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Ausgewähltes Blog: Michael Wohlrab - Jerusalem

Karfreitag

Freitag, 10. April 2009

Als wir uns am Karfreitag um 6:00 Uhr wieder in die Altstadt aufmachen, ist es noch dunkel. Es ist kühl in Jerusalem und der morgendliche Nebel lichtet sich erst langsam.

Noch sind die Gassen menschenleer...

Noch sind die Gassen menschenleer...

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712 Samaritaner und 47 Lämmer

Donnerstag, 9. April 2009

Bei Sonnenuntergang am Abend des Tages nach dem Sedermahl, zeitgleich mit den Gründonnerstagsgottesdiensten und den Prozessionen zum Garten Gethsemane versammeln sich einige hundert Samaritaner und fast ebenso viele Schaulustige auf dem Platz des kleinen samaritanischen Dorfes auf der Spitze des Berges Garizim. In sechs tiefen Erdlöchern brennen bereits die Feuer. Die Lämmer sind zusammengetrieben. Einer der Priester erklärte, dass es zwar 51 Familien seien, die heute Abend zusammenkommen, um zu späterer Stunde, kurz vor Mitternacht, die zubereiteten Tiere nach Ex. 12,11 in Hast zu essen, aber diesmal nur 47 Lämmer geschlachtet werden. (weiterlesen…)

Gründonnerstag

Donnerstag, 9. April 2009

Traditionell am Gründonnerstag findet in der evangelischen Erlöserkirche in der Altstadt Jerusalems ein internationaler Gottesdienst statt. Arabische, finnische, dänische, norwegische, schwedische, amerikanische und deutsche Lutheraner und Protestanten feiern gemeinsam die Einsetzung des Abendmahls. Es wird in allen Sprachen gebetet und gesungen.

Pastoren aus Amerika, Palästina, Dänemark, Schweden und Deutschland warten vor der Erlöserkirche, um sich mit der gemeinde auf den Weg zum Ölberg zu machen.

Pastoren aus Amerika, Palästina, Dänemark, Finnland, Schweden und Deutschland warten vor der Erlöserkirche, um sich mit der Gemeinde auf den Weg zum Ölberg zu machen.

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Pessach naht…

Mittwoch, 8. April 2009
Pessach naht und nun wird alles gesäuerte verbrannt.

Pessach naht und nun wird alles Gesäuerte verbrannt.

Zur Vorbereitung auf das Pessachfest gehört im Judentum die Beseitigung von sämtlichen gesäuerten Nahrungsmitteln im Haus.  Zunächst werden Essig, Hefe, Brot und alles, was sonst noch gesäuert ist, verschenkt oder verkauft. Ebenso muss alles, was aufgeht oder quillt, verschwinden: Spaghetti, Reis, Hülsenfrüchte usw. Dann wird das Haus gereinigt und mit einer Kerze nach den letzten Krümeln gesucht. Alles, was sich nun noch findet, musste heute morgen verbrannt werden. (weiterlesen…)

Birkat HaHama – Segnung der Sonne

Mittwoch, 8. April 2009
Aufräumarbeiten nach dem Segnungsfest. Der Alltag in Jerusalem beginnt wieder - wenn auch mit besonderem Sonnenlicht.

Aufräumarbeiten nach dem Segnungsfest. Der Alltag in Jerusalem beginnt wieder - wenn auch mit besonderem Sonnenlicht.

Vielleicht ist es Ihnen gar nicht aufgefallen. Mir vermutlich auch nicht, wenn unsere Mitarbeiterin sich heute morgen nicht über den Stau am Mandelbaumtor in Jerusalem aufgeregt hätte. Heute früh stand die Sonne genau so wie Gott sie am vierten Schöpfungstag geschaffen hat. Alle 28 Jahre erreicht die Sonne nach talmudischer Vorstellung diese Position und so wurde Gott mit Psalmen und Versen aus dem Talmud überall auf der Welt von Juden gelobt. (weiterlesen…)

Palmsonntag in Jerusalem

Montag, 6. April 2009
noch ist alles ruhig...

Noch ist alles ruhig...

Eines der schönsten Feste in Jerusalem ist die Palmsonntagsprozession. Menschen aus aller Welt zogen auch in diesem Jahr wieder bei strahlendem Sonnenschein von Bethphage über den Ölberg in die Altstadt Jerusalems. Das Fest ist in Jerusalem seit dem 4. Jahrhundert bezeugt. Neben trommelnden palästinensischen Pfadfindern, lateinamerikanischen Gitarren und tanzenden Koreanern hörte man auch polnische und deutsche Gesänge.   (weiterlesen…)

Der Bischof von Rom Teil I

Mittwoch, 1. April 2009
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Papst Benedikt - als Karikatur

„Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten“.

So zitierte Benedikt XVI. im Jahr 2006 den byzantinische Kaiser Manuel II. Palaeologos in seiner umstrittenen Regensburger Rede. Die Reaktionen in Jerusalem konnte man damals prompt auf jedem Laternenpfahl in unserer Nachbarschaft sehen:

Die Verse auf dem Aufkleber stammen aus dem Koran.Sie finden sich in der 18. Sura im 5. Vers und lassen sich in etwa folgendermaßen übersetzen (nach Adel Khoury, Der Koran, 2007): “Es ist ein ungeheuerliches Wort, das aus ihrem Mund herauskommt. Nichts als Lüge sagen sie da.” (weiterlesen…)

Shabat Shalom Teil I

Montag, 23. März 2009
Darf man am Shabat einen Kirchturm besuchen?

Darf man am Shabat einen Kirchturm besuchen?

Der Shabat ist ein Familientag. Viele jüdische Bewohner Israels nutzen die Gelegenheit für einen Ausflug. Am Samstag besichtigen sie unsere Kirche und steigen auf dem Turm, trinken einen Kaffe in unserem Café Auguste Victoria und genießen den freien Tag vor dem stressigen Wochenbeginn am Sonntag. Oft veranstalten samstags russische Israelis Konzerte in der Kirche und die bis zu 500 jüdischen Besucher erfreuen sich an Bach, Mendelssohn und Händel.
Wie unser Sonntag, könnte man meinen. Doch wer an einem Shabat einmal Kirchendienst in der Himmelfahrtkirche in Jerusalem geleistet hat, wird bald merken, dass es doch entscheidende Unterschiede gibt.
Neulich besuchte uns am Shabat eine religiöse jüdische Famile, die keinen Eintritt für den Turmbesuch bezahlen wollte. „Am Shabat dürfen wir nichts tragen, also auch kein Geld“ sagte der Vater zur Begründung.

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Einser- und Fünferkandidaten

Freitag, 6. Februar 2009
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Ein- oder Ausreise: Eine Zahl auf dem Koffer bestimmt, wie lange der »Check« dauert.

Man könnte denken, dass eine Einreise nach Israel schwierig ist. Doch eigentlich schwierig ist die Ausreise.

Da nützt es einem wenig, dass einem das Visum im Pass mit der sprachlich etwas merkwürdigen Bezeichnung “Religion Man” als Geistlichen ausweist.  “Not permitted to work” steht darunter.  Doch zum eigentlichen Verhängnis wird der Stempel aus dem Marokko-Urlaub 2006. Die Fragen und Antworten sind bekannt: Was haben Sie in Israel gemacht? Ich arbeite in Jerusalem als Pfarrer. Koffer selbst gepackt? Ja. Kennen Sie Palästinenser? Kaum. Haben Sie ein Geschenk mitgenommen? Nein. Souvenirs? Nein. War das Gepäck die ganze Zeit bei Ihnen? Ja. Was haben Sie in Marokko gemacht? Urlaub. Haben Sie dort mit Muslimen gesprochen? Nein. (weiterlesen…)

Vom Blick auf Jerusalem

Montag, 2. Februar 2009
wohlrab

Michael Wohlrab

Seit 2006 arbeiten meine Frau und ich als Pfarrer am Pilger- und Begegnungszentrum an der Himmelfahrtkirche auf dem Ölberg in Jerusalem.

Vom Turm der Kirche blickt man 1300 in die Tiefe zum Toten Meer. Auf der anderen Seite sieht man die Altstadt Jerusalems. Man sieht jüdische Siedlungen und Palästinenser beim Einkaufen. Man sieht die Sperranlage und die hebräische Universität. Man sieht die Grabeskirche und den Felsendom.

Man sieht allerhand.

Davon will ich berichten.