<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>UK - Unsere Kirche: Blogs &#187; Holger Nollmann &#8211; Istanbul</title>
	<atom:link href="http://blog.unserekirche.de/category/nollmann-istanbul/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://blog.unserekirche.de</link>
	<description>Unsere Kirche - weltweit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 Dec 2009 12:04:24 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.6</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Blühende Blume in grauer Gasse</title>
		<link>http://blog.unserekirche.de/2009/05/13/bluhende-blume-in-grauer-gasse/</link>
		<comments>http://blog.unserekirche.de/2009/05/13/bluhende-blume-in-grauer-gasse/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 13 May 2009 10:32:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Holger Nollmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Holger Nollmann - Istanbul]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.unserekirche.de/?p=427</guid>
		<description><![CDATA[
Die meistgetragene Kleiderfarbe in unserem Viertel ist grau – so grau wie die abgeblätterten Fassaden der Häuser, so grau wie der schlaglochübersäte Stra­ßenbelag, so grau wie die Katzen, die schnell Deckung vor den vorbeieilenden Passanten suchen. Nur selten verirrt sich ein dezentes Blumenmuster auf die langen Röcke der Frauen, allenfalls ein sehr gedecktes Grün oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<div id="attachment_428" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><img class="size-medium wp-image-428" title="Bild gemalt von Uta Weber, Köln" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/utaweber-250x193.jpg" alt="Bild gemalt von Uta Weber, Köln" width="250" height="193" /><p class="wp-caption-text">Bild gemalt von Uta Weber, Köln</p></div>
<p>Die meistgetragene Kleiderfarbe in unserem Viertel ist grau – so grau wie die abgeblätterten Fassaden der Häuser, so grau wie der schlaglochübersäte Stra­ßenbelag, so grau wie die Katzen, die schnell Deckung vor den vorbeieilenden Passanten suchen. Nur selten verirrt sich ein dezentes Blumenmuster auf die langen Röcke der Frauen, allenfalls ein sehr gedecktes Grün oder Blau ergänzt das alles dominierende Einheitsgrau.</p>
<div class="mceTemp">
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Ganz anders Meryem &#8211; die Blume unseres Viertels, und an jedem Tag mit einer anderen Blüte: die Tochter des frommen Kaufmanns an der Straßen­ecke, 17 Jahre jung, an jedem Tag für ein paar Stunden hinter der Kasse des klei­nen Ladens &#8211; denn an jedem Tag trägt sie ein anderes Kopftuch, und nie ist ei­nes grau &#8211; auch nicht einfach nur blau oder nur grün oder nur rot, sondern im­mer grellblau oder grellgrün oder grellrot &#8211; auf jeden Fall immer irgendwie schrill.</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span id="more-427"></span>Eine auffällige und selbstbewusste junge Frau im tristen Gassengrau eines Istan­buler Zuwandererviertels: So stand sie eines Tages vor unse­rer Tür, mit einem geradezu schreiend pinkfarbenen Kopftuch, ob sie sich einmal die Kirche anschauen könne &#8211; ein ungeheurer Vorgang!</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Entsprechend aufmerk­sam wurden die grauen Männer vor dem Teehaus nebenan. Denn außer den Handwerkern mit Auftrag und den Kindern, wenn sie ihren Ball wieder einmal über das Tor geschossen hatten, würde niemals einer der anatolischen Nachbarn unser Gebäude oder Gelände betreten. Sie aber hatte sich an diesem Tag anders entschieden; sie wollte nun endlich einmal sehen, was sich hinter der Straßenfassade des Gebäudes, das sie so lange schon kannte, verbarg. Sie ließ sich alles zeigen &#8211; die Gemeinderäu­me, den Hof, die Kirche, die Orgel; sie stellte Fragen und hörte interessiert auf die Erklärungen. Dann bedankte sie sich freundlich und ging &#8211; so selbstbewusst und so selbstverständlich und so bunt, wie sie an der Kasse des Ladens agierte.</p>
<p>Und zumindest die Gesichtsfarbe der Männer vor dem Teehaus nebenan hatte in diesem Moment das Einheitsgrau der Gasse verlassen.</p></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.unserekirche.de/2009/05/13/bluhende-blume-in-grauer-gasse/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>»Straßenwahlkampf« in der Türkei</title>
		<link>http://blog.unserekirche.de/2009/03/06/strasenwahlkampf-in-der-turkei/</link>
		<comments>http://blog.unserekirche.de/2009/03/06/strasenwahlkampf-in-der-turkei/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2009 09:58:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Holger Nollmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Holger Nollmann - Istanbul]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.unserekirche.de/?p=254</guid>
		<description><![CDATA[„Straßenwahlkampf“ – dieses Wort bekommt hier in der Türkei eine ganz neue Bedeutung. Hier wird der Wahlkampf – am 29. März ist Kommunalwahl – nämlich nicht nur „auf den Straßen“, sondern manchmal auch „mit Straßen“ geführt.
Wie überzeugt eine regierende Partei in den letzten Wochen vor der Wahl die Bürger davon, dass es gut ist, sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_256" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/03/strasenwahlkampf3.jpg"><img class="size-medium wp-image-256" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/03/strasenwahlkampf3-166x250.jpg" alt="&quot;Alles wird gut&quot;" width="180" height="272" /></a><p class="wp-caption-text">»Alles wird gut«</p></div>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Straßenwahlkampf“ – dieses Wort bekommt hier in der Türkei eine ganz neue Bedeutung. Hier wird der Wahlkampf – am 29. März ist Kommunalwahl – nämlich nicht nur „auf den Straßen“, sondern manchmal auch „mit Straßen“ geführt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wie überzeugt eine regierende Partei in den letzten Wochen vor der Wahl die Bürger davon, dass es gut ist, sie wieder zu wählen? Indem sie ihr großes Engagement für ihre Bürger und Wähler (noch einmal) möglichst eindrucksvoll unter Beweis stellt! Wie kann sie das tun?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Indem sie die ganze Kommunalverwaltung für ihre Zwecke einspannt und z.B. eine Lastwagenladung Weißware (Kühlschränke und Waschmaschinen) bestellt und diese dann an die (bedürftige) Bevölkerung verteilt. So gerade geschehen in der Region Tunceli im Osten der Türkei.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Dass dabei auch einige Haushalte beliefert worden sind, in denen es gar keinen Stromanschluss gibt, kann als kleiner Schönheitsfehler dieser ansonsten doch sehr kreativen Aktion getrost vernachlässigt werden.<span id="more-254"></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Aber nun zum „Straßenwahlkampf“ in Istanbul: Regelmäßig vor den Wahlen werden in unserem Viertel die maroden Straßen erneuert; und der neue Belag, seien es nun Pflasterungen oder – wie jetzt neu – Asphalt, hält ziemlich genau bis zur nächsten Wahl.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Belediye calisior – Die Stadtverwaltung arbeitet“ so heißt es dann auf den begleitenden Plakaten, die eine ungleich größere Wirkung auf die Menschen entfalten als die jetzt auch immer mehr werdenden üblichen Wahlplakate mit breit grinsenden Politikerköpfen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Flankiert wird dieser „Straßenwahlkampf“ mit in regelmäßigen Abständen kostenlos verteilten Kohlesäcken; so bleibt das Wahlvolk auch dann bei Stimmung, wenn bei den Straßenarbeiten mal wieder das eine oder andere Versorgungsrohr zu Bruch geht. „Die Partei tut was für uns! Alles wird so schön!“</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Natürlich kann immer nur jeweils die gerade regierende Partei auf diese Art Wahlkampf machen und nicht die Oppositionsparteien. Nun ja, was soll´s? Die würden es genau so machen, wenn sie denn dran wären.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und der „Hohe Wahlrat“ hat sich immerhin im Fall der Waschmaschinen beim Innenministerium über den zuständigen Gouverneur beschwert.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.unserekirche.de/2009/03/06/strasenwahlkampf-in-der-turkei/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Toten gedenken</title>
		<link>http://blog.unserekirche.de/2009/02/18/der-toten-gedenken/</link>
		<comments>http://blog.unserekirche.de/2009/02/18/der-toten-gedenken/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 16:59:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Holger Nollmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Holger Nollmann - Istanbul]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.unserekirche.de/2009/02/18/der-toten-gedenken/</guid>
		<description><![CDATA[18. Februar – Todestag Martin Luthers. Heute vor genau 150 Jahren – um 14:00 Uhr &#8220;bei heiterstem Sonnenschein“ – wurde im Istanbuler Stadtteil Feriköy, damals weit außerhalb der Stadt gelegen, heute mitten drin, der „Friedhof der Evangelischen Länder“ (Preussen, England, Holland, Schweden, Norwegen, Dänemark, USA) feierlich seiner Bestimmung übergeben – mit einem englisch-armenisch-deutsch-sprachigen Gottesdienst und Posaunenchor. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_232" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><img class="size-medium wp-image-232" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/ferikoy-250x187.jpg" alt="Morbider Charme" width="250" height="187" /><p class="wp-caption-text">Morbider Charme ohne Friedhofsordnung</p></div>
<p>18. Februar – Todestag Martin Luthers. Heute vor genau 150 Jahren – um 14:00 Uhr &#8220;bei heiterstem Sonnenschein“ – wurde im Istanbuler Stadtteil Feriköy, damals weit außerhalb der Stadt gelegen, heute mitten drin, der „Friedhof der Evangelischen Länder“ (Preussen, England, Holland, Schweden, Norwegen, Dänemark, USA) feierlich seiner Bestimmung übergeben – mit einem englisch-armenisch-deutsch-sprachigen Gottesdienst und Posaunenchor. <span id="more-233"></span></p>
<p>Der Friedhof, der ein älteres evangelisches Gräberfeld ersetzen sollte, das der schnell wachsenden Stadt im Wege lag, sollte ein Zeichen sein für die Einheit der evangelischen Kirchen und Christen – zumindest derer, die hier, in Konstantinopel damals lebten. Und die kamen &#8220;in großer Anzahl, zu Wagen, zu Pferd und zu Fuß von nah und fern&#8221; und &#8220;selbstverständlich waren die Evangelischen Mitglieder unserer Preußischen Gesandtschaft in pleno anwesend&#8221;. &#8220;Auf dem Preußischen Antheil war ein Grab aufgeworfen worden, um welches sich die Versammlung aufstellte, auf der einen Seite die Männer, auf der anderen die Frauen, auf der dritten die Geistlichkeit, auf der vierten endlich die von den beiden Lehrern unserer Schule geleitete Schuljugend&#8221;.</p>
<p>Heute verströmt dieser Friedhof mit seinen ordentlich nach Ländern getrennten Gräberfeldern einen morbiden Charme, der hier durch keine Friedhofsordnung gestört wird – eine Oase der Ruhe im tosenden Verkehr der 15-Millionen-Metropole, ein christliches (Toten-) Schiff im Meer des Islam, ein Ort der Rückbesinnung in unserer schnelllebigen Zeit.</p>
<p>Der Friedhof erzählt mit seinen Gräbern wichtige Teile der Geschichte unserer deutschsprachigen Gemeinde hier in diesem Land. Und nicht zuletzt deshalb werden wir das Jubiläum am Sonntag hier feiern – mit einem Gottesdienst und einer Führung über den Friedhof, auf dass uns dieser seine und unsere Geschichte erzählt.</p>
<p>&#8220;Evangelicorum commune coemeterium MDCCCLIX &#8211; Gemeinsamer Friedhof der Evangelischen 1859&#8243; (Inschrift über dem Friedhofstor)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.unserekirche.de/2009/02/18/der-toten-gedenken/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

