alles Gesäuerte verbrannt.
Zur Vorbereitung auf das Pessachfest gehört im Judentum die Beseitigung von sämtlichen gesäuerten Nahrungsmitteln im Haus. Zunächst werden Essig, Hefe, Brot und alles, was sonst noch gesäuert ist, verschenkt oder verkauft. Ebenso muss alles, was aufgeht oder quillt, verschwinden: Spaghetti, Reis, Hülsenfrüchte usw. Dann wird das Haus gereinigt und mit einer Kerze nach den letzten Krümeln gesucht. Alles, was sich nun noch findet, musste heute morgen verbrannt werden. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Veröffentlicht am 8. April 2009 von Michael Wohlrab - Jerusalem

Aufräumarbeiten nach dem Segnungsfest. Der Alltag in Jerusalem beginnt wieder - wenn auch mit besonderem Sonnenlicht.
Vielleicht ist es Ihnen gar nicht aufgefallen. Mir vermutlich auch nicht, wenn unsere Mitarbeiterin sich heute morgen nicht über den Stau am Mandelbaumtor in Jerusalem aufgeregt hätte. Heute früh stand die Sonne genau so wie Gott sie am vierten Schöpfungstag geschaffen hat. Alle 28 Jahre erreicht die Sonne nach talmudischer Vorstellung diese Position und so wurde Gott mit Psalmen und Versen aus dem Talmud überall auf der Welt von Juden gelobt. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Veröffentlicht am 6. April 2009 von Michael Wohlrab - Jerusalem

Noch ist alles ruhig...
Eines der schönsten Feste in Jerusalem ist die Palmsonntagsprozession. Menschen aus aller Welt zogen auch in diesem Jahr wieder bei strahlendem Sonnenschein von Bethphage über den Ölberg in die Altstadt Jerusalems. Das Fest ist in Jerusalem seit dem 4. Jahrhundert bezeugt. Neben trommelnden palästinensischen Pfadfindern, lateinamerikanischen Gitarren und tanzenden Koreanern hörte man auch polnische und deutsche Gesänge. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Veröffentlicht am 6. April 2009 von Günter Apsel, Florida

Steuern auf Bibeln und Friseur? - Nicht in Amerika... Foto: Szasz-Fabian Erika
Ich bin für einige Tage in Deutschland. Lapidare Feststellung: Mit unverminderter Schärfe geht die Wirtschaftskrise um – dort wie hier.
Die einstweiligen Folgen allerdings sind dieseits des Atlantiks längst nicht so zu spüren wie dort im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Möge es doch hier bei uns milder bleiben, mögen wir von zu grossen sozialen Unruhen bewahrt bleiben! Mein Eindruck ist, dass “der Amerikaner” besser mit dem Schweren umzugehen imstande sei. Diesen Beitrag weiterlesen »
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