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Ausgewähltes Blog: Christopher Hohn - Bethlehem

Tournee-Stop in Bethlehem – der Papst zu Besuch

Donnerstag, 21. Mai 2009
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Pilger und arabische Christen füllen den Krippenplatz

Von dem „Allah u Akbar“ meines pinken Muezzin-Weckers geweckt und von meinem hungrigren Magen und leeren Brotkorb zum Bäcker geschickt, hatte ein neuer Tag meines Freiwilligendienstes begonnen. Busse, Taxen, eilende Familien – plötzlich war mir erst bewusst geworden, welcher Tag es gewesen war. Nach seinen Tagen in Jordanien und Israel stand nun Bethlehem auf dem Reiseplan des Papstes und schon am frühen Morgen war der christliche Vorort Beit Jala im Ausnahmezustand. Leider hatten wir uns zu spät um Tickets für die morgendliche Messe bemüht, sodass wir nicht mehr mit einem Besuch des abgeriegelten Krippenplatzes gerechnet hatten. Dem Brotmann unsere scheinbar ausweglose Lage geschildert, kehrte er nach einigen Minuten eilig aus seiner nahe gelegenen Wohnung mit zwei Karten zurück. Nun müssten auch wir uns beeilen, denn der Einlass ende schon in einer halben Stunde. Auch das Fehlen der letzten Karte für uns insgesamt drei Volontäre des SOS-Kinderdorfes sollte sich schnell lösen, als auch die Sekretärin des benachbarten Priesterseminars eine Karte für uns übrig hatte. (weiterlesen…)

Am Ende am Anfang

Sonntag, 15. März 2009

Der alte Teil der Geburtskirche

Der alte Teil der Geburtskirche

Immer noch in schwarz gekleidet und mit den Erfahrungen des Tages in meinem Kopf sitze ich nun in unserer gerade neu bezogenen Wohnung in Beit Jala, dem christlichen Vorort Bethlehems.

Vor gut sechs Wochen haben mein Mitfreiwilliger Tobias und ich uns dafür entschieden, für jeweils drei Wochen zu unserer Arabischlehrerin ziehen und sie bei der Arbeit mit ihrem kranken Mann unterstützen. Zusätzlich zu dem stetig schlechter werdenden Gesundheitszustandes ihres Mannes Ibrahim, hatte sie sich ihren rechten Arm gebrochen und war nun mit dem anstehenden Haushalt und der Pflege ihres Mannes völlig überfordert (weiterlesen…)

Wenn der Konflikt aufdringlich wird

Samstag, 21. Februar 2009

In den letzten Tagen häuften sich die Einblicke in ein Leben unter dem palästinensisch-israelischen Konflikt, sodass ich mit einem Bericht über das Geschehene nicht mehr warten konnte.

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Auch in der Straßenkunst ist der Konflikt das tonangebende Thema. Hier ein Werk des englischen Straßenkünstlers Banksy

Seit einigen Monaten haben mein Mitfreiwilliger im SOS-Kinderdorf und ich uns auf die Odysee der Visumssuche gemacht.

Nachdem wir vergebens die beängstigende Bürokratie des israelischen Innenministeriums durchschritten hatten, fühlten sich am Ende niemand für zwei Volontäre in den palästinensischen Gebieten verantwortlich und verwiesen uns an das Innenministerium der Palästinensischen Autonomiebehörde in Bethlehem.

Dort sollten wir dann einen dreisprachigen  Antrag auf ein Volontärs-Visum stellen, der uns dann, wiederum an das israelische Innenministerium weitergeleitet, mit einem Visum versorgen sollte. (weiterlesen…)

Ausflucht in die Einsamkeit

Mittwoch, 4. Februar 2009
Die Wüste als Ladestation für die Seele

Die Wüste als Ladestation für die Seele

Da ich nun seit einer guten Woche bei meiner Arabischlehrerin wohne, begann mein freier Tag mit einem für Bethlehem ganz außergewöhnlichen Ausflug. Am Abend sollte es Schweinesteaks geben und somit machten wir uns auf nach Beit Jala, einen christlichen Vorort Bethlehems, um bei einem der wenigen Fleischer die Schweinefleisch anbieten unsere Steaks einzukaufen.

Da der muslimische Taxifahrer ein Freund der Arabischlehrerin war, konnten wir ausnahmsweise auch das Fleisch in seinem Auto transportieren. Anders als bei alkoholischen Getränken, für die einige Muslime schon einmal eine Ausnahme machen, ist es undenkbar, dass ein muslimischer Palästinenser Schweinefleisch isst.

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Von vergessenen Zisternen und Spontanität im SOS-Kinderdorf

Montag, 2. Februar 2009

Ein spontaner Abstieg in die Unterwelten des SOS-Kinderdorfes hat mich dazu bewogen, kurz das SOS-Kinderdorf Bethlehem vorzustellen und meine Arbeit zu schildern.

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Das SOS-Kinderdorf Bethlehem

Neben der direkten Betreuung der Kinder im Dorf, bemüht sich SOS-Palästina zudem mit einem Familienstärkungsprogramm Kindern das Aufwachsen in der biologischen Familie zu sichern, indem sie Eltern mit gesundheitlichen oder finanziellen Problemen unterstützen und die Gemeinschaften für diese Problematiken sensibilisieren und einen gesellschaftlichen Rückhalt der Dorfgemeinschaft reanimieren oder aufbauen.

Außerdem bieten fünf medizinische Zentren in der Westbank und eins in Gaza der palästinensischen Gesellschaft eine wichtige Anlaufstelle für eine grundlegende medizinische Versorgung und psychologische Betreuung, die insbesondere der Behandlung traumatisierter Kinder dient.

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Schlafwandelnde Zoobesuche

Mittwoch, 28. Januar 2009
Die Stadt im nächtlichen Tiefschlaf

Die Stadt im nächtlichen Tiefschlaf

Das Redaktionstreffen für die gemeinsame Freiwilligenzeitung meiner Trägerorganisation, der Weltweiten Initiative, hatte etwas länger gedauert und so kam es, dass ich erst um 2 Uhr nachts meinen Heimweg aus der deutschen Schule antreten konnte. Ich hatte ca. eine Stunde Fußweg vor mir und machte mich auf durch eine Stadt, die sich, wie es schien, gerade in einer kollektiven Tiefschlafphase befand.

Allein umherstreifende Straßenhunde suchten noch in den Abfällen des Tages nach ihrem Abendessen und machten sich durch ein anhaltendes Jaulen bemerkbar. (weiterlesen…)

Ein Freiwilligendienst im Vorderen Orient

Mittwoch, 21. Januar 2009
Christopher Hohn

Christopher Hohn

Nachdem ich im Juni 2008 meine Schulzeit mit dem Abitur abgeschlossen hatte und als tauglich gemustert worden war, stand mir ab August ein Ersatzdienst, ein Freiwilliges Soziales Jahr im SOS-Kinderdorf in Bethlehem bevor. Nun bin ich schon seit fünf Monaten im Vorderen Orient und die Hälfte meines Freiwilligendienstes wird mich bald einholen.

In der mir vorher so unbekannten arabischen Kultur fällt es mir noch schwer, mich vor der Fülle an täglichen Erfahrungen in der Geburtsstadt Jesu zu schützen. Überall lauern neue Möglichkeiten, von meiner arabischen Umwelt und dem Leben überrascht zu werden. (weiterlesen…)