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	<title>UK - Unsere Kirche: Blogs &#187; Christopher Hohn &#8211; Bethlehem</title>
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	<description>Unsere Kirche - weltweit</description>
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		<title>Tournee-Stop in Bethlehem &#8211; der Papst zu Besuch</title>
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		<pubDate>Thu, 21 May 2009 17:13:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher Hohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Christopher Hohn - Bethlehem]]></category>

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		<description><![CDATA[Von dem „Allah u Akbar“ meines pinken Muezzin-Weckers geweckt und von meinem hungrigren Magen und leeren Brotkorb zum Bäcker geschickt, hatte ein neuer Tag meines Freiwilligendienstes begonnen. Busse, Taxen, eilende Familien – plötzlich war mir erst bewusst geworden, welcher Tag es gewesen war. Nach seinen Tagen in Jordanien und Israel stand nun Bethlehem auf dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_467" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/img_0304.jpg"><img class="size-medium wp-image-467" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/img_0304-250x166.jpg" alt="img_0304" width="250" height="166" /></a><p class="wp-caption-text">Pilger und arabische Christen füllen den Krippenplatz</p></div>
<p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt; LINE-HEIGHT: 14.25pt">Von dem „Allah u Akbar“ meines pinken Muezzin-Weckers geweckt und von meinem hungrigren Magen und leeren Brotkorb zum Bäcker geschickt, hatte ein neuer Tag meines Freiwilligendienstes begonnen. Busse, Taxen, eilende Familien – plötzlich war mir erst bewusst geworden, welcher Tag es gewesen war. Nach seinen Tagen in Jordanien und Israel stand nun Bethlehem auf dem Reiseplan des Papstes und schon am frühen Morgen war der christliche Vorort Beit Jala im Ausnahmezustand. Leider hatten wir uns zu spät um Tickets für die morgendliche Messe bemüht, sodass wir nicht mehr mit einem Besuch des abgeriegelten Krippenplatzes gerechnet hatten. Dem Brotmann unsere scheinbar ausweglose Lage geschildert, kehrte er nach einigen Minuten eilig aus seiner nahe gelegenen Wohnung mit zwei Karten zurück. Nun müssten auch wir uns beeilen, denn der Einlass ende schon in einer halben Stunde. Auch das Fehlen der letzten Karte für uns insgesamt drei Volontäre des SOS-Kinderdorfes sollte sich schnell lösen, als auch die Sekretärin des benachbarten Priesterseminars eine Karte für uns übrig hatte.<span id="more-466"></span></p>
<p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt; LINE-HEIGHT: 14.25pt">Die Kontrollen für die Messe auf dem Krippenplatz noch rechtzeitig erreicht, wurde ich unverhofft von einem Kamerateam der Deutschen Welle abgefangen, die eilig auf der Suche nach deutschen Stimmen zum Papstbesuch waren.</p>
<p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt; LINE-HEIGHT: 14.25pt">Auf dem Platz selbst war eine große Bühne für den Papst errichtet worden, vor der sich einheimische Christen und Pilger aus aller Welt schon zahlreich versammelt hatten. Mit der Ankunft des unter großem Jubel und „Vive la Baba“-Sprechchören empfangenen Papa-Mobils konnte die 10-Uhr-Messe beginnen. Lieder und Predigtexte, Lesungen und Gebete – in knallender Sonne folgte die Besucher auf dem Krippenplatz mit Freude der Messe, bevor sie wieder mit  Sprechchören und lautem Jubel mit dem Verschwinden des Papstes im nahen „Peace Center“ endete.</p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt; LINE-HEIGHT: 14.25pt"><span style="FONT-SIZE: 10pt; COLOR: black; FONT-FAMILY: 'Georgia','serif'; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-bidi-font-family: 'Times New Roman'; mso-fareast-language: DE"> </span></p>
<div id="attachment_469" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/img_0315.jpg"><img class="size-medium wp-image-469" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/img_0315-250x166.jpg" alt="img_0315" width="250" height="166" /></a><p class="wp-caption-text">Allem Anschein nach hatte sich auch die geistliche Prominenz zu dem photogenen Wanderzirkus gesellt</p></div>
<p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt; LINE-HEIGHT: 14.25pt">Immer wieder uns in den Wochen vor dem Papstbesuch dessen Ankündigung durch eifrige Straßenausbesserungen, Anpflanzungen oder einen einmaligen Frühjahrsputz ganz Bethlehems angekündigt.</p>
<p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt; LINE-HEIGHT: 14.25pt">Neben der Messe auf dem Krippenplatz, nur wenige Meter von der Geburtskirche entfernt, sollte der Aspekt einer Pilgerreise noch durch den politischen Besuch im Aida Flüchtlingslager ergänzt werden. Gerade diesen Teil wollten wir uns nach der eher unpolitischen Messe nicht entgehen lassen und machten uns auf durch die fast autofreien Straßen in Bethlehems Norden. Nur wenige Geschäfte hatten geöffnet, Schulen waren geschlossen und Bethlehems Straßennetz, was vereinfacht nicht aus mehr als zwei großen Straßen besteht, abgeriegelt. Ganz Bethlehem war im Ausnahmezustand, sogar war der Tag offiziell zum Feiertag erklärt worden.</p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt; LINE-HEIGHT: 14.25pt"><span style="FONT-SIZE: 10pt; COLOR: black; FONT-FAMILY: 'Georgia','serif'; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-bidi-font-family: 'Times New Roman'; mso-fareast-language: DE"> </span></p>
<div id="attachment_472" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/img_0316.jpg"><img class="size-medium wp-image-472" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/img_0316-250x166.jpg" alt="img_0316" width="250" height="166" /></a><p class="wp-caption-text">Nicht nur für die weit gereisten Pilger ein Event großen Stils</p></div>
<p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt; LINE-HEIGHT: 14.25pt">Schon früh standen wir auf unserem Weg ins Aida Camp erneut vor Absperrungen des palästinensischen Militärs, die nochmals unsere Spontanität fordern sollten. Die ersten beiden Sperren nach einigem Diskutieren passiert, erwartete und uns schließlich, mit der Tribüne schon in Sichtweite, ein etwas entschlossenerer Soldat, bei dem auch alles Arabisch und Verweise auf ein teilnehmendes Kulturzentrum nichts halfen. Die Bühne war auf dem Schulhof einer UN-Schule aufgebaut, auf welchem nur ca. 500 auserwählte Gäste Platz finden konnten. Der palästinensische Präsident Abu Mazen (Mahmoud Abbas) und verschiedene internationale Diplomaten empfingen dort zusammen mit einigen auserwählten Bewohnern des Aida Camps den Papst. Leider war dieser Teil des Papstbesuches nicht für Jedermann zugängig, sodass wir zwar über Umwege immer wieder dem ganzen Geschehen ein Stück näher kamen, sogar aus nur wenigen Metern Entfernung die Ankunft des Papstes mit verfolgen konnten, am Ende jedoch die Auserwählten das Program ohne uns beginnen mussten.</p>
<p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt; LINE-HEIGHT: 14.25pt">So kam es, dass ich die meiste Zeit in sicherer Entfernung zu dem besagten Schulhof mich mit Kindern aus dem Flüchtlingslager dem in Palästina äußerst populäre Murmelspiel gewidmet hatte und mich mit dem Fahrer der Generalkommissarin der UNRWA über seine Erfahrungen bei Fahrten in den Gazastreifen unterhielt, nicht aber den politischen Besuch des Papstes mit verfolgen konnte.</p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt; LINE-HEIGHT: 14.25pt"><span style="FONT-SIZE: 10pt; COLOR: black; FONT-FAMILY: 'Georgia','serif'; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-bidi-font-family: 'Times New Roman'; mso-fareast-language: DE"> </span></p>
<div id="attachment_473" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/img_0317.jpg"><img class="size-medium wp-image-473" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/img_0317-250x166.jpg" alt="img_0317" width="250" height="166" /></a><p class="wp-caption-text">Die wilden Kinder aus dem Aida Camp ganz zarm</p></div>
<p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt; LINE-HEIGHT: 14.25pt">Mir schien der Tag mit seinen Menschenmassen, dem Polizeiaufgebot und den vielen Diplomatenwagen wie ein photogener, gern besuchter Wanderzirkus erster Klasse. Die Vorstellung des Protagonisten ließ für mich nur wenig religiöse und politische Bedeutung erkennen, obwohl sich der Papst, müden Augen am Abend nach zu urteilen,  sichtbar angestrengt hatte. Wie mir nach seinem Besuch in Bethlehem aus Deutschland berichtet wurde, hatte er in unerwarteter Deutlichkeit Dinge vor der Weltöffentlich benannt, die sonst nur in kleineren Kreisen diskutiert werden. Von diesen möglicherweise positiven Einflüssen des Papstes hatte ich aus Bethlehems Sicht leider eher wenig mitbekommen.</p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt; LINE-HEIGHT: 14.25pt"><span style="FONT-SIZE: 10pt; COLOR: black; FONT-FAMILY: 'Georgia','serif'; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-bidi-font-family: 'Times New Roman'; mso-fareast-language: DE"> </span></p>
<p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt; LINE-HEIGHT: 14.25pt">Die vielen polnischen Pilger hatten eine erlebnisreiche Reise mit dem Papst nach Bethlehem, die Menschen im Aida Camp freuen sich über eine fünf Millionen Spende des Vatikans und die Christen in Bethlehem haben vielleicht neue Kraft schöpfen können, das Leben in Palästina den Verlockungen des Auslandes vorzuziehen. Der Papst ist wieder weg, die Blumen dieses großen Tages schmücken noch die Straßen. Vielleicht hat der Papstbesuch wieder kleine Anstöße für einen friedlicheren Nahen Osten gegeben, den Konflikt selbst lösen jedoch andere.</p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt">
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		<title>Am Ende am Anfang</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Mar 2009 14:24:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher Hohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Christopher Hohn - Bethlehem]]></category>

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		<description><![CDATA[
Immer noch in schwarz gekleidet und mit den Erfahrungen des Tages in meinem Kopf sitze ich nun in unserer gerade neu bezogenen Wohnung in Beit Jala, dem christlichen Vorort Bethlehems.

Vor gut sechs Wochen haben mein Mitfreiwilliger Tobias und ich uns dafür entschieden, für jeweils drei Wochen zu unserer Arabischlehrerin ziehen und sie bei der Arbeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<div id="attachment_287" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/03/sdc10452-2.jpg"><img class="size-medium wp-image-287" title="Der alte Teil der Geburtskirche" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/03/sdc10452-2-250x167.jpg" alt="Der alte Teil der Geburtskirche" width="250" height="167" /></a><p class="wp-caption-text">Der alte Teil der Geburtskirche</p></div>
<p>Immer noch in schwarz gekleidet und mit den Erfahrungen des Tages in meinem Kopf sitze ich nun in unserer gerade neu bezogenen Wohnung in Beit Jala, dem christlichen Vorort Bethlehems.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Vor gut sechs Wochen haben mein Mitfreiwilliger Tobias und ich uns dafür entschieden, für jeweils drei Wochen zu unserer Arabischlehrerin ziehen und sie bei der Arbeit mit ihrem kranken Mann unterstützen. Zusätzlich zu dem stetig schlechter werdenden Gesundheitszustandes ihres Mannes Ibrahim, hatte sie sich ihren rechten Arm gebrochen und war nun mit dem anstehenden Haushalt und der Pflege ihres Mannes völlig überfordert<span id="more-286"></span></p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Die drei Wochen von Tobias waren gerade vorbeigegangen, da erreichte uns früh morgens ein aufgeregter Anruf: „Ibrahim died tonight. Could you please come over to my house soon?“</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Sein Zustand hatte sich in den letzten Wochen von Tag zu Tag verschlechtert. Wo ich anfangs noch mit ihm ein paar Sätze auf Deutsch wechseln konnte, freute ich mich, wenn mir Tobias am Morgen berichten konnte, dass er überhaupt gesprochen hatte. Als wir dann vor dem blassen, leeren Körper standen und an unsere letzten Wochen mit ihm zurückdachten, begann im Nachbarzimmer jemand das Telefonbuch durchzugehen, in der Küche wurden Speisen für die Trauergäste vorbereitet und draußen räumten und putzten die Männer. Schon bald waren ihre Söhne aus Italien im nächsten Flugzeug nach Amman und die Beerdigung war für Donnerstag 4 Uhr in der Geburtskirche angesetzt.</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Auf dem Krippenplatz versammelt, empfingen die Trauergäste den eintreffenden Leichnam. Von dort wurde der geöffnete Sarg mit einsetzendem Glockengeläut von einem großen Bronzekreuz durch den engen Eingang der Geburtskirche erst in den alten, orthodoxen Teil und anschließend in die angegliederte katholische Kirche geleitet. Nach Frauen und Männern getrennt, nahmen die Trauergäste in diesem einzigartigen Ort Platz. Ab und zu hörte man im Hintergrund eine der vielen täglichen Führungen, wie sie sich ihren Weg durch die Geburtskirche bahnten und jedes kleinste Detail auf Englisch, Deutsch, Russisch oder sonstigen Sprachen haargenau erklärten.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<div id="attachment_288" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/03/img_0021-2.jpg"><img class="size-medium wp-image-288" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/03/img_0021-2-250x166.jpg" alt="img_0021-2" width="250" height="166" /></a><p class="wp-caption-text">Blick über die religiöse Skyline Bethlehems</p></div>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Von einer ausschließlich männlichen Prozession wurde Ibrahim im Anschluss an die Messe in dem weiterhin geöffneten Sarg für alle sichtbar über den belebten Krippenplatz, hindurch die engen Gassen der Altstadt von Verwandten und engen Freunden auf den Schultern zum Friedhof getragen. Nicht wie in Deutschland wurde der Leichnam „beerdigt“, sondern in einen schmalen Schacht in einer großen Wand von Grabsteinen geführt. In diesem Fall war das Grab in der obersten Reihe in unerreichbaren drei Metern Höhe. Schnell entwickelte sich unter den anwesenden Männern ein handwerklicher Anreiz den Sarg mit einer Hebebühne in den vorgesehenen Schacht zu manövrieren. Aus allen Richtungen wurden Ratschläge eingeworfen und das Geschehen mit Spannung verfolgt. Nachdem es für kurze Zeit so ausgesehen hatte, als würde der Sarg samt Leichnam der Schwerkraft mit einem Fall aus der hochgekurbelten Höhe nachgeben, verschwand Ibrahim mit einem heftigen Ruck in dem dunklen Schacht. Die Männer äußerten mit einem kollektiven „iowa“ (jawohl) ihre spontane Freude über die vollendete Arbeit und machten sich langsam wieder zurück zu ihren wartenden Frauen.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Nach der, abgesehen von den handwerklichen Herausforderungen, sehr emotionalen Trauerfeier in der Geburtskirche mit anschließender Prozession zu dem naheliegenden Grab, waren wir am Abend zum Essen bei unserer Arabischlehrerin eingeladen worden. Alles Fasten zum Trotz, was in Bethlehem von der großen Mehrheit mit einem Verzicht auf alle tierischen Produkte bis Ostern sehr ernst genommen wird, waren die Teller gefüllt mit frisch gebratenem Hühnchen. Auch wenn Ibrahim erst wenige Stunden zuvor zu Grabe getragen worden war, schien das Leben in der Familie jedoch weiter zu gehen. Heiß wurden die Heiratsabsichten der 31-jährigen Tochter seiner Schwester diskutiert. Sie schien Interesse an uns beiden Deutschen zu haben und ihr gutes Aussehen wurde durch aufgeregte Zwischenrufe von Verwandten, dass sie auch eine sehr reiche Frau sei, nur bestärkt. Trotz aller Bemühungen musste sie sich jedoch schnell wieder umorientieren, als sie erfuhr, dass wir ganze 11 Jahre jünger waren. Den ältesten Sohn unserer Arabischlehrerin, also ihren Cousin, hatte sie schon vor einigen Monaten ausgeschlossen. Ein weiterer Cousin schien sie jedoch sehr zu interessieren. Zu schade, dass dieser mit dem enthaltsamen Gedanken spielte, ein angefangenes Priesterseminar in einem französischen Franziskanerkloster weiterzuführen.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
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		<title>Wenn der Konflikt aufdringlich wird</title>
		<link>http://blog.unserekirche.de/2009/02/21/wenn-der-konflikt-aufdranglich-wird/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Feb 2009 20:27:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher Hohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Christopher Hohn - Bethlehem]]></category>

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		<description><![CDATA[In den letzten Tagen häuften sich die Einblicke in ein Leben unter dem palästinensisch-israelischen Konflikt, sodass ich mit einem Bericht über das Geschehene nicht mehr warten konnte.

Seit einigen Monaten haben mein Mitfreiwilliger im SOS-Kinderdorf und ich uns auf die Odysee der Visumssuche gemacht.
Nachdem wir vergebens die beängstigende Bürokratie des israelischen Innenministeriums durchschritten hatten, fühlten sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">In den letzten Tagen häuften sich die Einblicke in ein Leben unter dem palästinensisch-israelischen Konflikt, sodass ich mit einem Bericht über das Geschehene nicht mehr warten konnte.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<div id="attachment_242" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/b1300906-2.jpg"><img class="size-medium wp-image-242" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/b1300906-2-250x187.jpg" alt="b1300906-2" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Auch in der Straßenkunst ist der Konflikt das tonangebende Thema. Hier ein Werk des englischen Straßenkünstlers Banksy</p></div>

<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Seit einigen Monaten haben mein Mitfreiwilliger im SOS-Kinderdorf und ich uns auf die Odysee der Visumssuche gemacht.</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Nachdem wir vergebens die beängstigende Bürokratie des israelischen Innenministeriums durchschritten hatten, fühlten sich am Ende niemand für zwei Volontäre in den palästinensischen Gebieten verantwortlich und verwiesen uns an das Innenministerium der Palästinensischen Autonomiebehörde in Bethlehem.</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Dort sollten wir dann einen dreisprachigen  Antrag auf ein Volontärs-Visum stellen, der uns dann, wiederum an das israelische Innenministerium weitergeleitet, mit einem Visum versorgen sollte. <span id="more-241"></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Schnell stellte sich jedoch heraus, dass wir als Volontäre in der Westbank zuallererst eine Arbeitserlaubnis brauchten.</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Diese wiederum konnten wir nur von den israelischen Behörden erlangen, sodass wir eine israelische Siedlung nahe Ramallah aufsuchen mussten. Da dieses ewige Suchen nach den zuständigen Behörden und dem korrekten Weg nun schon sechs Monate brauchte, ist Mitte Februar unser zweites  Touristenvisum ausgelaufen. Ohne Zusage für die Arbeitserlaubnis mussten wir, um legal im Land bleiben zu können, somit nun aus- und wieder einreisen.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">So hieß es also Sachen packen und auf in die jordanische Hauptstadt nach Amman. Zuerst galt es jedoch ein jordanisches Visum in Ramallah zu erlangen, um die Grenze (nur aus der Westbank notwendig) passieren zu dürfen. Seit unseren ersten Tagen in der Westbank waren wir nicht mehr in Ramallah gewesen und waren daher umso mehr von der militärischen Präsenz Israels überrascht.</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Um die militärische Kontrolle über die Westbank beizubehalten und die israelischen Siedlungen in dem palästinensischen Gebiet zu schützen, wurde die Westbank in drei Gebiete eingeteilt. Städte wie Bethlehem und Ramallah sind Teil des A-Gebiets und werden von der palästinensischen Regierung um Machmod Abbas verwaltet und militärisch kontrolliert. Nach israelischem Gesetz ist das Betreten für israelische Staatsbürger untersagt. Das C-Gebiet der Westbank ist voll unter israelischer Kontrolle, das B-Gebiet wird von der Autonomiebehörde verwaltet.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Diese Gebietseinteilung hat zur Folge, dass man, auch innerhalb der Westbank, israelisch kontrollierte Check-Points passieren muss. Zudem befindet sich zwischen Bethlehem und Ramallah mit Ma’ale Adumim die größte israelische Siedlung in der mittleren Westbank (<a href="http://www.jr.co.il/ma/">http://www.jr.co.il/ma/</a>), die mit 35.000 Einwohnern mit der Größe Bethlehems vergleichbar ist.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Nachdem wir also den Check-Point und die Siedlung auf unserem Weg nach Ramallah passiert hatten, begann die israelische Militärbasis, die zudem den Beginn der Mauer markiert, der Ramallah und Ostjerusalem trennt. Auf einem nahen Hügel in der relativ großen Militärbase zeigte mir ein Mitfahrer, mit dem ich ins Gespräch gekommen war, ein israelisches für palästinensische Häftlinge gebautes Gefängnis.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Es erinnerte mich an die Geschichte die mir vor einigen Tagen ein Freund aus einem nahen Kulturzentrum erzählt hatte. Mit 13 war er während der zweiten Intifada für drei Jahre in ein israelisches Militärgefängnis nahe Ramallah gesperrt worden, wo er mit ausschließlich älteren Gefangenen einen Großteil seiner Jugend verbracht hatte.</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Die Route, die ich an diesem Morgen gefahren bin, ist für viele Menschen der alltägliche Weg zu der Universität oder Arbeitsstelle in Ramallah. Von den vielen Demonstrationen israelischer Macht ergriffen, musste ich an ein Zitat von Tolstoi denken, was ich erst vor einigen Tagen in dem Bericht eines Mitfreiwilligen gelesen hatte: „Man sollte doch glauben, dass die Berührung mit der Natur, diesem unmittelbaren Ausdruck der Schönheit und Güte, alles Böse im menschlichen Herzen verschwinden lassen müsse“.</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Wenn, wo mir Tolstoi aus der Selle spricht, die unermessliche Schönheit der Natur eigentlich doch alles Böse aus dem menschlichen Herzen ausradieren sollte, welche Auswirkungen hat dann die tägliche Konfrontation mit dem von Menschen Gemachten auf das menschliche Herzen? Nach Tolstoi kann die israelische Gesellschaft nur von Glück reden, dass die Westbank eine einzigartige Natur aufzuweisen hat.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<div id="attachment_243" class="wp-caption alignleft" style="width: 194px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_0053-2.jpg"><img class="size-medium wp-image-243" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_0053-2-184x250.jpg" alt="img_0053-2" width="184" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Macht und Kontrolle - das Traumpaar des Nahen Osten hier in ungewohnter Form</p></div>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Ohne größere Probleme das Bergplateau der jordanischen Hauptstadt erreicht, mussten wir am nächsten Morgen mit Verzicht auf jegliche Sehenswürdigkeiten Ammans wieder auf zur Grenze machen. Den Jordan ein zweites Mal innerhalb 24 Stunden passiert, wurden wir auf der israelischen Seite in eine Halle mit verschiedenen für die Passkontrolle errichteten Fenstern geleitet.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Nachdem wir der Soldatin von unserer Arbeit im SOS-Kinderdorf und dem langwierigen Visumsprozess erzählt hatten, schickte sie uns zurück. Wir sollten warten, unser Fall werde überprüft.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Die mit uns an der Grenze Angekommenen hatten wahrscheinlich schon Jerusalem erreicht als wir ca. zwei Stunden später, nachdem wir uns mit den anderen Wartenden bei einer dubiosen Übung alle für eine halbe Stunde an die Wand stellen mussten und immer wieder von schrillen Tönen eines defekten Feuermelders entzückt wurden, nochmals von zwei Soldaten über unsere Arbeit in der Westbank und die Visumsvorhaben ausgefragt wurden.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Nach einem kleinen Gespräch meinten sie, dass sie es wirklich bedauerten, uns keine 6 Monate, sondern nur 3 Monate geben zu können, verabschiedeten sich mit einem netten Handschlag und verschwanden wieder hinter den Fenstern der Visakontrolle.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Unseren Pass hatten wir jedoch auch da noch nicht wieder zurück. Nochmal eine halbe Stunde ohne Pass, aber voller Zuversicht auf ein ausreichendes Touristenvisum gewartet, wurde uns unter dem netten Lächeln der Soldatin ein gerade einmal 10 Tage währendes Visum in den Pass gestempelt. Auch meine Empörung konnte da nichts mehr ändern. Es sei eben eine Anweisung vom Vorgesetzten, der wiederum nur einer Anweisung des ihm Vorgesetzten Folge leiste.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Sicher machen sie persönliche alle nur ihren Job, wodurch dieses eitrige System der Schikane und Willkür jedoch nur optimiert wird. Noch schnell von uns ein Photo gemacht und die obligatorischen Fingerabdrücke genommen, und wir konnten draußen wieder die Luft eines freien Staates riechen. Unsere – inshaallah (so Gott es will) – nicht letzten Tage im sonnigen Israel sind angebrochen, der Ausgang ist bisher noch ungewiss.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<div id="attachment_244" class="wp-caption alignright" style="width: 176px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_0457-2.jpg"><img class="size-medium wp-image-244" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_0457-2-166x250.jpg" alt="img_0457-2" width="166" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Dem anonymen Konflikt kann man nur schwer ein ziviles Gesicht geben. Auch hier zeigt er sich wieder mit bewaffneten Soldaten </p></div>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Zurück im SOS-Kinderdorf und unsere schlechten Nachrichten vom Morgen überbracht, veränderte es die Stimmung dort kaum. Vor ein paar Tagen hatte auch das SOS-Kinderdorf wieder neue Erfahrungen mit den israelischen Gemütsschwankungen machen können, als nach einem nächtlichen Besuch der Militärpolizei ein ehemaliges SOS-Kind zusammengeschlagen in seiner Wohnung zurückgelassen worden war.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Was mich aber erst dazu veranlasst hat, von meinen Erlebnissen der letzten Tage zu berichten, waren die Geschehnisse der letzten Nacht. Um ca. ein Uhr wurde ich von dem anhaltenden Lärm durchdrehender Reifen geweckt.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Da ich jedoch aus unserer Wohnung die Straße vor unserem Haus nicht einsehen kann, konnte mich das anhaltende Gelächter meiner Nachbarn  wieder beruhigen und ich machte mich in Gedanken an den Besuch des SOS-Kindes, wieder in meinen warmen Schlafsack.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Wie sich jedoch am nächsten Tag nach einigen Gesprächen mit meinen Nachbarn rausstellen sollte, hatte ich am Vorabend allen Grund zur Sorge gehabt. Zwei bis drei Häuser von unserer Wohnung entfernt wurde an diesem Abend unser Nachbar von einem Großaufgebot der israelischen Militärpolizei besucht.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Ein 13jähriger Nachbar vom Haus gegenüber war auch unter dem Lärm der durchdrehenden Autoreifen aufgewacht und hatte das Geschehen von seinem Balkon mit verfolgen können. Fünf Jeeps waren in unsere kleine Seitenstraße eingebogen, einen noch nicht fertiggestellten Neubau durchsucht und den Nachbarn, dem Verbindungen zu der Hamas nachgesagt werden, mitgenommen. Der palästinensischen Autonomiebehörde wird anscheinend nicht einmal in, wie im Moment eher ruhigeren Zeiten die versprochene Souveränität zugelassen.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Über derartige Verletzungen internationalen Rechts zu lesen und zu diskutieren ist das Eine. Sie dann aber in unmittelbarer Nähe zu erfahren, ist noch einmal ein völlig anderes Erlebnis, dass mich viel mehr über die eigentliche Situation der Betroffenen nachdenken lässt.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Sicher habe ich in den vorherigen Zeilen nicht verfälschend, aber einseitig berichtet. Ich bin jedoch Freiwilliger in Bethlehem und erlebe einen palästinensischen und nicht israelischen Alltag. Wie fast immer in einem Konflikt, laufen auch in dem Nahost-Konflikt auf beiden Seiten einige Dinge falsch. In welchem Verhältnis diese zueinander stehen und wo es eventuelle Zusammenhänge gibt, sollte jedoch äußerst differenziert betrachtet werden.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Mit den Einblicken der letzten Tage im Hinterkopf, dämmert es mir nun auch langsam, worin Israels vor internationalen Freiwilligen Angst begründet sein könnte. Eine berechtigte Angst, dass durch die direkte Erfahrung des palästinensischen Lebens das wertvolle Bild des unschuldigen, immer nach Frieden strebenden Staates ins Bröckeln gerät.</p>
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		<title>Ausflucht in die Einsamkeit</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Feb 2009 12:04:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher Hohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Christopher Hohn - Bethlehem]]></category>

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		<description><![CDATA[Da ich nun seit einer guten Woche bei meiner Arabischlehrerin wohne, begann mein freier Tag mit einem für Bethlehem ganz außergewöhnlichen Ausflug. Am Abend sollte es Schweinesteaks geben und somit machten wir uns auf nach Beit Jala, einen christlichen Vorort Bethlehems, um bei einem der wenigen Fleischer die Schweinefleisch anbieten unsere Steaks einzukaufen.
Da der muslimische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_168" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_0069.jpg"><img class="size-medium wp-image-168" title="Die Wüste als Ladestation für die Seele" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_0069-200x300.jpg" alt="Die Wüste als Ladestation für die Seele" width="160" height="241" /></a><p class="wp-caption-text">Die Wüste als Ladestation für die Seele</p></div>
<p>Da ich nun seit einer guten Woche bei meiner Arabischlehrerin wohne, begann mein freier Tag mit einem für Bethlehem ganz außergewöhnlichen Ausflug. Am Abend sollte es Schweinesteaks geben und somit machten wir uns auf nach Beit Jala, einen christlichen Vorort Bethlehems, um bei einem der wenigen Fleischer die Schweinefleisch anbieten unsere Steaks einzukaufen.</p>
<p>Da der muslimische Taxifahrer ein Freund der Arabischlehrerin war, konnten wir ausnahmsweise auch das Fleisch in seinem Auto transportieren. Anders als bei alkoholischen Getränken, für die einige Muslime schon einmal eine Ausnahme machen, ist es undenkbar, dass ein muslimischer Palästinenser Schweinefleisch isst.</p>
<p class="MsoNoSpacing"><span id="more-167"></span></p>
<p>Eigentlich wollte ich jedoch meinen freien Tag nicht in der Fleischerei verbringen, so dass ich mich bald, mit Wanderschuhen und Kamera ausgerüstet, auf den Weg in Richtung Wüste machte.</p>
<p>Wo ich in Bielefeld vor dem Stress des Alltags in die schmalen Pfade des Teutoburger Walds flüchten konnte, habe ich hier in Bethlehem die nahe Wüste als neuen Ort der Ruhe entdecken können.</p>
<p class="MsoNoSpacing">Mit leichter Verspätung machte ich mich mit dem Service für umgerechnet 60 Cent auf den Weg gen Osten. Hier erstreckt sich bis zum Jordantal und dem Toten Meer ein ca. 30km breiter Wüstenstreifen, den man sogar, wie es ein deutscher Mitfreiwilliger vor einigen Wochen bewiesen hat, zu Fuß durchqueren kann.</p>
<div id="attachment_176" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_0082.jpg"><img class="size-medium wp-image-176" title="Nicht viele Tiere können in der Trockenheit der Wüste überleben" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_0082-300x200.jpg" alt="Nicht viele Tiere können in der Trockenheit der Wüste überleben" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Nicht viele Tiere können in der Trockenheit der Wüste überleben</p></div>
<p class="MsoNoSpacing">Ganz so weit sollte mein Wanderung an diesem Tag jedoch nicht werden. Ich wollte mir einen Weg zu einem kleinen Berg in der Wüste bahnen, auf dessen Gipfel ich bei meinem letzten Besuch in der Wüste Menschen gesehen hatte.</p>
<p class="MsoNoSpacing">Auf meinem Weg durch die letzten Auswüchse der Zivilisation, wurde mir plötzlich ein frisches „marhabba Chris“ an den Kopf geworfen. Von der Familie des Jungen, der mich entdeckt hatte, war ich vor ein paar Wochen nach einer kleinen Wanderung zu selbstgebackenen Brot mit frischem Olivenöl eingeladen worden. Nun kam der jüngste Sohn gerade von der Schule nach Hause und wir freuten uns über das unverhoffte Treffen.</p>
<p class="MsoNoSpacing">Es sollte aber schnell weiter gehen. Schon bald hatte ich die letzten Häuser hinter mir gelassen und wollte dem nahen Wadi für ein paar Windungen folgen, bis ich zu meiner linken Seite den anvisierten Berg erblicken würde. Auf schmalen Hirtenpfaden bahnte ich mir meinen Weg durch die Steinwüste, wurde jedoch immer wieder von einem Kampfjet irritiert der über mir seine Manöver flog.</p>
<p class="MsoNoSpacing">Nach einer Windung des ausgetrockneten Flussbettes eröffnete sich mir dann auch der Blick auf ein Militärfahrzeug, was sich auf einer nahen Bergkuppe positioniert hatte. Also verließ ich schon etwas früher als geplant das Wadi und konnte nach einem kurzen Anstieg ein paar Männer mit Traktor an dem Fuße des Berges erblicken. Ein paar Minuten später konnte ich meine Neugierde stillen, als sie mir von ihren Reperaturarbeiten an einem 150 Jahre alten Brunnen berichteten. Um ihn für Schafsherden als Tränke wieder nutzbar zu machen, stiegen sie in den dunklen Schacht hinab und schaufelten sich immer tiefer in den Wüstenboden.</p>
<p>Mit der brennenden Mittagsonne im Gesicht begann ich nun meinen Aufstieg. Die Kuppe des Berges erreicht, ruhten gerade zwei Beduinen und hüteten mit einem wunderschönen Blick über die Wüste bis hin zu den jordanischen Bergen jenseits des Jordantals ihre kleine Schafsherde.</p>
<p class="MsoNoSpacing">Auf meinem Weg zum Gipfel passierte ich ein wenig später eine kleine Höhle aus einer scheinbar längst vergangenen Zeit. Die noch frischen Feuerstellen deuteten jedoch darauf hin, dass Beduinen wohl noch bis heute dort Unterschlupf finden. Auf dem Gipfel angekommen, konnte ich mich auf einem kleinen Felsvorsprung von dem Aufstieg ausruhen.</p>
<div id="attachment_177" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_0068-2.jpg"><img class="size-medium wp-image-177" title="Ein faszinierender Ausblick über die Weite der Wüste" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_0068-2-300x200.jpg" alt="Ein faszinierender Ausblick über die Weite der Wüste" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Ein faszinierender Ausblick über die Weite der Wüste</p></div>
<p class="MsoNoSpacing">Vor mir lag die Wüste mit den vielen Flussläufen, die sich zwischen den kleinen Bergen einen Weg zum Jordantal bahnten. Vereinzelt konnte ichin der Ferne kleine Blechhütten von Beduinen entdecken, der Kampfjet hatte seine Manöver eingestellt und auch sonst war es vollkommen still. Eines der vor mir liegenden Wadis entdeckte ich für meinen Rückweg und gelang somit sicher wieder zurück aus der Ruhe und Einsamkeit in die Zivilisation.</p>
<p class="MsoNoSpacing">Mit der tiefstehenden Sonne war es nun Zeit für die Hirten ihre Schafe an den vereinzelten grünen Vorbooten des bevorstehen Frühlings weiden zu lassen. Da ganz in der Nähe israelische Siedler ihre Häuserkolonien aufgebaut hatten, fürchtete ich manchmal, dass sie mich als Siedler verwechseln würden.</p>
<p class="MsoNoSpacing">Einen kleinen Jungen sprach ich auf das Leben mit den nahen Siedlungen an. Er lachte jedoch nur drüber und meinte, dass es hier, anders als z.B. in Hebron, keine Probleme mit den Siedlern gäbe. Siedler und arabische Bewohner lebten hier friedlich nebeneinander.</p>
<p class="MsoNoSpacing">
<div class="mceTemp">Als ich nach meinem Ausflug wieder das Haus meiner Arabischlehrerin erreichte, war die Sonne schon untergegangen und die Schweinesteaks warteten schon auf ihre Zubereitung. Ein Tag in der wunderschönen Natur Palästinas, der mir wieder Ruhe und Kraft für die Aufgaben der kommenden Wochen geben wird.</div>
<p class="MsoNoSpacing">
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		<title>Von vergessenen Zisternen und Spontanität im SOS-Kinderdorf</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Feb 2009 09:04:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher Hohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Christopher Hohn - Bethlehem]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein spontaner Abstieg in die Unterwelten des SOS-Kinderdorfes hat mich dazu bewogen, kurz das SOS-Kinderdorf Bethlehem vorzustellen und meine Arbeit zu schildern.

Neben der direkten Betreuung der Kinder im Dorf, bemüht sich SOS-Palästina zudem mit einem Familienstärkungsprogramm Kindern das Aufwachsen in der biologischen Familie zu sichern, indem sie Eltern mit gesundheitlichen oder finanziellen Problemen unterstützen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Ein spontaner Abstieg in die Unterwelten des SOS-Kinderdorfes hat mich dazu bewogen, kurz das SOS-Kinderdorf Bethlehem vorzustellen und meine Arbeit zu schildern.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<div id="attachment_130" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_5364.jpg"><img class="size-medium wp-image-130" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_5364-300x200.jpg" alt="img_5364" width="200" height="133" /></a><p class="wp-caption-text">Das SOS-Kinderdorf Bethlehem</p></div>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Neben der direkten Betreuung der Kinder im Dorf, bemüht sich SOS-Palästina zudem mit einem Familienstärkungsprogramm Kindern das Aufwachsen in der biologischen Familie zu sichern, indem sie Eltern mit gesundheitlichen oder finanziellen Problemen unterstützen und die Gemeinschaften für diese Problematiken sensibilisieren und einen gesellschaftlichen Rückhalt der Dorfgemeinschaft reanimieren oder aufbauen.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Außerdem bieten fünf medizinische Zentren in der Westbank und eins in Gaza der palästinensischen Gesellschaft eine wichtige Anlaufstelle für eine grundlegende medizinische Versorgung und psychologische Betreuung, die insbesondere der Behandlung traumatisierter Kinder dient.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span id="more-129"></span>Dementsprechend kann ich mich mit meinem Mitfreiwilligen entscheiden, in welchem Bereich des SOS-Komplexes wir arbeiten möchten. Neben unserer Hauptaufgabe, eine sinnvolle Freizeitgestaltung für die Kinder zu organisieren, können wir also morgens in der Schule helfen oder abends die Jugendhäuser besuchen und mit Gesprächsrunden die englische Konversationsfähigkeit der Jugendlichen fördern.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<div id="attachment_132" class="wp-caption alignright" style="width: 176px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_5780.jpg"><img class="size-medium wp-image-132" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_5780-200x300.jpg" alt="img_5780" width="166" height="204" /></a><p class="wp-caption-text">Der junge deutsche Forscher bei der Arbeit</p></div>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Heute habe ich jedoch den Samstag im Dorf verbracht und war gerade dabei, eine Jonglierstunde für die älteren Jungen des Dorfes vorzubereiten, als ich eilig von dem Gärtner zu ihm gerufen wurde. Ein junger deutscher Ökologe war gerade im Kinderdorf angekommen und wollte eine vergessene Zisterne besichtigen, die erst in den letzten Tagen wiederentdeckt worden war. Ich kam gerade noch rechtzeitig, um mit verfolgen zu können, wie er sich, durch die enge Öffnung des Schachtes quetschend, auf einer wackeligen Leiter mit einem kleinen Tau gesichert in das Zisternengewölbe machte. Schnell ergriff auch ich die Möglichkeit, für ein paar Minuten der alltäglichen Welt zu entfliehen und so machte auch ich mich durch die enge Eingangslucke auf den Weg in die vergessene Zisterne. Nach der wackeligen Leiter wieder festen Boden unter den Füßen, machte sich der junge Forscher schon an die Vermessung des Gehöfts. Nach Abschluss seines Studiums in Deutschland arbeitet er nun für ein paar Monate in einem Forschungszentrum in Bethlehem und sichert Daten zu den alten Wassersystemen in der Umgebung.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<div id="attachment_135" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_5765.jpg"><img class="size-medium wp-image-135" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_5765-300x200.jpg" alt="img_5765" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Der Abstieg unter den gespannten Blicken der Mitarbeiter</p></div>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Zurück in der Mittagssonne stand nach den Erlebnissen des Vormittags eine Einladung zum Mittagessen in einer der 12 Familien an. Nachdem sich das Mittagessen noch zum englischlernen ausgeweitet hatte, begann der Jonglierunterricht für die Jungen. Es lief alles anders als geplant, mit dem Sand einiger aufgerissenen Bälle unter den Füßen spielten wir am Ende Rundlauf an der Tischtennisplatte und einige erfreuten sich an dem, erst in den letzten Tagen aus Holz fertiggestelltem Schachbrett. Obwohl ich nun schon seit gut einem halben Jahr in Bethlehem bin, legen die langsamen Fortschritte im Arabischen und die noch nicht ausreichenden Erfahrungen mit den Kindern im Dorf noch einige Hindernisse für eine planmäßige Verwirklichung einer „sinnvollen Freizeitgestaltung“, wie ich sie mir in Deutschland, mit der rosa Brille auf der Nase, vielleicht erdacht hatte, in den Weg. So lange ich jedoch auch heute ein weiteres Mal mit den Kindern lachen durfte und einen dann doch wieder planmäßig schönen Nachmittag hatte, geht meine Wanderung durch den Lernort Freiwilligendienst frohen Mutes weiter.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<div id="attachment_140" class="wp-caption aligncenter" style="width: 501px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_5592.jpg"><img class="size-large wp-image-140" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/img_5592-1024x683.jpg" alt="img_5592" width="491" height="328" /></a><p class="wp-caption-text">Schwer kann man bei dem Lachen der Kinder die Freude an der Arbeit verlieren</p></div>
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		<title>Schlafwandelnde Zoobesuche</title>
		<link>http://blog.unserekirche.de/2009/01/28/schlafwandelnde-zoobesuche/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Jan 2009 09:37:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher Hohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Christopher Hohn - Bethlehem]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Redaktionstreffen für die gemeinsame Freiwilligenzeitung meiner Trägerorganisation, der Weltweiten Initiative, hatte etwas länger gedauert und so kam es, dass ich erst um 2 Uhr nachts meinen Heimweg aus der deutschen Schule antreten konnte. Ich hatte ca. eine Stunde Fußweg vor mir und machte mich auf durch eine Stadt, die sich, wie es schien, gerade [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_52" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a rel="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/01/img_9166-300x200.jpg" href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/01/img_9166.jpg" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-52" title="Die Stadt im nächtlichen Tiefschlaf" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/01/img_9166-300x200.jpg" alt="Die Stadt im nächtlichen Tiefschlaf" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Die Stadt im nächtlichen Tiefschlaf</p></div>
<p>Das Redaktionstreffen für die gemeinsame Freiwilligenzeitung meiner Trägerorganisation, der Weltweiten Initiative, hatte etwas länger gedauert und so kam es, dass ich erst um 2 Uhr nachts meinen Heimweg aus der deutschen Schule antreten konnte. Ich hatte ca. eine Stunde Fußweg vor mir und machte mich auf durch eine Stadt, die sich, wie es schien, gerade in einer kollektiven Tiefschlafphase befand.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Allein umherstreifende Straßenhunde suchten noch in den Abfällen des Tages nach ihrem Abendessen und machten sich durch ein anhaltendes Jaulen bemerkbar.<span id="more-51"></span></p>
<div id="attachment_55" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a rel="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/01/img_9235.jpg" href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/01/img_9235.jpg" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-55" title="Warten auf das Öffnen des Checkpoints" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/01/img_9235-300x203.jpg" alt="Warten auf das Öffnen des Checkpoints" width="300" height="203" /></a><p class="wp-caption-text">Warten auf das Öffnen des Checkpoints</p></div>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_55" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dd class="wp-caption-dd">Warten auf das Öffnen des Checkpoints</dd>
</dl>
</div>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Kurz bevor ich Bethlehems Altstadt erreicht hatte, kreuzte ich die ehemalige Verbindungsstraße zwischen Hebron und Jerusalem. Vereinzelt standen Männer mit einer alten Pappe in der Hand am Straßenrand und versuchten einen Platz in den vorbeirauschenden „Service“ zu ergattern.</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Die meisten Taxen waren jedoch bis auf den letzten Platz und oft sogar den letzten Schoß gefüllt. Langsam begann mein Bild des friedlich schlafenden Bethlehem zu bröckeln, bis ich endlich einen der wartenden Männer ansprach, welchen Weg er denn noch oder schon um drei Uhr nachts antreten wollte.</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Um pünktlich um sieben Uhr bei der Arbeit in Jerusalem erscheinen zu können, machte er sich nun auf den Weg zum „Machsum“, dem Check Point nach Israel, um dort dann mit Tausend weiteren Männern ab 5.15 Uhr möglichst schnell den Check-Point passieren zu können.</p>
<div id="attachment_56" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a rel="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/01/img_9261.jpg" href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/01/img_9261.jpg"><img class="size-medium wp-image-56" title="Wie ein Zoobesuch: Menschen hinter Checkpoint-Gittern" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/01/img_9261-300x200.jpg" alt="img_9261" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Wie ein Zoobesuch: Menschen hinter Checkpoint-Gittern</p></div>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Die nächtliche Begegnung gab mir dann den Anstoß nur zwei Nächte später selbst den Wecker mitten in der Nacht zu stellen und mich, ausgerüstet mit einer Kamera, durch die Stadt, auf zum Check-Point zu machen.</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Als anfangs noch kein Mensch in den Straßen zu sehen war, häuften sich langsam die schwarz-gelben „Service“, die die auserwählten Besitzer eines Passierscheines für einen Job in Israel aus der südlichen Westbank zu dem 300 Check-Point in Bethlehem karrten. Wo das Innengebäude passend für die internationalen Weihnachtsgäste der letzten Wochen noch mit Blumen geschmückt war, stand nun der tägliche Ansturm palästinensischen Arbeiter an.</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Draußen reihten sich die Männer in einem Gittergerüst vor der Mauer, zündeten sich ein Feuer gegen die Kälte an und versuchten ohne Ruhe den schnellsten Weg durch die Massen zu finden. Mit der Kamera vor den Gitterstäben kam ich mir eher wie ein Zoobesucher mit Schlafstörungen vor, als ein Betrachter eines für Menschen gebauten Check-Points.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<div id="attachment_57" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a rel="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/01/img_9295.jpg" href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/01/img_9295.jpg"><img class="size-medium wp-image-57" title="Tausende Warten darauf, den Checkpoint endlich passieren zu können" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/01/img_9295-300x200.jpg" alt="img_9295" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Tausende Warten darauf, den Checkpoint endlich passieren zu können</p></div>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Plötzlich sah ich jedoch in der Menschenmasse den Mann, den ich zwei Nächte zuvor auf meinem Heimweg noch am Straßenrand getroffen hatte.</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Wir unterhielten uns ein wenig und langsam öffnete sich mir der Einblick auf eine weitere Seite der erst vor wenigen Jahren fertiggestellten israelischen Grenzanlage, die in Bethlehem zur Hälfte aus einer acht Meter hohen Mauer besteht.</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Fünf Stunden vor dem eigentlichen Beginn seiner Arbeit, macht er sich um zwei Uhr nachts auf nach Jerusalem, welches man zu Fuß in 1 1/2 Stunden eigentlich erreichen könnte. Am Check-Point selbst hängt es oft von der Laune der Soldaten ab, wie schnell sie die wichtigsten 100 Meter ihres Weges zur Arbeit zurücklegen; an schlechten Tagen haben einige Arbeiter um 9 Uhr noch nicht den Check-Point hinter sich gelassen.</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Kommt er um sechs Uhr abends von der Arbeit nach Hause, muss er bald ins Bett, wenn er noch etwas Schlaf vor seinem nächsten Arbeitstag bekommen möchte.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNoSpacing" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
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		<title>Ein Freiwilligendienst im Vorderen Orient</title>
		<link>http://blog.unserekirche.de/2009/01/21/vorstellung/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Jan 2009 20:53:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher Hohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Christopher Hohn - Bethlehem]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem ich im Juni 2008 meine Schulzeit mit dem Abitur abgeschlossen hatte und als tauglich gemustert worden war, stand mir ab August ein Ersatzdienst, ein Freiwilliges Soziales Jahr im SOS-Kinderdorf in Bethlehem bevor. Nun bin ich schon seit fünf Monaten im Vorderen Orient und die Hälfte meines Freiwilligendienstes wird mich bald einholen.
In der mir vorher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_40" class="wp-caption alignleft" style="width: 268px"><img class="size-large wp-image-40" title="Christopher Hohn" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/01/img_7989-1024x683.jpg" alt="Christopher Hohn" width="258" height="172" /><p class="wp-caption-text">Christopher Hohn</p></div>
<p>Nachdem ich im Juni 2008 meine Schulzeit mit dem Abitur abgeschlossen hatte und als tauglich gemustert worden war, stand mir ab August ein Ersatzdienst, ein Freiwilliges Soziales Jahr im SOS-Kinderdorf in Bethlehem bevor. Nun bin ich schon seit fünf Monaten im Vorderen Orient und die Hälfte meines Freiwilligendienstes wird mich bald einholen.</p>
<p>In der mir vorher so unbekannten arabischen Kultur fällt es mir noch schwer, mich vor der Fülle an täglichen Erfahrungen in der Geburtsstadt Jesu zu schützen. Überall lauern neue Möglichkeiten, von meiner arabischen Umwelt und dem Leben überrascht zu werden.<span id="more-39"></span></p>
<p>Als ich mir zu Beginn meines letzten Schuljahres einen Überblick über die vielen Möglichkeiten meine Wehrpflicht zu erfüllen verschafft hatte, begeisterte mich die Idee zwischen Schule und Studium und als erster Schritt in der Selbstständigkeit ein Jahr mit und für Menschen in einer anderen Kultur zu verbringen.</p>
<p>Vielleicht weil ich das aufkommende Feindbild des muslimischen Arabers nicht glauben und persönliche Erfahrungen sammeln wollte, oder weil mich einfach die Fremde des Nahen Ostens, der so prägend für die europäische Kultur gewesen war, anzog: ich wollte in die arabische Welt.</p>
<p>So bin ich nach vielen fehlgeschlagenen Versuchen eine Trägerorganisation für meinen Freiwilligendienst zu finden, auf die „Weltweite Initiative für Soziales Engagement“, mit Sitz in der hessischen Odenwaldschule, getroffen. Schon bei meinen ersten Kontakten mit meinem jetzigen Träger hat mich der partizipative Ansatz, dieser so kleinen Organisation, die eher einer Großfamilie als einem bürokratischen Organisationsgerüst gleicht, fasziniert.</p>
<p>Nach einem differenzierten Auswahlverfahren und einer intensiven Vorbereitung arbeite ich nun zusammen mit einem weiteren Freiwilligen in dem SOS-Kinderdorf in Bethlehem. Hauptsächlich versuchen wir hier ein möglichst vielseitiges Freizeitangebot zu organisieren.</p>
<p>Neben der Arbeit im Projekt können wir einen Tag der Woche in einem Kooperationsprojekt arbeiten, was wir frei nach unseren Talenten und Interessen aussuchen können. Hier leite ich in einem Kulturzentrum des nahen Flüchtlingslagers eine Fotografieklasse.</p>
<p>Durch meine regelmäßigen Artikel möchte ich Sie an ausgewählten Erfahrungen aus dem Leben eines deutschen Freiwilligen in Bethlehem teilhaben lassen und tiefere Einblicke in das Land der Bibel 2009 Jahre nach der Geburt Jesu ermöglichen.</p>
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