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	<title>UK - Unsere Kirche: Blogs &#187; Günter Apsel, Florida</title>
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	<description>Unsere Kirche - weltweit</description>
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		<title>»Calvin ist schon lange tot« &#8211; Es lebe Calvin!</title>
		<link>http://blog.unserekirche.de/2009/07/13/%c2%bbcalvin-ist-schon-lange-tot%c2%ab-es-lebe-calvin/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 06:44:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apsel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Günter Apsel, Florida]]></category>

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		<description><![CDATA[Offen gestanden hatte ich es mir schon ein wenig anders vorgestellt. Vorgestern war der Gedenktag: 500. Geburtstag des Reformators Johannes Calvin! Klar, dass ich an diesem Sonntag dorthin gehörte, wo er noch bekannt ist oder neu ins Licht gestellt werden wird. Unabweislicher Zielpunkt: die Presbyterianer.
Gesucht und gefunden
Das Internet macht&#8217;s möglich. En masse werden mir da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_593" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/07/2009-07-13-Juli-2009-1.-Haelfte004.jpg"><img class="size-medium wp-image-593" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/07/2009-07-13-Juli-2009-1.-Haelfte004-250x187.jpg" alt="John Calvin Presbyterian Church Orlando Fl" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">John Calvin Presbyterian Church Orlando Fl</p></div>
<p>Offen gestanden hatte ich es mir schon ein wenig anders vorgestellt. Vorgestern war der Gedenktag: 500. Geburtstag des Reformators Johannes Calvin! Klar, dass ich an diesem Sonntag dorthin gehörte, wo er noch bekannt ist oder neu ins Licht gestellt werden wird. Unabweislicher Zielpunkt: die Presbyterianer.</p>
<h3>Gesucht und gefunden</h3>
<p>Das Internet macht&#8217;s möglich. En masse werden mir da presbyterianische Kirchen in Central Florida vorstellt. An allen Orten. Üblicher Weise heissen die meisten von ihnen &#8220;First Presbyterian Church&#8221;, dann kommt der Ort. Heilige Einfallslosigkeit. Bei der raschen Durchsicht bleibe ich an einem Eintrag hängen, der mir die Erfüllung meiner Wünsche verspricht: &#8220;John Calvin Presbyterian Church&#8221;. Das muss es sein.<span id="more-590"></span></p>
<h3>Von Calvin keine Spur</h3>
<div id="attachment_592" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/07/2009-07-13-Juli-2009-1.-Haelfte001.jpg"><img class="size-medium wp-image-592" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/07/2009-07-13-Juli-2009-1.-Haelfte001-250x187.jpg" alt="John Calvin Presbyterian Church - Innenansicht" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">John Calvin Presbyterian Church - Innenansicht</p></div>
<p>Freundliche Begrüssung an der Tür. Ich werde als Fremdling &#8211; pardon: Besucher &#8211; identifiziert. Ja, sage ich, zum erstenmal hier, wegen der Birthday Party, füge ich ein wenig provokativ hinzu, lasse dann &#8211; nach der kleinen Ratlosigkeit der Dame &#8211; die Katze aus dem Sack: 500 Jahre und so weiter. Ach ja, sagt sie, sie erinnere sich.</p>
<p>In der zweiten Begrüssungsschranke stosse ich auf den Pastor und auf einen Ältesten. Wiederholung der Szene. Ja, ja, sagt er, manchmal fragen die Leute, wer denn der Calvin sei. Dann antworte ich immer: Der ist schon lange tot.</p>
<p>Es kommt mir nicht in den Sinn, mein sonntägliches Heil woanders zu suchen. Schliesslich ist es 11 Uhr. Das ist die letzte Schicht. Hier gibt es nur diesen einen Gottesdienst.</p>
<p>Immerhin erwähnt der Pastor später bei dem an alle gerichteten Willkommensgruss, dass Calvin, der Namensgeber der Kirche, vor 500 Jahren geboren sei. In einem Satz. Billiger geht&#8217;s nicht. Wahrscheinlich wollte er mir einen Gefallen machen.</p>
<h3>Die Tage sind gezählt</h3>
<p>111 Mitglieder hat die Gemeinde. Früher waren es mal um die 250. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Struktur des Stadtteils verändert. In der Mehrzahl jetzt mexikanische Einwanderer. Die aber sind katholisch. So kann man es fast für einen glücklichen Umstand ansehen, dass bald Schluss ist.</p>
<p>Die Kommune braucht das Grundstück zur Erweiterung der benachbarten Schule. Der Vertrag ist schon in trockenen Tüchern: 2,8 Millionen Dollar Kaufpreis.</p>
<p>Das alles erfahre ich beim Beisammensein nach dem Gottesdienst. Fast scheint man erleichtert zu sein, diesen Ausweg gefunden zu haben. Dabei ist die Gemeinde erst in den sechziger Jahren gegründet worden. Beginn im zuerst gebauten Gemeindesaal. Das Kirchengebäude kam erst 1984 dazu.</p>
<p>Eine einfache, doch recht schöne Gemeindekirche. Der Abriss wird im Herbst sein. Das Geld geht in die Synodenkasse. &#8211; Ich gebe meine E-mail-Anschrift ab und bitte, zum Abschiedsgottesdienst eingeladen zu werden. Nicht mehr als eine Gefühlsanwandlung.</p>
<p>Minnette fiel mir auf. Sie rief im Gottesdienst zur Aktion &#8220;Christmas in July&#8221; auf. Eine Spendenaktion für bedürftige Kinder. Begründung: Zu Weihnachten gibt&#8217;s eh genug. Jetzt sei es wichtiger. Die Spielsachen oder die Kleidung, die zusammenkommen, werden an das Community Center gegeben und von dort an Bedürftige verteilt werden.</p>
<h3>Wie&#8217;s weiterging</h3>
<div id="attachment_595" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/07/2009-07-13-Juli-2009-1.-Haelfte013.jpg"><img class="size-medium wp-image-595" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/07/2009-07-13-Juli-2009-1.-Haelfte013-250x187.jpg" alt="Jim aus Mississippi: Straßenverkauf aus Not" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Jim aus Mississippi: Straßenverkauf aus Not</p></div>
<p>Ich bin an diesem Sonntag allein, das heisst ohne meine Frau. So versuche ich noch, ein paar Impressionen einzufangen. Irgendwo an der Orange Avenue hat Jim aus Mississippi einen Stand aufgebaut, will allerhand Überflüssiges zu Geld machen. Vor drei Jahren hierher gekommen. Vor Monaten den Job verloren, danach die Wohnung. Ich wünsche ihm Erfolg und weiss, wie aussichtslos es ist.</p>
<p>Den Supermarkt gleich um die Ecke betrete ich nur, um mir ein Bild zu machen. Rappelvoll, ich wusste es ja vorher. Ich zücke die Kamera und drücke drauf. Mehr geht nicht, da ich sogleich höflich, aber bestimmt von einer Bediensteten darauf hingewiesen werde, dass solches nicht gestattet sei.</p>
<div id="attachment_596" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/07/2009-07-13-Juli-2009-1.-Haelfte017.jpg"><img class="size-medium wp-image-596" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/07/2009-07-13-Juli-2009-1.-Haelfte017-250x187.jpg" alt="Rappelvolelr Supermarkt: Weihnachten im Juli" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Rappelvolelr Supermarkt: Weihnachten im Juli</p></div>
<p>Der Sonntag ist zum Shopping-Tag verkommen. Niemand findet etwas dabei. Auch die Kirchentreuen nicht. Denn sonst sähe ich nicht so viele Autos mit Bekenntnisaufklebern auf den Parkplätzen.</p>
<h3>Keine allgemeine Flaute</h3>
<p>Die deprimierende Calvin-Erfahrung darf nicht verallgemeinert werden. Zwar tut man sich hierzulande nicht sonderlich schwer damit, Kirchen zumal, wenn sie an begehrten Plätzen gelegen sind, zu verkaufen, jedoch meist, um sie an anderer Stelle neu erstehen zu lassen. Neu und grösser.</p>
<p>Die Tageszeitung (sie erscheint auch am Sonntag) widmet heute unter der Überschrift &#8220;The Resurrection of St. James Cathedral&#8221; eine volle Seite der anstehenden Renovierung der örtlichen römisch-katholischen Bischofskirche.</p>
<p>Renovierung wird ahnungslos als Auferstehung verstanden. Immerhin werden 10 Millionen dafür locker gemacht. Dabei ist das Gotteshaus keine sechzig Jahre alt. Allein für die künstlerisch gestalteten Fenster ist eine Million veranschlagt worden.</p>
<h3>Das Erbe investieren&#8230;</h3>
<p>Da weiss man, wo die Glocken hängen. Im Gemeindeblatt dieser Gemeinde ist mir die direkte Werbung für die Überlassung des Erbes an die Kirche aufgefallen. Es sei die beste Investition, hiess es da. Denn damit sichere man den Fortbestand des katholischen Glaubens. So ähnlich. Und wohl auch nicht ohne Wirkung.</p>
<div id="attachment_594" class="wp-caption alignright" style="width: 197px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/07/2009-07-13-Juli-2009-1.-Haelfte003.jpg"><img class="size-medium wp-image-594" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/07/2009-07-13-Juli-2009-1.-Haelfte003-187x250.jpg" alt="»Brauchen Sie noch etwas?«" width="187" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">»Brauchen Sie noch etwas?«</p></div>
<p>Zu den grossen Innenstadtgemeinden ist auch die &#8211; dreimal darf man raten &#8211; &#8220;First Presbyterian Church Orlando&#8221; zu zählen: 4.800 Mitglieder. Jahresetat: 6,3 Millionen. Das heisst pro Mitglied mehr als tausend Dollar pro Jahr. Bezogen auf die Gottesdienstteilnehmer stellt es sich so dar, dass pro Kopf ein weit höherer Betrag aufgebracht wird, um die 3.100 Dollar.</p>
<p>Ganz beeindruckend ist in dieser Gemeinde das Engagement, das für die Kinder- und Jugendarbeit aufgebracht wird. Mehr als 3.200 sind in den verschiedenen Programmen eingeschrieben. Ein Beitrag für das ganze Gemeinwesen, der gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.</p>
<h3>Schliessen wir mit Calvin!</h3>
<p>Ich oute mich, wenn auch nur ein wenig. Ich habe als Konfirmand den lutherischen Katechismus auswendig gelernt, habe unter anderem in Basel bei Karl Barth studiert und mich schliesslich uniert, d.h. auf das Gesamtzeugnis der Reformation, ordinieren lassen.</p>
<p>Vor einiger Zeit gab es ein in Holland aufgelegtes Quiz, an dem man erkennen können sollte, wieviel calvinistisches Gedankengut in einem steckt. Ich landete mit meiner 90-Prozent-Erfolgsquote erstaunlich weit oben.</p>
<p>Es lebe Calvin? Er hätte es sofort korrigiert in &#8220;Soli Deo Gloria&#8221;, was wiederum den Menschen nicht klein, sondern gross macht. So viel zur calvinistischen Lehre. (Was man doch auf so einem UK-Blog alles transportieren kann! Und keiner pfeift einen zurück).</p>
<p>Bis zum nächsten Mal!</p>
<p>Günter Apsel</p>
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		<title>Über die Gefährlichkeit des Lebens &#8211; in Orlando, Florida, und anderswo</title>
		<link>http://blog.unserekirche.de/2009/06/30/uber-die-gefahrlichkeit-des-lebens-in-orlando-florida-und-anderswo/</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 08:44:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apsel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Günter Apsel, Florida]]></category>

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		<description><![CDATA[Orlando steht, wie jedes Kind weiss, für Entertainment. Vor allem dank Disney. Vor etlichen Jahren nannte eine angesehene deutsche Wochenzeitung unsere Ansiedlung im Herzen Floridas die &#8220;Welthauptstadt der Illusion&#8221;.
Ich fand es eine schmeichelhafte Übertreibung. Denn wer will sich denn im Ernst mit Las Vegas messen, wo jeden Tag Tausende ihre Illusion, mit einem Schlag reich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_581" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-30-DSCN0327-11.jpg"><img class="size-medium wp-image-581" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-30-DSCN0327-11-250x187.jpg" alt="Gewalt in den Straßen: Ein mutmaßlicher Täter wird abgeführt" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Gewalt in den Straßen: Ein mutmaßlicher Täter wird abgeführt</p></div>
<p>Orlando steht, wie jedes Kind weiss, für Entertainment. Vor allem dank Disney. Vor etlichen Jahren nannte eine angesehene deutsche Wochenzeitung unsere Ansiedlung im Herzen Floridas die &#8220;Welthauptstadt der Illusion&#8221;.</p>
<p>Ich fand es eine schmeichelhafte Übertreibung. Denn wer will sich denn im Ernst mit Las Vegas messen, wo jeden Tag Tausende ihre Illusion, mit einem Schlag reich zu werden, bitter bereuen und bezahlen müssen?<span id="more-575"></span></p>
<h3>Vor allem Sicherheit</h3>
<p>Einerlei. Orlando kann sich mit einer Vielzahl von familienfreundlichen Themenparks durchaus sehen lassen. Seit Walt Disney die Region vor mehr als dreissig Jahren als investitionsgeeignet entdeckt und entsprechend aufgemöbelt hat, kann man sich zur Hochsaison draussen vor der Stadt, wo sich die aufnahmebereiten, bezahlbaren Hotels zu hunderten und die Belustigungsparks im guten Dutzend befinden, vor Touristen kaum retten.</p>
<p>Das soll so bleiben. Denn davon lebt man hier, und man lebt nicht schlecht. Disney allein beschäftigt mehr als 20.000. So wird denn auch alles dafür getan, die vergnügungs- und erholungssuchende Menge mit allerlei Extras zu verwöhnen.</p>
<p>Dabei sind die Hotelshuttles, mit denen man umsonst hin- und herfahren kann, nur eine dieser angenehmen Zutaten. Vor allem aber ist man darauf bedacht, den Besuchern das zu geben, was sie unbedingt brauchen, um auf ihre Kosten zu kommen: Sicherheit.</p>
<h3>Unrühmlicher Spitzenplatz</h3>
<div id="attachment_583" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-30-DSCN04342.jpg"><img class="size-medium wp-image-583" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-30-DSCN04342-250x172.jpg" alt="Orlando/Florida: Hohe Kriminalitätsrate, aber nicht überall.." width="250" height="172" /></a><p class="wp-caption-text">Orlando/Florida: Hohe Kriminalitätsrate, aber nicht überall..</p></div>
<p>Deshalb gerät regelmässig alle Welt in den Zustand höchster Erregung, sobald trauriger Weise von einem Übergriff auf unschuldige Touristen berichtet werden muss. Das geschieht vor allem am International Drive, einer ausgedehnten Zone, mit unzähligen kleineren und grösseren Attraktionen ausgestattet, mit Geschäften und Hotels reich bestückt. Und besonders im Dunkeln kann&#8217;s schon mal gefährlich werden.</p>
<p>Es geschieht selten. Doch jeder Diebstahl, jeder Betrug, jede körperliche Gewaltanwendung ist einer/eine zu viel. Solches könnte die magnetische Anziehungskraft der Urlaubsregion schwächen. Das aber kann niemand wollen.</p>
<p>Wie nun passt die Meldung in diese Zielvorgabe, die ich jetzt in der online-Ausgabe eines überregionalen Nachrichtendienstes lesen muss? Dort erfahre ich, dass Orlando unter den 25 Orten (in Amerika) mit den höchsten Kriminalitätsraten einen unrühmlichen fünften Platz einnimmt. Orlando in Nachbarschaft zu Chicago, Detroit und Baltimore? Ja, leider.</p>
<h3>Schaden abwenden</h3>
<p>Der Schaden, der durch eine solche Meldung entstehen könnte, könnte ja nicht nur in die Millionen gehen, sondern auch dem Ansehen unserer superschönen Stadt schaden. Deshalb würde ich sie am liebsten in die Nähe von Falschmeldungen rücken.</p>
<p>Da das nicht geht, sind aus meiner Sicht mindestens zwei Klarstellungen fällig. Erstens: Das Leben ist grundsätzlich überall gefährlich. (Ich könnte dazu aus eigener leidgeprüfter Erfahrung einiges berichten, zum Beispiel aus Mexiko City). Zweitens: Orlando ist nicht Orlando. Die für uns so ungünstige Statistik ist nämlich nur auf einen bestimmten Stadtteil zu beziehen, in den man sich als Tourist kaum verlaufen wird. (Ich wiederhole: Nur auf diesen einzigen, kleinen Bereich ist die Zahl 9:1 anwendbar. In diesem Verhältnis läuft man dort &#8211; und auch nur statistisch &#8211; Gefahr, Opfer eines Übergriffes zu werden. Nahe an Downtown, zwanzig oder mehr Kilometer weg von den Attraktionen).</p>
<h3>Nonstop Frankfurt &#8211; Orlando</h3>
<p>Zwei Punkte, die genügen, wie ich hoffe, Orlando auch in Deutschland von einer gar nicht vorhandenen schwarzen Liste zu nehmen und es  als mögliches Ziel für einen der nächsten US-Trips nicht nur nicht zu übersehen, sondern eher zu befürworten. Ein solcher Ferientrip lässt sich mit Hilfe der guten, alten Lufthansa leicht bewerkstelligen. Sie fliegt täglich Frankfurt-Orlando und zurück.</p>
<div id="attachment_584" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-30-DSCN0525.jpg"><img class="size-medium wp-image-584" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-30-DSCN0525-250x161.jpg" alt="Im Sommer angenehm: Relaxen im Pool" width="250" height="161" /></a><p class="wp-caption-text">Im Sommer angenehm: Relaxen im Pool</p></div>
<p>Was mich schwer wundert. Früher wurden wir durch den Ferienflieger LTU (Air Berlin) bedient. Einmal die Woche. Nach dem Septemberattentat (2001) flachte es merklich ab, was mich dazu veranlasste, meine Flüge gleich im Sechserpack zu kaufen: ein klarer Rettungsversuch. Doch es konnte den Niedergang nicht aufhalten. Die Flieger waren meist nur zu einem Drittel voll. Eines Tages wurde der Zielflughafen Orlando aufgegeben</p>
<p>Doch dann kam Lufthansa. Fliegt täglich und ist voll, obwohl ich selbst die Linie nur ganz selten nutze. Ich fliege meist auf Umwegen, mal mit Stopover in Philadelphia, mal in Chicago, mal in Washington oder auch &#8211; wie beim nächsten Mal &#8211; in Miami. Viel billiger! Das gibt den Ausschlag.</p>
<h3>Vorsicht ist geboten</h3>
<p>Noch ein paar Bemerkungen zum Stichwort Kriminalität. Dass es geraten ist, sich generell in Acht zu nehmen &#8211; wer wüsste es nicht? Und doch muss es immer wieder in Erinnerung gerufen werden. Dass in Amerika die Zahlen ungleich höher sind als in Europa, liegt natürlich auch an der Waffenfreiheit, die selbst den Besitz gefährlichster Schusswaffen, die schwerlich nur zur eigenen Verteidigung dienen, einschliesst. Hier hat Obama noch viel zu tun.</p>
<p>Dagegen steht die mächtige Waffenlobby. Wer dieses &#8220;heisse Eisen&#8221; anfasst, hat kaum eine Möglichkeit, wiedergewählt zu werden. Weshalb man vermuten darf, dass der Präsident das Thema erst in seiner zweiten Amtsperiode (Wiederwahl vorausgesetzt) aufgreifen wird.</p>
<h3>Häftlinge als Exportartikel</h3>
<p>Auch abgesehen von der benannten Problemzone in Downtown Orlando: Die Zahlen steigen signifikant. Die Gefängnisse sind voll bis überfüllt. Neue bauen? Das verbietet sich fast angesichts der knappen Finanzen. So wird derzeit allen Ernstes erwogen, Straffällige in andere Einzelstaaten zu exportieren.</p>
<p>Es rechnet sich, heisst es, zumal dann, wenn man privat geführte Anstalten nutzen würde. Die gibt&#8217;s wirklich. Dass die Lokalnachrichten im Fernsehen ganz überwiegend der Berichterstattung über Mord und Totschlag, über Hauseinbrüche und Überfälle, zumal auf Banken, gewidmet sind, ist in meinen Augen eine Merkwürdigkeit, an die ich mich nicht gewöhnen kann.</p>
<h3>Untaugliche Selbstbedienung</h3>
<div id="attachment_585" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-30-DSCN04351.jpg"><img class="size-medium wp-image-585" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-30-DSCN04351-250x187.jpg" alt="&quot;Downtown&quot; Orlando" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Downtown&quot; Orlando</p></div>
<p>Die Topmeldung gestern zeigte eine Story, die am besten mit der Überschrift &#8220;Sieben auf einen Streich&#8221; zu versehen waere. Ein Einbruch, fast filmreich. Statt einer Alarmanlage hatten die Bewohner des Einfamilienhauses an mehreren Stellen des Hauses Kameras eingebaut. So konnte man nicht nur sehen, wie die Jugendlichen &#8211; beiderlei Geschlechts &#8211; die Scheibe zerschlugen und dann recht unbekümmert einstiegen, so als hätten sie Übung darin.</p>
<p>Wir am Bildschirm Zuschauenden wurden Zeugen einer gewissen Lebenslust: Sie besorgten sich erst einmal Bier aus dem Kühlschrank und checkten dann das Inventar, bevor sie sich zur Mitnahme der Gegenstände entschlossen, die ihnen gefielen.</p>
<p>Alles im Bild festgehalten, dauerte es nicht lange, bis sich alle sieben hinter Schloss und Riegel befanden. Noch dümmer stellte sich kürzlich ein Bankräuber an, der mutig an den Schalter trat und der Kassiererin einen entsprechenden Zettel vor die Nase hielt: Geld her oder du bist dran.</p>
<p>Unser Freund hatte allerdings in seinem blinden Arbeitseifer den Polizisten übersehen, der nur ein paar Schritte seitab routinemässig auf der Lauer sass. Es gab einen Ringkampf, in dessen Folge sich der Geldhungrige zwar befreien konnte. Er ergriff die Flucht, wurde aber bald gefasst und sitzt nun ein.</p>
<h3>Nützliche Verbrauchertipps</h3>
<p>Auf dem Gebiet der Kleinkriminalität hat wohl jeder seine eigene Erfahrung, sei es auf der Prager Karlsbrücke oder eben am International Drive in Orlando. Ich selbst habe hier immer den OBT (Orange Blossom Trail) für besonders gefährlich gehalten.</p>
<p>Dort, so sagte ich meinen Freunden in Deutschland schon bald, nachdem ich mich hier niedergelassen hatte, sollte man besonders vorsichtig sein. Wie? Immer die Autotüren verriegelt halten. Sollte man &#8211; etwa bei einem Rotlichtstop, bei der Verkehrsampel also &#8211; einen kleinen Bums von hinten abbekommen, so sollte man nicht aussteigen, sondern (bei Grün) zügig weiterfahren.</p>
<div id="attachment_587" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-30-DSCN043211.jpg"><img class="size-medium wp-image-587" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-30-DSCN043211-250x187.jpg" alt="Herein nur mit Erlaubnis: Geschützter Wohnbereich" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Herein nur mit Erlaubnis: Geschützter Wohnbereich&quot;gated community&quot;</p></div>
<p>Falscher Mut zahlt sich in der Regel nicht aus. &#8211; Wir leben übrigens in einer gated community: Man kommt nur rein, wenn man ein Resident ist oder wenn der Resident es zulässt. Der Guard ruft aus seinem Wächterhäuschen heraus an und öffnet, falls der Besuch willkommen ist, das Tor. So möchte ich nicht wohnen, höre ich manchen sagen und kann es sogar verstehen.</p>
<p>So möchte ich nicht wohnen, wäre damals, bevor wir hier einzogen, auch meine Reaktion gewesen. Inzwischen weiss ich es zu schätzen. Wer weiss, wie wenig ich nach meinen doch recht häufigen Deutschlandaufenthalten hier noch vorgefunden hätte, hätte ich die Wohnung unbewacht sich selbst überlassen. Es hat eben alles zwei Seiten.</p>
<h3>Ein Fall für sich</h3>
<p>Zum Abschluss: Die Nahaufnahme Orlando wäre unvollständig, würde ich nicht den Fall Casey Anthony mindestens kurz erwähnen. Das geht nun schon seit einem Jahr fast täglich durchs TV. Ein zweijähriges Mädchen (Caylee, Tochter der Casey) verschwunden zuerst, dann &#8211; nach Monaten des Suchens &#8211; tot aufgefunden. Hauptverdächtige für den Mord: die eigene Mutter. &#8211; Nach einem Jahr ist der Prozessbeginn noch nicht in Sicht.</p>
<div id="attachment_588" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-30-DSCN0536.jpg"><img class="size-medium wp-image-588" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-30-DSCN0536-250x187.jpg" alt="Die Nachbarschaft passt mit auf..." width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Die Nachbarschaft passt mit auf...</p></div>
<p>Es ist das amerikanische Rechtssystem, das immer neue Verzögerungstaktiken der Verteidigung ermöglicht. Zwischendurch war sogar beantragt worden, den Prozessort zu wechseln, da die hiesige Bevölkerung in ihrer überwiegenden Mehrheit das Urteil schon gesprochen habe: Todesstrafe. (Die gibt&#8217;s wirklich noch in Florida). Dieses Klima der erkennbaren Vorverurteilung könne, so argumentierte der Anwalt, die Geschworenen beeinflussen. Der Antrag wurde abgewiesen.</p>
<h3>Auf geht&#8217;s</h3>
<p>Im übrigen steht Amerika derzeit nicht nur unter dem Schock des Verlustes von M.J., sondern auch unmittelbar vor einem der grossen Höhepunkte des Jahres: Independence Day am kommenden Sonnabend. Feuerwerkskörper, in rauen Mengen werden sie verkauft. Barbeque gehört dazu. Und Bier. Und Football live (im Fernsehen). Mit anderen Worten: ein Fest für Leib und Seele.</p>
<p>Alles Gute bis zu nächsten Mal!</p>
<p>Günter Apsel</p>
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		<title>Gutes tun leicht gemacht</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 03:53:48 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Günter Apsel, Florida]]></category>

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		<description><![CDATA[Jeden Tag flattern die Spendenbitten ins Haus, mit der Post. Da kann man schon ins Stöhnen kommen: ein Spiegelbild der Not. Mancher sagt dann wohl: Man kann ja nicht allen helfen &#8211; und gibt nichts. Ich kenne solche und beneide sie nicht. Dass es um die richtige Auswahl geht, versteht sich von selbst.
Telefonwerbung &#8211; eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_569" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-24-DSCN042031.jpg"><img class="size-medium wp-image-569" title="Amerika hat's erfunden: Kein Krankenhaus ohne Fundraiser und Sponsoren" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-24-DSCN042031-250x187.jpg" alt="Amerika hat's erfunden: Kein Krankenhaus ohne Fundraiser und Sponsoren" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Amerika hat&#39;s erfunden: Kein Krankenhaus ohne Fundraiser und Sponsoren</p></div>
<p>Jeden Tag flattern die Spendenbitten ins Haus, mit der Post. Da kann man schon ins Stöhnen kommen: ein Spiegelbild der Not. Mancher sagt dann wohl: Man kann ja nicht allen helfen &#8211; und gibt nichts. Ich kenne solche und beneide sie nicht. Dass es um die richtige Auswahl geht, versteht sich von selbst.</p>
<h3 style="text-align: left;">Telefonwerbung &#8211; eine wahre Seuche</h3>
<p>Das mit der Post geht ja noch. Unangenehm sind die Anrufe, die &#8211; meist gerade zur Essenszeit &#8211; eingehen und das, obwohl wir uns für ein paar Dollar auf eine Liste setzen liessen, die unerwünschte Anrufe eigentlich verhindern sollte.<span id="more-557"></span></p>
<p>Gestern zum Beispiel, war eine Dame an der Strippe, die für die Veteranen Geld eintreibt. Sie lockte damit, dass sie uns unsere Nachbarn (allerdings anonym) vorhielt, die alle ganz gut gegeben hätten. Als sie merkte, dass meine Frau dennoch zögerte, ging sie mit ihrer Forderung runter. Es könnten ruhig fünf Dollar weniger sein, also zwanzig statt der anfangs verlangten fünfundzwanzig, &#8220;denn Sie haben eine so freundliche Stimme&#8221;. Discount für Freundlichkeit.</p>
<h3>Längst nicht alles kommt an</h3>
<p>Immer wieder wird bekannt, dass Spendenfirmen dieser Art zuerst (und manchmal vor allem) an sich selbst denken. Oft kommt nur ein Bruchteil der eingeworbenen Gelder bei denen an, für die es bestimmt ist. Da ist es allemal vernünftig, den Scheck direkt an die Empfängerorganisation seiner Wahl zu schicken.</p>
<p>Amerika ist das grosse Vorbild im Fundraising. Als wir vor fünfzehn Jahren unsere Wohnung bezogen, charakterisierte der Voreigentümer den Nachbarn Bill mit den Worten: Das ist ein tüchtiger Fundraiser; der hat im vergangenen Jahr eine Million gemacht. Wofür? Ich weiss es nicht mehr.</p>
<h3>
<div id="attachment_570" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-24-DSCN042111.jpg"><img class="size-medium wp-image-570" title="Spenden: Was wirklich ankommt, weiß man nicht immer" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-24-DSCN042111-250x187.jpg" alt="Spenden: Was wirklich ankommt, weiß man nicht immer" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Spenden: Was wirklich ankommt, weiß man nicht immer</p></div>
<p>Unendlich viel Möglichkeiten</h3>
<p>Ins Haus flattern in unregelmässigen Abständen die Werbeflyer von Amnesty International, vom Roten Kreuz, von UNICEF und unzähligen anderen internationalen Hilfsorganisationen, dazu aber auch jede Menge lokaler und nationaler Initiativen, ob es nun ein Hilfsfonds des Sheriffs ist, aus dem Aktivitäten für Jugendliche finanziert werden sollen, oder die Organisation Habitat for Humanity, die Häuser für Bedürftige  zu erschwinglichen Konditionen baut (hier ist Jimmy Carter ein zugkräftiges Aushängeschild): Alle setzen auf die Gebefreudigkeit der Angesprochenen.</p>
<h3>Eine Karriereleiter der besonderen Art</h3>
<p>Heute erreichte mich ein Werbebrief von Human Rights Watch. Er besticht durch seine klare, sachgerechte Information. Ausserdem: Man kann seine Karriere durch entsprechende Spenden selber gestalten. Die Stufen sind Advocate (mit einer Jahresspende von 35 Dollar), Investigator (50 Dollar), Researcher (75 Dollar), Partner (100 Dollar), Monitor (250 Dollar). Mit &#8220;Global Defender&#8221; (500 Dollar) hat man dann die Spitzenposition erreicht.</p>
<h3>So macht man sich einen Namen</h3>
<p>Man hat das Gefühl, dass es kaum einen Bereich gibt, der ohne Sponsoren auskommt. Geht man ins Theater, so findet man im Programm nicht nur den Titel und die Namen der Mitwirkenden aufgeführt. Da ist auch eine ganze Seite den mehr oder weniger Betuchten gewidmet, die den Laden aufrecht erhalten. Namen und Beträge werden genannt und niemand findet das auch nur im entferntesten anstössig.</p>
<h3>
<div id="attachment_571" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-24-DSCN041621.jpg"><img class="size-medium wp-image-571" title="Sponsoren hinter Plexiglas" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-24-DSCN041621-250x187.jpg" alt="Sponsoren hinter Plexiglas" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Sponsoren hinter Plexiglas</p></div>
<p>Bleibende Denkmale</h3>
<p>Dasselbe im Krankenhaus. Schon im Eingangsbereich sind die Firmen oder Einzelpersonen in erhabener goldener Schrift an der Plexiglaswandtafel angebracht. Ob es die Einrichtung ohne sie womöglich gar nicht gäbe? Die Frage drängt sich auf. Orlando Health (so der Name der Klinik) besteht aus mehreren Einheiten. Ein Gebäude trägt den Namen &#8220;Winnie Palmer Hospital&#8221; ein anderes ist nach Arnold Palmer benannt. Das bleibt bestehen, auch wenn man selbst nicht mehr unter den Lebenden weilt.</p>
<h3>Die Grossen machen es vor</h3>
<p>Die Grossen, das sind: Bill Gates, Warren Buffett, Oprah Winfred und unzählige andere Namhafte, die es für ihre Pflicht halten, einen Teil ihres Vermögens in das Gemeinwesen zu re-investieren. Es gehört einfach zur Unternehmenskultur. Und wer will den Nutzen alle dieser Engagements bestreiten?</p>
<p>Zu den Grossen gehören auch die Spitzenpolitiker. Wenn deren Steuererklärung öffentlich gemacht wird (was regelmässig der Fall ist) und sie nur geringe Beträge an Spenden ausweisen, geraten sie in einen Erklärungsnotstand. Das war vor einer Reihe von Jahren bei Al Gore der Fall. Er wurde als Geizhals angeprangert.</p>
<h3>Ideen muss man haben</h3>
<p>Ein konkretes Beispiel. Er, ein Bekannter, arbeitet als Computerfachmann in einem Betrieb, der mittelgrosse Banken mit der nötigen Software ausstattet. Wie steht es um das Image eurer Firma? Gibt sie was raus, gebt ihr was dazu?</p>
<p>Ohne Zögern kommt die Antwort: Jeden Donnerstag entscheidet jede Mitarbeiterin /  jeder Mitarbeiter darüber, ob sie bzw. er sich an einem Hilfsprojekt beteiligen will. Einfach dadurch, was man anzieht. Kommt man in Jeans, so heisst das: Ja, ich mache mit, ich gebe fünf Dollar in den Hilfsfonds. Was dann auch geschieht. Die meisten sind dabei, sagt mein Bekannter. Ideen muss man haben.</p>
<h3>Auch die Supermärkte machen mit</h3>
<p>Jeder, der will, kann zu bestimmten Zeiten vor- und vollgepackte Einkaufstüten kaufen. Nicht fuer sich, sondern für die Bedürftigen ringsum. Auf diese Weise wird die Spende anschaulich gemacht. &#8211; Target, ein Kaufhaus mit Lebensmittelabteilung, tut sich besonders rühmlich hervor. Man gibt fünf Prozent des Gewinns an örtliche Hilfsorganisationen weiter. Das summiert sich im Laufe des Jahres zu Millionengeschenken.</p>
<h3 style="text-align: left;">
<div id="attachment_572" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-24-DSCN041912.jpg"><img class="size-medium wp-image-572" title="Auch das Arnold Palmer Hospital braucht &quot;Good works&quot;" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/2009-06-24-DSCN041912-250x187.jpg" alt="Auch das Arnold Palmer Hospital braucht &quot;Good works&quot;" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Auch das Arnold Palmer Hospital braucht &quot;Good works&quot;</p></div>
<p>Gute Werke schaffen Ansehen</h3>
<p>Gerade war ich bei Walmart, dem Giganten im Warenhausbereich. Eine schwarze Tafel im Eingangsbereich (in einer Ecke, jedoch gut sichtbar). Grosse Aufschrift: Good Works. Die Zahl: 27850 Dollar. Diesen Betrag habe diese Filiale in den vergangenen zwölf Monaten an karitative Organisationen im Ort gegeben. Und die Rallye geht weiter, wie man auf kleineren Zetteln sehen kann: 1500 an die Seniorenhilfe, 1000 für ein Alphabetisierungsprogramm, weitere 1000 für ein Kinderferiencamp und so weiter.</p>
<h3>Manchmal wird man drauf gestossen</h3>
<p>Grosszügig wie ich bin, wollte ich mir kürzlich zum Lunch zwei Burger gönnen. (Fast food &#8211; ich kenne die Einwände, doch ab und zu kommt es halt über mich). Ich wähle Cheeseburger. Mitnahme in einer Tüte, um es zu Hause in aller Ruhe zu verzehren.</p>
<p>Doch ich komme damit nicht weit. Kaum dass ich die Ess-Station verlassen habe, steht einer vor mir, dem man die Mittellosigkeit ansieht. &#8220;Gib mir einen Burger, ich habe Hunger.&#8221; Mehr nicht. So geschieht&#8217;s und ist nicht der Rede wert &#8211; ausser dass mir der verbliebene Anteil sehr gemundet hat. Ich habe es mir längst abgewöhnt, an jemanden, der mich um etwas bittet, einfach vorbeizugehen.</p>
<h3>Die Zeiten werden härter</h3>
<p>Das kleine Vorkommnis vor der Fast-food-Station kann durchaus als Zeichen für die immer noch zunehmende Krise genommen werden. Die Arbeitslosenzahlen haben inzwischen die Zehnprozentmarke überschritten. (Vor wenigen Jahren konnte sich Florida mit einer Rate von unter vier Prozent brüsten). Das schlägt gewaltig durch. Zu befürchten ist, dass die Mangelsituation im eigenen Lande die weltweite Hungerhilfe in den Hintergrund treten lässt. Das wäre dann das Schlimmste.</p>
<p>Alles Gute bis zum nächsten Mal.</p>
<p>Günter Apsel</p>
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		<title>Am Beginn der Hurricane Saison</title>
		<link>http://blog.unserekirche.de/2009/06/16/am-beginn-der-hurricane-saison/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 12:18:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apsel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Günter Apsel, Florida]]></category>

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		<description><![CDATA[Weg vom Schreibtisch, hinein ins Leben: So lautete heute morgen, nachdem ich die Zeitung gelesen hatte, meine Devise. Nicht als ob die Zeitungslektüre dafür den Anstoss gegeben hätte. Ich war vielmehr die Stubenhockerei leid.
Im Zeichen der Schwulen
Das Top-Ereignis der kommenden Woche werden die Gay-Tage sein, die alljährlich Tausende nach Orlando locken. Gay heisst schwul. Einmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_524" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/restauran-florida.jpg"><img class="size-medium wp-image-524" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/restauran-florida-250x176.jpg" alt="Speisen in Orlando-Florida" width="250" height="176" /></a><p class="wp-caption-text">Speisen in Orlando-Florida</p></div>
<p>Weg vom Schreibtisch, hinein ins Leben: So lautete heute morgen, nachdem ich die Zeitung gelesen hatte, meine Devise. Nicht als ob die Zeitungslektüre dafür den Anstoss gegeben hätte. Ich war vielmehr die Stubenhockerei leid.</p>
<h3>Im Zeichen der Schwulen</h3>
<p>Das Top-Ereignis der kommenden Woche werden die Gay-Tage sein, die alljährlich Tausende nach Orlando locken. Gay heisst schwul. Einmal im Jahr gehören die hiesigen Attraktionen, aber auch Downtown dieser aufmüpfigen Minderheit.<span id="more-521"></span></p>
<p>Aufmüpfig? Wohl nicht die richtige Vokabel. &#8220;Auftrumpfend&#8221; wäre eher zutreffend. Mir liegt jede Art von Diskriminierung fern. Jedoch habe ich Schwierigkeiten damit, dass die Homosexuellen sich oft in grellen Paraden und ähnlichem Klimbim öffentlich zur Schau stellen.</p>
<p>Aufmüpfig, auftrumpfend oder doch vielleicht nur ein Zeichen eines neuen Selbstbewusstseins, nachdem das verdeckte Leben ein Ende hat? So wird es sein.</p>
<p>Nehmen wir&#8217;s also leicht, da man ohnehin nichts dagegen machen kann. Als die mächtige Southern Baptist Convention vor Jahren aus Gründen ihres Glaubensverständnisses zum Disney-Boykott aufgerufen hatte, blieb der Erfolg mässig. (Die Baptisten in den Südstaaten bilden den bei weitem grössten protestantischen Kirchenbund in den USA). Am Ende zogen die religiösen Ordnungshüter ihren Bann zurück, gaben sich geschlagen. Disney &#8211; mit seinem  expliziten Antidiskriminierungspostulat &#8211; war stärker.</p>
<h3>Nachts geht die Post ab</h3>
<div id="attachment_523" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><img class="size-medium wp-image-523" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/ressort-250x187.jpg" alt="Parliament-House: Tagsüber nichts los" width="250" height="187" /><p class="wp-caption-text">Parliament-House: Tagsüber nichts los</p></div>
<p>Ich fahre zum Orange Blossom Trail, eine Durchgangsstrasse, die ihrem Namen keine Ehre macht. Vieles liegt danieder. Dort befindet sich das Parliament House, ein beliebter Treffpunkt für die Szene, weit über Florida hinaus.</p>
<p>Nichts  los. Nicht verwunderlich am hellen Vormittag. Doch abends und nachts dürfte, wie  das Reklameschild vermuten lässt, die Post abgehen.</p>
<p>Keine einladende Gegend. Ich mache ein Foto und überlege, ob ein naheliegender Fabrikhof ebenfalls ein Motiv hergeben könnte. Der Hof ist mit  vielen kleinen Toilettenhäuschen, die man im allgemeinen auf den Baustellen findet, vollgestellt. Wäre doch was, als Beweis für die daniederliegende Baubranche.</p>
<p>Jedoch, ich zögere, das Grundstück zu betreten. Ein Schild &#8220;No Trespassing&#8221; (Betreten verboten) hält mich davon ab. Ich weiss, dass damit nicht  zu spassen ist.</p>
<h3>Schiess, wenn du dich bedroht fühlst</h3>
<p>Nach dem floridianische Waffengesetz ist es erlaubt, abzudrücken, wenn man sich auf dem eigenen Grundstück bedroht fühlt. Kein Witz! Mancher hat solchen  Leichtsinn schon mit dem Leben bezahlt. &#8211; Schon kommt &#8211; ich stehe auf dem  Bürgersteig &#8211; ein richtig wuchtiger Mann schwarzer Hautfarbe über den Hof auf  mich zu: Was ich denn hier suche.</p>
<p>Ein Fotomotiv, antworte ich, das Parliament House da drüben, da doch die Gay-Tage bevorstehen. Bist du gay?, fragt er mich. Ich verneine. Er ist es auch  nicht, betont er. Aber er habe keine Probleme damit. Da sind wir im Konsens.</p>
<h3>Wofür hier Deutschland steht</h3>
<p>Natürlich vernimmt auch er an meinem Akzent, dass ich nicht von hier bin. Woher? Germany. &#8211; Germany? Das gefällt ihm offenbar. Er grinst. Nein, er sei noch nie dagewesen, erfahre ich. Aber die besten Pornos, die kommen aus Deutschland, versichert er mir und zeigt auf ein riesiges Billboard &#8211; gegenüber  auf der anderen Strassenseite -, auf dem Erotikprodukte aller Art offeriert  werden. Ziemlich geschockt entferne ich mich. Über Deutschland habe ich schon  viel Gutes gehört. Dieses Widerliche noch nie.</p>
<h3>Kein Ex und Hopp &#8211; ganz im Gegenteil</h3>
<div id="attachment_525" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/god-is-love.jpg"><img class="size-medium wp-image-525" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/god-is-love-250x187.jpg" alt="Gott ist Liebe" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Gott ist Liebe</p></div>
<p>Der Orange Blossom Trail war nicht mein erster Stop. Zuerst brachte ich Kleider und Schuhe, die nur noch die Schränke füllten, zur Sammelstelle von Good  Will, eine Einrichtung, die nahezu alles einigermassen Brauchbare nimmt, es &#8211;  wenn es sein muss &#8211; auffrischt, um es dann gegen wenig Geld wieder zu verkaufen.</p>
<p>Ein Irrtum wäre es, anzunehmen, dass solche Läden nur von Bedürftigen frequentiert werden. Eine ältere, wohlhabende Dame, die wir  ürzlich besuchten, zeigte uns voller Stolz ihre neue Liege, die sie spottbillig dort erstanden habe. Und ihre Tochter, fügte sie hinzu, kaufe dort jeden Monat nach Lust und  Laune ein und mache damit ihren Arbeitnehmerinnen eine Freude: Das Erstandene  werde einfach unter ihnen verlost. Immer &#8220;funny&#8221;, sagt Charlotte und ich bin  geneigt, ihr zu glauben.</p>
<h3>Wohlstand und Armut treffen aufeinander</h3>
<p>Ich fahre weiter. Die Parramoure-Gegend, ein sozialer Brennpunkt. Wohnplatz der African American, ein Bezirk, der mehr und mehr verkommt und den man verkommen lässt, so ist der Eindruck. Denn er grenzt an die pikfeinen Strassenzüge der Innenstadt. Es scheint, dass Investoren sich diese günstig gelegene Nachbarschaft einverleiben wollen.</p>
<p>Die Politik aber ist gegen solches Begehren eher machtlos. Oder spielt sie sogar mit?  Jedenfalls fressen sich prächtige neue Bauten Stück um Stück in das Quartier hinein. Oft ist der Übergang von den abbruchreifen Hütten zum neuen, teuren Stil knallhart.</p>
<p>Ob die Rescue Mission, ein Obdachlosenheim für Männer, das schon immer hier war, der Verdrängung noch lange standhalten kann, halte ich  angesichts der  gegebenen Machtstrukturen &#8211; Geld regiert die Welt &#8211;  eher für zweifelhaft.</p>
<p>Einige hundert Meter weiter hat die ebenfalls kirchliche Hilfsorganisation Daily Bread ihr bescheidenes, jedoch segensreiches Hauptquartier. In langer Schlange stehen hunderte an, um eine sättigende Mahlzeit zu erhalten.</p>
<p>Man muss von dort nur eine halbe Meile weiterfahren, um gepflegte Restaurants zu finden, in denen man gegen gutes Geld sein Lunch einnehmen kann. Immer wieder fällt mir dieses harte Nebeneinander zweier Welten auf. Hier bittere Armut, dort ein bisweilen gar überbordender Wohlstand.</p>
<h3>Unter dem Hammer</h3>
<p>Foreclosure heisst ein heutzutage allzu häufig anzutreffendes Droh- und Zauberwort. Der Begriff bezeichnet den Verfall eines Grundstückes samt Bebauung  an den Gläubiger, damit die drohende Zwangsvollstreckung. Eigentlich mehr als  Bedrohung, meist ist es das Aus. Es sei denn, man erreicht mit seiner Bank einen  neuen Deal. Das aber ist selten der Fall.</p>
<div id="attachment_526" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/zaungaeste.jpg"><img class="size-medium wp-image-526" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/06/zaungaeste-250x165.jpg" alt="Zaungäste" width="250" height="165" /></a><p class="wp-caption-text">Zaungäste</p></div>
<p>Als Zauberwort allerdings dient es der Gruppe von Menschen, die sich auf grossen Auktionen einfinden, um sich ein Schnäppchen zu ersteigern. Auf einem der letzten Flüge von Deutschland nach Orlando hatte ich einen Sitznachbarn, der  sich darauf spezialisiert hatte. Er, ein Immobilienmakler aus dem Norden  Deutschlands, gab vor, genau zu wissen, wo das, wonach er suche, günstig zu  holen sei.</p>
<p>Mehr als zehn Prozent aller Häuser in Florida &#8211; eine unglaubliche Zahl, doch sie stimmt &#8211; stehen unter diesem Signum, in der nur noch die Banken das Sagen haben. Sicher nicht ohne eigene Schuld. Sie haben sich teure Hypotheken  für viel zu grosse Häuser aufschwatzen lassen.</p>
<p>Geht dann der Arbeitsplatz verloren, folgt nahezu zwangsläufig das heulende Elend. Das Haus kommt unter den  Hammer.</p>
<p>Kürzlich wurde eine Familie auf die Strasse gesetzt, die treu und brav jeden Monat ihre Miete bezahlt hatte. Der Eigentümer jedoch bezahlte mit dem Geld nicht die Hypothekenzinsen, sondern steckte es sich in die eigene Tasche &#8211;  sicher auch nicht aus Jux. Die Wohnfamilie allerdings staunte nicht schlecht,  als eines Tages der Sheriff mit dem Räumungsbefehl in der Hand vor der Tür  stand.</p>
<p>Man zahlt mit Food Stamps</p>
<p>Jeder Zehnte im Sunshine State &#8211; auch das klingt unwahrscheinlich, ist aber Fakt &#8211; erhält inzwischen Sozialhilfe in Form von Food Stamps<br />
(Lebensmittelgutscheinen). Auch das ist eine im höchsten Masse erschreckende  Zahl.</p>
<p>Gerade hat der Gouverneur, da das Geld auch in seiner Kasse knapp wird, die Tabaksteuer erhöht, um einen Dollar pro Zigarettenpackung. Das geht hier ganz  leicht und umstandslos. Man liest es in einer knappen Meldung in der Zeitung.  Und niemand nimmt daran Anstoss, da die Intention des Gouverneurs letzten Endes,  wie er sagt, eine edle ist: Es diene der Gesundheitsvorsorge. Die Tabaksteuer  ist Ländersache.</p>
<h3>Für die Hurricanes kaum gerüstet</h3>
<p>Mit günstigeren Nachrichten habe ich einstweilen leider nicht aufzuwarten. Erschwerend kommt hinzu, dass inzwischen die Hurricane Season begonnen hat, für  die &#8211; wie die aktuellen Umfragen zeigen &#8211; nur jeder Dritte gerüstet ist.</p>
<p>Bodenloser Leichtsinn, sich nicht beizeiten wenigstens mit Batterien und Trinkwasser einzudecken, sondern es einfach drauf ankommen zu lassen, so als ob  der Hurricane Charley, der vor fünf Jahren erheblichen Schaden verursacht hat,  gar nicht stattgefunden hätte. Auch die Stürme der Jahre danach waren nicht  ohne. Warten wir&#8217;s ab und hoffen, dass es nicht so schlimm kommen möge!</p>
<p>Alles Gute bis zum nächsten Mal.</p>
<p>Günter Apsel</p>
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		<title>&#8230;und der Himmel hängt voller Geigen</title>
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		<pubDate>Sat, 23 May 2009 12:20:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apsel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Günter Apsel, Florida]]></category>

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Stimmungsumschwung: Magic macht&#8217;s möglich
Seit einigen Tagen hat sich in Central Florida der langersehnte Regen eingestellt &#8211; so wie man es sich seit Wochen wünscht: anhaltend und ergiebig. Das wäre schon Grund genug zur Lebensfreude, da doch die Wasserknappheit ein ernstzunehmendes, viel diskutiertes Thema ist.
Man sollte sich nicht jeden Tag duschen, wird empfohlen, und beim Zähneputzen [...]]]></description>
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<h3>Stimmungsumschwung: Magic macht&#8217;s möglich</h3>
<div id="attachment_489" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/apsel-2-mai-2009006_edited2.jpg"><img class="size-medium wp-image-489" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/apsel-2-mai-2009006_edited2-250x187.jpg" alt="Magic Orlando!" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Magic Orlando!</p></div>
<p>Seit einigen Tagen hat sich in Central Florida der langersehnte Regen eingestellt &#8211; so wie man es sich seit Wochen wünscht: anhaltend und ergiebig. Das wäre schon Grund genug zur Lebensfreude, da doch die Wasserknappheit ein ernstzunehmendes, viel diskutiertes Thema ist.</p>
<p>Man sollte sich nicht jeden Tag duschen, wird empfohlen, und beim Zähneputzen den Wasserhahn abstellen. Ob&#8217;s hilft? Jedenfalls ist eine direkte Kontrolle der Befolgung solcher Ratschläge kaum möglich &#8211; es sei denn unter Verletzung der Privatsphäre. Die aber wird hierzulande peinlichst beachtet.<span id="more-486"></span></p>
<h3>Wo das Geld herkommt</h3>
<p>Durchgreifender wirken andere Massnahmen. Zum Beispiel das Verbot, an geraden oder ungeraden Tagen &#8211; je nachdem, wo man wohnt &#8211; die Wässerung des Rasens zu verbieten und die Übertretungen mit Geldbussen zu ahnden. Das tut weh und hilft zugleich, ein paar Dollar in die leeren Kassen der Kommune zu spülen.</p>
<h3>Disney im Ostfriesenlook?</h3>
<p>Regen ist also gut, was allerdings den Umkehrschluss, dass Sonne schlecht wäre, keinesfalls zulässt. Disney im Ostfriesenlook? Irgendwie reimt sich solches nicht. Wie immer kommt es also auch in diesem Falle auf die richtige Mischung an. (Gerate ich unter der Hand ins Philosophieren? Dann aber schleunigst zur Sache!)</p>
<h3>Das Zauberwort: Magic Orlando</h3>
<p>Dass Zauberwort heisst Basketball. Und die Mannschaft der Stunde &#8211; jedenfalls in Florida: Magic Orlando, nachdem Miami Heat längst draussen ist, den Einzug in die Finalrunde geradezu jämmerlich verpasst hat. Magic Orlando macht es gut &#8211; jedenfalls bis jetzt.</p>
<p>Gestern wurden die restlichen Eintrittskarten im freien Verkauf angeboten, angeboten für die Spiele 5 und 6. Dabei weiss man zur Stunde nicht einmal, ob das sechste stattfindet. Die Regel besagt, dass man unter Umständen bis zu siebenmal gegeneinander anzutreten hat, jedoch kann der Wettbewerb auch schon nach dem Spiel Nr. 4 beendet sein. Vier Siege genügen. So viel für die sportlich Ungebildeten.</p>
<h3>Der &#8220;Superman&#8221; macht&#8217;s</h3>
<div id="attachment_491" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/apsel-2-mai-2009009_edited1.jpg"><img class="size-medium wp-image-491" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/apsel-2-mai-2009009_edited1-250x187.jpg" alt="Der &quot;Superman&quot;..." width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Der &quot;Superman&quot;...</p></div>
<p>Ich beobachte den Gang der Dinge im allgemeinen nur aus der Ferne: Der flüchtige Blick auf die Sportseite der Zeitung genügt mir, um in aller Regel eine gelinde Traurigkeit aufkommen zu lassen. Ich bin ein Lokalpatriot und halte das &#8211; in durchaus kritischer Selbsteinschätzung &#8211; für verzeihlich. Seit 1996er Saison befindet sich das Orlando-Team auf dem absteigenden Ast. Klar: Immer war der Coach schuld. Man verschliss etliche.</p>
<p>Jetzt aber, da es zu mindestens temporärem Ruhm reichen könnte, sind&#8217;s die Spieler. Vor allem einer, dessen Name mir grad nicht einfällt. Im Urteil der Fans: der &#8220;Superman&#8221;. Alles klar? Ach so, die Eintrittskarten &#8211; die restlichen also &#8211; waren innerhalb von sechs Minuten an den Mann gebracht.</p>
<h3>Alles im Fluss</h3>
<p>Orlando in Spiel-, Trink-, Ess-, und Feierlaune! So einfach ist das. Und doch auch schwer. Um Haaresbreite hätte die Mannschaft nämlich den Einzug in die Finalrunde der Eastern Conference verpasst. Erst im siebten Match wurden die hochfavorisierten Bostoner (Boston Celtic) ausgeschaltet. Eine Sensation, zumal das Entscheidungsspiel dort, im fernen Massachussets stattfand.</p>
<p>Kaum zu glauben. Von Stund an stand und steht Orlando kopf. Die Bar- und Restaurantsbesitzer reiben sich die Hände. Mit dem Bierkonsum wird auch das Geld fliessen. Die Stimmung allein macht&#8217;s möglich.</p>
<h3>Fast ein Ausrutscher</h3>
<p>Gestern Abend allerdings sah ich alle Felle schon davonschwimmen. &#8220;Wir&#8221; gegen die Cavaliers aus Cleveland im Staate Ohio. Ein Kinderspiel, sollte man meinen. Achtmal sind &#8220;wir&#8221; in den vergangenen Jahren gegen jene angetreten und eben so viel mal gab es nur einen Gewinner: O. &#8211; Doch es kam ganz anders: Die Magic-Mannen spielten so, als ob sie sich im Zustand eines elenden Jetlags befänden.</p>
<h3>Und damit &#8220;Gute Nacht&#8221;</h3>
<p>Das Ende des zweiten Viertels war mein &#8220;Aus&#8221;. Ich legte mich schlafen, da ich mir das traurige Ende ersparen wollte. Zu jenem Zeitpunkt führten die anderen klar und deutlich. Nicht nur das: Es spielte eigentlich nur eine Mannschaft. Traumhaft sicher.</p>
<p>Als dann diese Runde noch mit einem Wurf zu Ende gebracht wurde, wie ich ihn noch nie gesehen hatte, war das Mass für mich voll. Mit der Schlusssirene findet der Ball &#8211; wie aus Jux über das ganze Feld geworfen &#8211; den Korb. No chance, dachte ich mir und legte mich mit einem Einschlafbuch zur nächtlichen Ruhe.</p>
<h3>Man wittert Morgenluft</h3>
<p>Ganz kurz das Ergebnis. 107:106 für Magic! Unfassbar. Doch im Basketball ist solches, wie das Beispiel zeigt, möglich. Ich freue mich für die zahlreichen Fans hier in Orlando, die nun wieder Morgenluft wittern und keine Fehlinvestition gemacht haben.</p>
<p>Sollte Cleveland beim nächsten Spiel die Oberhand gewinnen, dann stünde es 1:1. Die beiden nächsten Spiele finden dann &#8211; wie gesagt: auch zur Freude der Gastronome &#8211; hier, wenige Meilen von meinem Domizil, statt.</p>
<h3>Weiter ohne mich</h3>
<p>Ich aber werde nichts davon haben. Morgen geht&#8217;s nach Savannah, Georgia. Zu einem Verwandtenbesuch. Die Dame aber hat kein Kabelfernsehen. Solche Enthaltsamkeit dient (so würde meine Frau sagen) der Charakterstärkung. Da ich ohnehin keine Alternative habe, bin ich geneigt, ihr Glauben zu schenken.</p>
<h3>Wäre doch schön, wenn&#8230;</h3>
<p>Wie weit nun die wackeren Magic-Spieler kommen werden (an die man, dem Werbeslogan gemäss, glauben soll), wird in keiner meiner folgenden Kolumnen zu lesen sein. Versprochen. Wer in Deutschland interessiert sich denn für so was!</p>
<p>Aber als gutes Beispiel ist es doch was wert: Stachelt eure Mannschaft an! Vielleicht klappt&#8217;s ja noch mit Arminia Bielefeld. Im Handumdrehen kann die Stimmung umschlagen. Zum Besseren, versteht sich, und die Wirtschaft brummt &#8211; mindestens in den Gastwirtschaften. In ganz Ostwestfalen. (Geschrieben am Fest Christi Himmelfahrt, dem 21. Mai 2009. Damit alles seine Richtigkeit hat.)</p>
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		<title>Demütiger Dienst in einer zerbrochenen Welt</title>
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		<pubDate>Sat, 16 May 2009 10:08:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apsel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Günter Apsel, Florida]]></category>

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		<description><![CDATA[Kirchliche Wirklichkeit in Florida

Die Woche hindurch: pulsierendes Leben in Downtown Orlando, rund um den Lake Eola herum; er gibt der Stadt Charme und Flair. Banken, Hochhäuser, die Kuppel der City Hall und Kirchen.
Alle grossen Denominationen sind vertreten. Die Stadt nimmt den Slogan &#8220;The City Beautiful&#8221; für sich in Anspruch.
Da ist was dran. Disney &#8211; etwa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><!--[if gte mso 9]&gt;  Normal 0   21   false false false  DE X-NONE X-NONE              MicrosoftInternetExplorer4              &lt;![endif]--><!--[if gte mso 9]&gt;                                                                                                                                            &lt;![endif]-->Kirchliche Wirklichkeit in Florida</h3>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<div id="attachment_447" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/lake-eola-im-herzen-orlandos.jpg"><img class="size-medium wp-image-447" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/lake-eola-im-herzen-orlandos-250x187.jpg" alt="Lake Eola - im Herzen Orlandos" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Lake Eola - im Herzen Orlandos</p></div>
<p>Die Woche hindurch: pulsierendes Leben in Downtown Orlando, rund um den Lake Eola herum; er gibt der Stadt Charme und Flair. Banken, Hochhäuser, die Kuppel der City Hall und Kirchen.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Alle grossen Denominationen sind vertreten. Die Stadt nimmt den Slogan &#8220;The City Beautiful&#8221; für sich in Anspruch.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Da ist was dran. Disney &#8211; etwa 15 Meilen vor den Toren von downtown &#8211; bringt reichen Steuersegen. Auch jetzt noch. Vielleicht sogar mehr als sonst? Brot und Spiele erwiesen sich schon in grauer Vorzeit als probate Mittel gegen manche Misere. Das Geld, das hereinkommt, wird klug investiert. Die Stadt gewinnt durch eine sich ständig verbessernde Infrastruktur.<span id="more-442"></span></p>
<h3 class="MsoNormal">Man hat die freie Wahl und nutzt sie auch</h3>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Pulsierendes Leben die ganze Woche hindurch &#8211; bis auf den Sonntag. Da ist die Innenstadt fast ausgestorben. Nur die zahlreichen Gottesdienstbesucher bringen Leben rein. Viele fahren zur Feier des Sonntags von weither ins Zentrum, obwohl es doch in den Vorstädten an Kirchen nicht mangelt.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<div id="attachment_448" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/fassade-der-first-presbyterian-church.jpg"><img class="size-medium wp-image-448" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/fassade-der-first-presbyterian-church-250x187.jpg" alt="Mit Schaukasten: Fassade der First Presbyterian Church" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Mit Schaukasten: Fassade der First Presbyterian Church</p></div>
<p>Irgendwo hab&#8217; ich gelesen, dass in den USA auf 400 Einwohner eine Gemeinde kommt. Kommt oder kam? Denn dass es mittlerweile stark bröckelt, ist offenkundig.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Trotzdem: Immer und überall habe ich, so lange ich hier bin &#8211; und das sind nun beinahe 15 Jahre -, eine ungebrochene Glaubensfröhlichkeit angetroffen. Downtown Orlando aber blüht am Sonntagvormittag auf.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Vielleicht ist es etwas Besonderes, zu einer der grossen Gemeinden der Stadt zu gehören. Man hat ja die freie Wahl. Wo man sich einträgt, da ist man dabei. (Anders als in Deutschland kennt man die Paraochialstruktur hier nicht).</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Die Parkhäuser sind geöffnet. Kostenlos. Konkurrenz &#8211; warum denn nicht? Nachösterlicher Gottesdienst in der First Presbyterian Church in Downtown Orlando und auf dem Programm lese ich so etwas wie eine &#8220;Mission Vision&#8221;, die sich die Gemeinde gegeben hat: &#8220;Demütiger Dienst in einer zerbrochenen Welt&#8221;.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Und noch etwas: Die Gemeinde verstehe sich als das &#8220;Herz der City&#8221;. Ob diese Selbsteinschätzung den benachbarten Kirchen gefällt? Denn die sind auch alles andere als unscheinbar.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Gleich nebenan steht die Kirche Methodisten, die sich die unbescheidene Abkürzung &#8220;First Church&#8221; gegeben hat. Dazu sind in nicht allzu weiter Entfernung die Baptisten ebenso vertreten wie die Katholiken und Episkopalen.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<div id="attachment_449" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/tuermchen-vor-bankfassade.jpg"><img class="size-medium wp-image-449" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/tuermchen-vor-bankfassade-250x187.jpg" alt="Türmchen vor einer Bankfassade" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Türmchen vor einer Bankfassade</p></div>
<p>Kirchen und moderne Büro-, Bank- und Apartmenthäuser mächtig überragen, bestimmen die Silhouette von downtown Orlando. Hierhin verirrt sich übrigens kaum ein Tourist, der in Disneyworld sein Vergnügen sucht. Und das ist gut so. Je lebendiger, je besser</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Ein Gottesdienst mit allem, was dazugehört: ein heute besonders gut gefülltes Haus, denn es wird Konfirmation gefeiert, ein etwa vierzigköpfiger Chor, eine lebhafte Predigt, die nicht etwa von der Kanzel gehalten wird, sondern in freier Bewegung von links nach rechts und umgekehrt.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Langeweile? Nicht eine Sekunde. Es werden Geschichten aus dem Leben und aus der Bibel vorgetragen, die es in sich haben. Über Verlorene und Gefundene. Da mag sich der verkopfte Europäer wohl fragen, wie lange dieses enge theologische Strickmuster noch Anklang finden wird.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Zunächst aber geht es noch. Als nach der Predigt das Lied &#8220;Amazing Grace&#8221;, das das Verlorenheitsthema aufs schönste und authentisch aufnimmt, angestimmt wir, singen alle kräftig und hingebungsvoll mit.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Zur Kollekte wird mit einem Videoclip ermuntert. Im Focus auch die Kollekte, die diesmal nicht für die eigene Gemeinde bestimmt ist. Vielmehr zur Finanzierung von Rollstühlen für die Armen an den entlegenen Enden der Erde, für die, die durch Krankheit oder Minen ihre Beine verloren haben.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Der Videoclip macht den Kollektenzweck anschaulich, zeigt eindringlich, um was es geht.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Meine deutschen Gäste finden das zu dick aufgetragen. Ich nicht. In solchen Situationen frage ich mich, wie amerikanisiert ich eigentlich schon bin.</p>
<h3 class="MsoNormal">Phantasie, die keine Grenzen kennt</h3>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">&#8220;Taste of Compassion &#8211; A Night to Remember&#8221;: Nur noch zwei Tage bis dahin, der Countdown läuft. Eine Straßenparty soll es werden. Mit großem Entertainment.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Aufgeboten sind mehrere Bands, eine Auktion ist geplant und an Kulinarischem wird es nicht fehlen, serviert von den besten Restaurants der Stadt. Fast food? Nix da!</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Zum Stil des Unternehmens gehört es, dass man Tische für 16 oder acht buchen kann, in abgestufter Ausstattung und Preisen, die sich von 5000 Dollar (Diamantenklasse) bis hinunter zu 600 Dollar (Corporate Table) bewegen. Der Einzelsitz &#8211; auch im Angebot &#8211; kostet bescheidene 75 Dollar.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Wer immer in Deutschland auf Fundraising-Qualifikation aus ist, kann hier mindestens Praxiserfahrungen sammeln.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Leider war ich an der Teilnahme des Strassenfestes gehindert, sonst wäre noch die Musik in meinen Ohren und die Möglichkeit einer detaillierten Schilderung gegeben. So aber muss es bei dem Hinweis bleiben: Sicher war&#8217;s erfolgreich.</p>
<h3 class="MsoNormal">Alles geschieht für gute Zwecke</h3>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<div id="attachment_450" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/first-united-methodist-church-orlando.jpg"><img class="size-medium wp-image-450" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/05/first-united-methodist-church-orlando-250x187.jpg" alt="Mit schlankem Turm: First United Methodist Church in Orlando" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Mit schlankem Turm: First United Methodist Church in Orlando</p></div>
<p>Der Gesamterlös der &#8220;Taste of Compassion-Nacht&#8221; war wiederum nicht für den eigenen Bedarf bestimmt, sondern für die Central Care Mission, die sich mit einem breitem Hilfsprogramm der Obdachlosen in der Metro Orlando annimmt.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Die Person soll im Blick sein: Man will die unter die Räder Gekommenen wieder auf die Beine stellen. Es gibt viele solcher Gestrandeten &#8211; zu viele. Ist Florida wegen seines günstigen Klimas auch für solche Menschen ein Anziehungspunkt? Fast scheint es so.</p>
<h3 class="MsoNormal">Andere aber strampeln sich ab</h3>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">First Presbyterian mit etlichen tausend Mitgliedern und fünf Pfarrern: das Herz von downtown. Das zielgruppenspezifisch konzipierte Wochenprogramm ist in seiner Fülle kaum überschaubar. Der flüchtige Blick auf die Seitenzeigt: Für jeden ist was dabei.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Darum bemühen sich andere Gemeinden auch, jede auf ihre Weise. Und manche haben&#8217;s schwer, fristen auf manchmal anrührende Weise ein Mauerblümchendasein in geradezu hoffnungsloser Konkurrenz zu den Megakirchen (zu denen die in Downtown Orlando nicht zu zählen sind), die die Menschen mit geradezu magnetischer Kraft anziehen &#8211; und tun doch in Nachbarschaft viel Gutes.</p>
<h3 class="MsoNormal">Man kommt aus dem Staunen nicht heraus</h3>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">In Lutz, einem Städtchen im Grossraum Tampa, besuchte ich vor Monaten einen Gottesdienst der Methodisten. Er fand in einer grossen Halle statt: ein karges, fensterloses Gebäude. Das verwirrte mich.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Ich fragte den Usher (Begrüßer und Platzanweiser), was das denn für eine merkwürdiges Kirchengebäude sei. Nein, das ist die Sporthalle, die Kirche wird später gebaut. Erstaunt fragte ich nach, wer das denn alles bezahlen soll. Lachend schaute mein Gegenüber mich an, wies mit seinem Finger auf meine Brust und antwortete: You.- So geht es hier zu.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Und darüber ließen sich noch weitere hundert Beispiele erzählen. Die Institution interessiert wenig, das eigene Engagement zählt. Demütig, fröhlich, bescheiden und beständig ist der Dienst vieler Christen in ihren Gemeinden.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Und unersetzlich. &#8211; Bis zum nächsten Mal.</p>
<p class="MsoNormal">Günter Apsel</p>
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		<title>Wenn du krank bist in Amerika</title>
		<link>http://blog.unserekirche.de/2009/04/22/wenn-du-krank-bist-in-amerika/</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Apr 2009 17:31:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apsel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Günter Apsel, Florida]]></category>

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		<description><![CDATA[
88 Jahre ist sie alt und damit ist sie unser zweitältestes Gemeindemitglied. Von Anfang an dabei. Die Martin-Luther-Gemeinde in Orlando ist vor 34 Jahren gegründet worden. Ein Hausbesuch. Nachdem sie am vergangenen Sonntag nicht zum Gottesdienst erschienen war, wusste ich Bescheid: Mindestens ein Anruf. So geschah&#8217;s. Dann verabredeten wir uns. Ja, sie habe es auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><!--[if gte mso 9]&gt;  Normal 0   21   false false false  DE X-NONE X-NONE              MicrosoftInternetExplorer4              &lt;![endif]--><!--[if gte mso 9]&gt;                                                                                                                                            &lt;![endif]--></p>
<div id="attachment_410" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/04/usa-hospital-dscn0321.jpg"><img class="size-medium wp-image-410" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/04/usa-hospital-dscn0321-250x187.jpg" alt="Krank in Amerika" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Das Winnie Palmer Hospital: Wer gut versichert ist oder Geld hat, ist hier hochwillkommen.</p></div>
<p>88 Jahre ist sie alt und damit ist sie unser zweitältestes Gemeindemitglied. Von Anfang an dabei. Die Martin-Luther-Gemeinde in Orlando ist vor 34 Jahren gegründet worden. Ein Hausbesuch. Nachdem sie am vergangenen Sonntag nicht zum Gottesdienst erschienen war, wusste ich Bescheid: Mindestens ein Anruf. So geschah&#8217;s. Dann verabredeten wir uns. Ja, sie habe es auch schon im Sinn gehabt, mich anzurufen, sagt Sophia Bauer (Name geändert) mit vernehmbar schwacher Stimme.</p>
<p>Gut zwanzig Kilometer sind es bis Casselberry, diesem ansehnlichen Wohnbezirk nördlich von Downtown.</p>
<p><span id="more-406"></span>Als ich in die Einfahrt des geräumigen, doch bescheidenen Flachbaus einbiege, sehe ich sie im Schatten des Hauses vor der Tuer im Gartenstuhl sitzen. Es ist fünf vor elf. &#8220;Pünktlich, wie immer&#8221;, begrüsst sie mich. Ich aber bin froh, dass es keinen Stau auf der Interstate 4 gegeben hat. Pünktlichkeit verpflichtet.</p>
<h3 class="MsoNormal">Gute Nachbarn sind Gold wert</h3>
<p class="MsoNormal">88 Jahre und seit mehr als sechs Jahrzehnten in Amerika! Nachdem Ernst, ihr Mann, vor sieben Jahren gestorben ist, lebt sie allein. Sie hat gute Nachbarn und Freunde, die sich um sie kümmern. Else ruft jeden morgen um 10 Uhr an, erkundigt sich. Und als sie vor einigen Monaten an der Gürtelrose erkrankt waren, nahmen sich die beiden jungen Männer aus dem benachbarten Haus ihrer an. Sie kamen jeden Abend und trugen die Heilsalbe auf. &#8220;Die zwei sind ein Geschenk&#8221;, sagt Sophia.</p>
<p class="MsoNormal">Irgendwann nimmt unser Gespräch die Wende auf das Thema, das alle Alten bewegt: Wie steht es mit der Krankenversicherung, wie mit der Pflege? Sophia, so lange schon hier, lächelt verschmitzt, als sie mitteilt, dass sie ja für den Notfall die Pflegeversicherung in Deutschland habe. Ja, so ist es. Die Bauers &#8211; ein Leben lang im Lande &#8211; haben nie die amerikanische Staatsbürgerschaft beantragt. Das Dauervisum war ihnen genug.</p>
<h3 class="MsoNormal">Verwirrung statt Klarheit</h3>
<p class="MsoNormal">Sie ist versichert. Es ist die staatlich gelenkte Altersversicherung Medicare, der sie angehört. Somit ist ein Grossteil der Kosten abgedeckt, für die stationäre Behandlung (Part A) allerdings nur 80 Prozent. Die verbleibende Lücke von 20 Prozent hat Sophia &#8211; wie die meisten es tun &#8211; durch eine Zusatzversicherung geschlossen. Dafür zahlt sie allerdings jeden Monat mehr als 500 Dollar. Anders geht&#8217;s nur, wenn man eine Alternative wählt, in der man eine deutlich eingeschränkte Versorgung akzeptiert.</p>
<p class="MsoNormal">
<div id="attachment_411" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/04/usa-hospital-dscn0322.jpg"><img class="size-medium wp-image-411" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/04/usa-hospital-dscn0322-250x187.jpg" alt="Zur Notfallstation" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Zur Notfallstation</p></div>
<p>Ein sehr kompliziertes System, das man kaum durchschaut. Jedes Jahr bekommt meine Frau (sie ist amerikanische Staatsbürgerin) allein für Medicare Part D eine dicke Broschüre zugesandt, in der die sich ständig ändernden Vorschriften und Leistungsumfänge aufgelistet sind. Gelesen wird&#8217;s selten, verstanden nie. Der Zweck dieser jährlichen Übung besteht darin, dass man sich kundig machen möge, um bei Bedarf den Versicherer für Part D zu wechseln. Das ist nur einmal im Jahr während einer festgelegten Frist möglich.</p>
<p class="MsoNormal">Part D ist ein Versicherungsteil, mit dem Rentner ihren Medikamentenbedarf decken. Allein auf diesem Markt tummelt sich jede Menge Anbieter. Diese Versicherung &#8211; unter dem Regiment von George W. eingeführt &#8211; wurde als Riesenerfolg gepriesen. Herausgekommen ist ein ziemlich konfuses System.</p>
<p class="MsoNormal">Staatsgelder in beträchtlicher Höhe fliessen den Versicherungsgesellschaften zu. Der andere Teil der Einnahmen wird durch die Beiträge der Versicherten gezahlt. Die Höhe variiert je nach Leistung. Unter dem Strich, so ist mein Eindruck, verdient niemand anders als die auf Profitbasis arbeitenden Gesellschaften. Nicht unterschlagen werden soll freilich der Hinweis darauf, dass es mit der Einführung von Part D deutlich besser geworden ist.</p>
<h3 class="MsoNormal">Gewinner bleibt die Pharmaindustrie</h3>
<p class="MsoNormal">Vorher mussten nämlich die Medikamente zur Gänze aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Da blieb &#8211; bei der exorbitanten Kostenhöhe spezieller Pillen &#8211; für manchen chronisch Kranken kaum noch etwas zum Leben übrig. Nicht wenige, die einen Ausweg suchten und ihn darin fanden, dass sie sich ihren Bedarf aus Kanada schicken liessen. Wegen ihrer Preispolitik steht die Pharmaindustrie seit langem unter Dauerkritik.</p>
<p class="MsoNormal">Mit Part A wird also die stationäre Behandlung zu 80 Prozent abgedeckt. Part B steht für die ambulante Versorgung (teilweise auch mit Zuzahlungen der Patienten), Part D deckt die Medikamente ab. Zu der Frage, ob es Part C gibt und &#8211; wenn ja &#8211; wofür, vermag ich keine Auskunft zu geben.</p>
<h3 class="MsoNormal">Längeres Leben kann zum Bankrott führen</h3>
<p class="MsoNormal">Zurück zu Sophia Bauer (falls noch jemand weiterlesen möchte). Sie sei ganz gut abgesichert, betont sie. Wenn sie eines Tages ins Krankenhaus käme und von dort in ein Pflegeheim, so würden &#8211; mindestens für einige Monate &#8211; die Kosten voll erstattet werden. Da habe sie vor Jahren, als ihr Mann ins Pflegeheim musste, einen schweren Fehler begangen. Sie habe sie gleich an das Heim gewandt. Hätte sie damals den Umweg über das Krankenhaus gewählt, so wären ihr nicht die erheblichen Zusatzkosten in Rechnung gestellt worden. Mehr als 20.000 Dollar für die vergleichsweise kurze Zeit, die Ernst dort noch zu leben hatte.</p>
<p class="MsoNormal">Ich erinnere mich gut an jene Zeit. Sophia wusste, dass es mit ihrem Mann zu Ende gehen würde. Hoffentlich dauert&#8217;s nicht zu lange, hörte ich sie damals sagen. Denn sonst würden ihre sämtlichen Ersparnisse draufgehen. Bis zu einem recht geringen Minimum musste man &#8211; und muss man es wohl auch heute noch &#8211; die nicht unerheblichen Zusatzkosten, die die Versicherung nicht abdeckt, zahlen, bevor staatliche Hilfe einspringt.</p>
<p class="MsoNormal">Alles in allem: Obama hat viel zu tun. Ob ihm allerdings eine durchgreifende Reform des Gesundheitssystems gelingen wird, bezweifeln viele. Es würde voraussetzen, dass es gelingen würde, die Lobbyisten der Pharmaindustrie vollends aus Washington zu verjagen.</p>
<h3 class="MsoNormal">Nie ohne Versicherung ins Ausland!</h3>
<p class="MsoNormal">
<div id="attachment_412" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/04/usa-hospital-dscn0325.jpg"><img class="size-medium wp-image-412" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/04/usa-hospital-dscn0325-250x187.jpg" alt="Krank in den USA: Ein langes Leben kann den Ruin bedeuten" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Krank in den USA: Ein langes Leben kann den Ruin bedeuten</p></div>
<p>Ich komme zum Schluss meines heutigen Beitrags und bin mir dessen bewusst, wie wirr das alles ist: Eine Zumutung an die Lesenden. Das Gesundheitssystem in Amerika ist ja sprichwörtlich schlecht. Für mich als Gast (im Status eine permanent resident) kommen noch ganz andere Schwierigkeiten hinzu.</p>
<p class="MsoNormal">Sicher ist: Wer hier als Ausländer lebt und keine Auslandsversicherung in seinem Heimatland abschliessen konnte, läuft Gefahr, während eines einzigen Krankenhausaufenthaltes pleite zu gehen.</p>
<p class="MsoNormal">Als ich mich kürzlich wieder um eine längerfristige Auslandsversicherung in Deutschland bemühen musste (die bis dahin bestehende hatte es abgelehnt, mich weiterzuversichern), hatte ich eine Menge zu tun, bevor ich eine Gesellschaft fand, die mich aufnahm.</p>
<p class="MsoNormal">Die meisten privaten Versicherer haben eine Altersobergrenze. Altersdikriminierung? Vielleicht doch nur Fürsorgliches: Bleib im Lande, dann bleibt dir manches erspart! Oder aber eine Sozialkomponente frei nach der Devise: Lass doch bitte die deutschen Ärzte nicht zugrunde gehen!</p>
<p class="MsoNormal">Bis zum nächsten Mal. Günter Apsel</p>
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		<title>Alles ist möglich &#8211; nur den Kopf nicht hängen lassen!</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 07:27:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apsel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Günter Apsel, Florida]]></category>

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		<description><![CDATA[
Ich bin für einige Tage in Deutschland. Lapidare Feststellung: Mit unverminderter Schärfe geht die Wirtschaftskrise um &#8211; dort wie hier.
Die einstweiligen Folgen allerdings sind dieseits des Atlantiks längst nicht so zu spüren wie dort im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Möge es doch hier bei uns milder bleiben, mögen wir von zu grossen sozialen Unruhen bewahrt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><!--[if gte mso 9]&gt;  Normal 0   21   false false false  DE X-NONE X-NONE              MicrosoftInternetExplorer4              &lt;![endif]--><!--[if gte mso 9]&gt;                                                                                                                                            &lt;![endif]--></p>
<div id="attachment_342" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/04/friseur.jpg"><img class="size-medium wp-image-342" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/04/friseur-250x166.jpg" alt="Steuern auf Bibeln und Friseur? - Nicht in Amerika..." width="250" height="166" /></a><p class="wp-caption-text">Steuern auf Bibeln und Friseur? - Nicht in Amerika... Foto: Szasz-Fabian Erika</p></div>
<p>Ich bin für einige Tage in Deutschland. Lapidare Feststellung: Mit unverminderter Schärfe geht die Wirtschaftskrise um &#8211; dort wie hier.</p>
<p>Die einstweiligen Folgen allerdings sind dieseits des Atlantiks längst nicht so zu spüren wie dort im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Möge es doch hier bei uns milder bleiben, mögen wir von zu grossen sozialen Unruhen bewahrt bleiben! Mein Eindruck ist, dass &#8220;der Amerikaner&#8221; besser mit dem Schweren umzugehen imstande sei. <span id="more-335"></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<h3 class="MsoNormal">Deutsche Fähigkeiten &#8211; damals und heute</h3>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Mag sein, dass ich mich in dieser Einschätzung irre. Denn ich weiss doch um die deutsche Tüchtigkeit, um die Leistung nach dem Kriege und so weiter. Schliesslich gehöre ich doch selbst zu jener Generation, die es aus dem Totalverlust von Heimat und Habe zu etwas gebracht hat. Ich vergesse es nicht.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Doch ich sehe auf der anderen Seite eine neue deutsche Fähigkeit: die Fähigkeit des Jammerns. Ich schreibe es nieder, obwohl es wohl nicht ankommt. &#8220;Weniger jammern&#8221;, habe ich kürzlich in einem kleinen Interview als Wunsch an meine deutschen Mitmenschen formuliert. Die Redakteurin des Kirchenblättchens bat mich, es fallen zu lassen. &#8220;Das hören wir nicht gern&#8221;, lautete die Begründung. Also strich ich die Bemerkung &#8211; lass sie hier aber stehen.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<h3 class="MsoNormal">Parade guter Taten</h3>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Wie nun geht man in Amerika mit den Folgen der Krise um? Meist mit aktivem Tun. In den Abendnachrichten des von mir favorisierten Fernsehsender NBC (mit Brian Williams) werden jetzt fortlaufend Beispiele kleiner, guter Taten gebracht. Eine Lehrerin, die armen Kindern aus ihrer Tasche die Schulspeisung bezahlt. Ein Kinobesitzer, der an einem Tag der Woche aufs Eintrittsgeld verzichtet. Ein Gastwirt, der es den Gästen überlässt, welchen Betrag sie fürs Essen bezahlen. Es geht um praktische Hilfe, um phantasievolles Tun.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Das Riesenproblem der wirtschaftlichen Misere wird dadurch nicht gelöst und über den Berg sind wir noch lange nicht. Und doch sind es allemal, wie ich finde, kleine Hoffungszeichen, wenn man den Kopf nicht einfach hängen lässt, sondern wenn man etwas tut.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<h3 class="MsoNormal">Sparen am falschen Ende</h3>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Die fehlenden Steuereinnahmen zwingen derzeit zu sehr spürbaren Einschnitten. Dass hier und da die Strassenbeleuchtungen abgeschaltet werden, mag man noch achselzuckend hinnehmen. Schwerer wirken sich einseitig verfügte Lohnkürzungen aus. Ganz schwierig aber wird es, wenn sich die Verwaltung genötigt sieht, Lehrer zu entlassen oder &#8211; wie es gerade in Orlando geschieht &#8211; Schulen ganz zu schliessen. Es sind sechs an der Zahl, denen das Ende droht. Zusammenlegung ist dann ein anderes Wort für die Pleite der öffentlichen Kassen.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Es ist ganz verrückt: Während Millionen die Puste ausgeht, wird alles teurer. Die Gebühren für die Zollstrassen, von denen es eine ganze Menge gibt, werden drastisch angehoben. Auch die Stromrechnung steigt. Dank Aldi aber (die Kette hat sich in Florida vor einigen Monaten eingefunden und eine Reihe von Filialen eröffnet) sinkt wenigstens der Milchpreis. Wie das? Nun, Aldi unterbot den üblichen Preis für eine Gallone Milch ganz signifikant. Da blieb den Supermärkten nichts anderes übrig als nachzuziehen.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<h3 class="MsoNormal">Tapfere gehen auf die Strasse</h3>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Wie reagiert man nun auf diesen schwer begreiflichen Vorgang? Man demonstriert. Und zu hoffen ist, das solcher Druck helfen möge. Denn dass im reichsten Land der Welt Geld für die Bildung &#8211; die wichtigste Zukunftsinvestition &#8211; fehlen soll, ist ein Skandal. Natürlich demonstriert nur eine Minderheit. Viele, zu viele haben andere, existenzielle Sorgen, sind ganz und gar unter die Räder gekommen. Sie leben von &#8220;Food Stamps&#8221;, Lebensmittelgutscheinen, die die Behörden auf Antrag verteilen. Jeder Lebensmittelhändler löst sie ein.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<h3 class="MsoNormal">Der Staat in der Sackgasse</h3>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Und der Staat? Man weiss, dass die Druckerpressen, die Geld drucken, auf hohen Touren laufen. Wird es gut gehen? Auf regionaler Ebene aber greift Ratlosigkeit um sich. Die kassen sind leer. Denn der Tourismus geht zurück und damit die  Steuereinnahmen (Disney!), die bisher immer so munter sprudelten. Von ihnen besonders lebt nicht nur die Orlando-Area. Schon sind einige Grossprojekte auf Eis gelegt.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Da aber solches nicht reicht, sinnt man auf zusätzliche Einnahmen. Das Letzte, was den Abgeordneten kürzlich einfiel: Besteuerung von Bibeln (bei deren Kauf) und beim Friseur. Das waren Bereiche, die bisher steuerfrei waren und es wohl auch bleiben werden. Denn kaum war der Plan ans Licht gekommen, erhob sich ein Sturm der Entrüstung. Hier weiss man noch etwas von den wahren Werten.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">Bis zum nächsten Mal! – Günter Apsel</p>
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		<title>Überall gefragt: Deutschsprachige Dienste in Florida</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Mar 2009 09:03:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apsel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Günter Apsel, Florida]]></category>

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		<description><![CDATA[ Soeben bin ich vom Gottesdienst unserer Martin-Luther-Gemeinde Orlando, Florida, in meine vier Wände zurückgekehrt. An die fünfzig Menschen hatten sich heute – am Nachmittag um drei – zur Feier des Sonntags eingefunden. In der Kartei führe ich hundert Namen, also ist es ein exzellenter Schnitt.
Sie sind zum Teil von weither angereist, zum Beispiel von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--[if gte mso 9]&gt;  Normal 0 21   false false false        MicrosoftInternetExplorer4  &lt;![endif]--><!--[if gte mso 9]&gt;   &lt;![endif]--> Soeben bin ich vom Gottesdienst unserer Martin-Luther-Gemeinde Orlando, Florida, in meine vier Wände zurückgekehrt. An die fünfzig Menschen hatten sich heute – am Nachmittag um drei – zur Feier des Sonntags eingefunden. In der Kartei führe ich hundert Namen, also ist es ein exzellenter Schnitt.</p>
<p class="MsoNormal">Sie sind zum Teil von weither angereist, zum Beispiel von der Atlantikküste noch hinter Daytona Beach. Anderthalb Stunden Fahrt pro Strecke. Auch einige Gäste aus Deutschland haben den Weg zu uns gefunden.<span id="more-295"></span></p>
<h3 class="MsoNormal">Deutsch als Magnet</h3>
<p class="MsoNormal">Was ist es, so frage ich mich immer wieder, das normale Zeitgenossen veranlasst, solche Wege auf sich zu nehmen? Die einfache und wohl auch richtige Antwort lautet: Es ist die Muttersprache. Denn Gottesdienste werden hierzulande fast an jeder Straßenecke angeboten. Die Muttersprache und wohl auch das gesellige Beisammensein im Anschluss an jeden Gottesdienst. Zeit zum Austausch, zum Kennenlernen, zum Schwätzchen.</p>
<p class="MsoNormal">In Sun City Center, 20 Meilen südlich von Tampa, hat kürzlich die Jahreskonferenz der floridianischen Gemeindegruppen deutscher Sprache stattgefunden. Die offizielle Bezeichnung lautet: Regionalkonferenz der DELKINA, wobei die Abkürzung für »Deutsche Evangelisch-Lutherische Konferenz in Nordamerika« steht. So was gibt&#8217;s.</p>
<p class="MsoNormal">Etwa ein Dutzend Gruppen waren vertreten. Die meisten arbeiten als unselbstständige Zweige amerikanischer Kirchengemeinden. Ihre Entstehung verdankt sich in der Regel glücklichen Zufällen. Wir aber haben einen offiziellen Status innerhalb der ELCA (Evangelical Lutheran Church in America).</p>
<h3 class="MsoNormal">Deutsche Clubs, deutsche Gottesdienste</h3>
<p class="MsoNormal">Ein Entstehungsbeispiel: Ocala, ein Ort der Pferdezucht im Herzen Floridas. Vor vier Jahren zog ein kirchentreues evangelisches Ehepaar dorthin, eröffnete ein Bed and Breakfast. Das floriert. In Ocala gab&#8217;s alles – sogar zwei deutsche Clubs, doch keinen Gottesdienst in der Muttersprache. Inzwischen gibt&#8217;s ihn, einmal im Monat.</p>
<p class="MsoNormal">In der Startphase habe ich mitgeholfen, bin etliche Male sieben Stunden unterwegs gewesen, um meine Predigt abzuliefern. Inzwischen schafft man&#8217;s dort aus eigener Kraft. Man hat einen amerikanischen Pastor im Ruhestand gefunden, der in grauer Vorzeit an der Hamburger Uni deutsch gelernt hat.</p>
<h3 class="MsoNormal">Joint-venture mit der EKD</h3>
<p class="MsoNormal">In Sun City Center war ein Oberkirchenrat der EKD zu Gast. Der hatte am Tag zuvor den neuen deutschen Pfarrer in Miami eingeführt. Die Stelle: ein joint-venture, ein Kooperationsmodell zwischen der lutherischen Kirche in Amerika und der EKD. Sehr sinnvoll, denn in Miami und Umgebung leben viele Deutsche.</p>
<p class="MsoNormal">Die EKD müsse viel mehr für die Deutschen in Florida tun, forderte einer mit der Begründung, man zahle ja schließlich seine Kirchensteuer in Deutschland. Auf Mallorca und in Thailand helfe man ja auch. Hier aber, in Florida, lebten inzwischen um die 300.000 Menschen deutscher Zunge.</p>
<p class="MsoNormal">Der diese Forderung erhob, war aus der Gruppe der Langzeiturlauber. Von solchen Zeitgenossen deutscher Zunge gibt es allein in der Gegend von Fort Myers, am Golf von Mexiko gelegen, Zehntausende.</p>
<h3 class="MsoNormal">Ohne »Moos« keine Chance</h3>
<p class="MsoNormal">Wenn ich nun hinzufüge: gealterte Zahnaerzte, so stimmt das natürlich nur tendenziell. Doch einigermaßen begütert muss man schon sein, wenn man hier Fuß  fassen will – unter der einschneidenden Voraussetzung, dass man sein Domizil nur jeweils für ein halbes Jahr bewohnen darf. Die Bestimmungen lassen es nicht anders zu.</p>
<p class="MsoNormal">Daraus hat Walter Kreutzer (Name geändert) das Beste gemacht. Sechs Monate Florida, die übrige Zeit auf Teneriffa. Ab und zu mal in Deutschland, um zu sehen, ob alles noch steht.</p>
<p class="MsoNormal">Die auf Dauer hier leben, sind allerdings Menschen wie du und ich. In der Regel haben sie sich hierhin verheiratet. Eine von denen, so erfuhr man in Sun City Center, sei vor kurzem gestorben. Im Alter von 102 Jahren.</p>
<p class="MsoNormal">Das teilte die Pfarrerin mit, die die Beerdigung gehalten hat. Die Heimgegangene – eine ehemalige Steglitzerin. Ja, Berlin-Steglitz. Dort wäre sie wohl kaum so alt geworden, mutmaßte die Theologin, die eigens zum Zwecke dieser Amtshandlung nach Florida gekommen war. Die Angehörigen hätten es gewünscht.</p>
<h3 class="MsoNormal">Dienstreise: zur Beerdigung nach Florida</h3>
<p class="MsoNormal">Kein alltäglicher Vorgang. So habe auch der Superintendent, der den Sonderurlaub genehmigte, scherzend hinzugefügt, dass ihm selbst solches Glück noch nie widerfahren sei. Zu einer Beerdigung nach Florida!</p>
<p class="MsoNormal">Sun City Center, ein Ort für Betagte. Eigens dafür gebaut. An den Kirchen – es hat den Anschein, dass jede Denomination hier vertreten ist – findet man Parkplätze in winzigem Zuschnitt, neben solchen in Normalgrösse. Die kleinen sind für Golfcarts vorgesehen. Damit fährt man zur Kirche.</p>
<p class="MsoNormal">Immer wieder schön finde ich die Redeemer Lutheran Church, in der die Konferenz schon seit Jahren zu Gast ist. Auch wegen des freundlichen Pastors Dr. Peter Willer (auch dieser Name ist geändert). Aus Hannover stammend, hat er sich  zunächst nach Kanada abgesetzt, bevor er sich nach weiteren Zwischenstationen an diesen Ort verdingt hat.</p>
<h3 class="MsoNormal">Für »Pastor&#8217;s wife«</h3>
<p class="MsoNormal">Wo nicht nur der Pastor noch was gilt. Auch die Pfarrfrau wird hochgeachtet. Ein Parkplatz, unmittelbar neben dem Eingang zur Kirche, ist mit einem Schild gekennzeichnet. »Pastor&#8217;s wife« steht drauf. Schon beim flüchtigen Nachdenken wird mir klar, dass sich eine solche Sitte kaum als Exportartikel eignen würde. Schon deshalb nicht, weil man eine solche soziale Kontrolle sicher strikt ablehnen dürfte. Bis zu nächsten Mal!</p>
<p class="MsoNormal">Günter Apsel</p>
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		<title>Abschwung – und kein Ende in Sicht</title>
		<link>http://blog.unserekirche.de/2009/02/09/abschwung-%e2%80%93-und-kein-ende-in-sicht/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 16:31:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apsel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Günter Apsel, Florida]]></category>

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		<description><![CDATA[
&#8220;Amerikanische Wirtschaft bricht dramatisch ein!&#8221; Dieser Schlagzeile, in einem deutschen Investmentmagazin, hätte es nicht bedurft, um zu wissen, was los ist. Die Zeiten sind wirklich schlecht. Man stellt sich auf eine längere Frist ein, bevor es – so hofft man – wieder besser werden kann. Ganz Verwegene allerdings setzen auf den Urknall, den Obamas Stimulus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--[if gte mso 9]&gt;  Normal 0 21   false false false        MicrosoftInternetExplorer4  &lt;![endif]--><!--[if gte mso 9]&gt;   &lt;![endif]--></p>
<div id="attachment_227" class="wp-caption alignleft" style="width: 264px"><img class="size-medium wp-image-227" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/usa-wall-fotolia_8459980_xs-300x200.jpg" alt="New York, Wallstreet, Stock Exchange - Epizentrum der Finanzkrise" width="254" height="169" /><p class="wp-caption-text">New York, Wallstreet, Stock Exchange - Epizentrum der Finanzkrise</p></div>
<p>&#8220;Amerikanische Wirtschaft bricht dramatisch ein!&#8221; Dieser Schlagzeile, in einem deutschen Investmentmagazin, hätte es nicht bedurft, um zu wissen, was los ist. Die Zeiten sind wirklich schlecht. Man stellt sich auf eine längere Frist ein, bevor es – so hofft man – wieder besser werden kann. Ganz Verwegene allerdings setzen auf den Urknall, den Obamas Stimulus Package, das Ankurbelungsprogramm also, bringen könnte.<span id="more-221"></span></p>
<p class="MsoNormal">Einstweilen allerdings macht sich der Mangel allenthalben bemerkbar. Zum Teil mit voller Wucht. Schon vor Monaten haben zwei meiner Lieblingsketten dichtgemacht. Ich rede von Gaststätten. &#8220;Bennigans&#8221; war irisch oder gab sich wenigstens so: Urige Pubatmosphäre, hinreichend große Portionen.</p>
<p class="MsoNormal">Die andere Kette führte nannte sich &#8220;Steak and Ale&#8221;. Ein Name, der hielt, was er versprach. Zu jedem Steakgericht – mit oder ohne Bier – kam die freie Auswahl an der Salatbar dazu. Mit der angenehmen Folge, dass man schon vor dem Hauptgericht halbsatt war und einen Teil desselben mit nach Hause nehmen konnte.</p>
<p class="MsoNormal">Eine Sitte, die – wenn ich es recht sehe – mittlerweile auch in Deutschland Schule macht. Für einige, ich gebe es zu, dürfte es eher eine Unsitte sein.</p>
<p class="MsoNormal">Die zwei Ketten sind also wohl auf immer weg. Traurig und recht öde stehen die verlassenen Gebäude in der Gegend. Wirklich, kein schöner Anblick. Wie auch nicht die anderen Geschäfte, die nun out of business sind. Einige &#8220;Albertson&#8217;s&#8221;-Supermärkte, alle &#8220;Linens and Things&#8221; (Haushaltswaren) und demnächst – der Totalausverkauf läuft noch – Circuit City, dem Media Markt vergleichbar. Wenn auch nicht so klotzig.</p>
<p class="MsoNormal">Die meisten Textilkaufhäuser haben sich bisher halten können, obwohl selbst Macy&#8217;s (man kennt es vielleicht von der berühmten Thanksgiving Parade in New York her) die Streichung mehrerer tausend Arbeitsplätze angekündigt hat. Wenn es auch immer noch gelingt es, die Kundschaft mit verlockend erscheinenden Sonderangeboten anzuziehen, so gehen die Umsätze dramatisch zurück. Discounts von siebzig oder mehr Prozenten sind keine Seltenheit.</p>
<div id="attachment_225" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-225" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/usa-banker-fotolia_11073531_xs-300x198.jpg" alt="Kaum jemand in den USA kann sich zurzeit seines Jobs sicher sein." width="300" height="198" /><p class="wp-caption-text">Kaum jemand in den USA kann sich zurzeit seines Jobs sicher sein.</p></div>
<p>Dem kann man kaum widerstehen. Also habe auch ich mich schon mit allerhand Plunder für meine Lieben in Deutschland eingedeckt. Sollte ich dem Zoll in die Hände fallen, so liegen die Kassenzettel parat. Vor einigen Tagen kaufte ich mir zwei schöne Sakkos für sage und schreibe 96,83 Dollar. Am Ende des Kassenzettels wird der eingesparte Betrag ausgewiesen. Da steht es schwarz auf weiß: &#8220;If purchased elsewhere $470,00&#8243;. Ich habe also fast $380 gespart.</p>
<p class="MsoNormal">Nun aber das für Normalverdienende Wichtigere: Wie kommt man über die Runden? Sabine, ein Mitglied unserer Gemeinde, sieht sich und ihre Familie in arger Bedrängnis. Sie hat ihren Job als Sekretärin verloren, ihr Mann den seinen. Er war im Maklerwesen tätig. Ihr Haus ist mit einer Hypothek belastet. Die Tochter studiert. Wie&#8217;s weitergehen soll, wissen sie nicht.</p>
<p class="MsoNormal">Auch Andreas, Mitglied in unserem Kirchenvorstand, hat Grund zum Zittern. Er ist bei Sprint beschäftigt (Telekommunikation). Mehrere tausend Stellen sollen dort in den nächsten Monaten wegfallen. Vor Jahren gab es dort schon mal eine Delle; da stand sein Jobplatz auch auf der Kippe. Doch es ging an ihm vorbei.</p>
<p class="MsoNormal">Wenn es diesmal schief gehen sollte, wird er mit Frau und zwei Kindern eineinhalb Jahre finanziell überleben können. So beschwichtigte er meine Besorgnis, als wir uns darueber unterhielten. Sie hätten vorgesorgt. Außerdem arbeitet seine Frau in einem zunächst noch als krisensicher erscheinenden Beruf: Lehrerin.</p>
<p class="MsoNormal">Über Arbeitslosengeld, Krankenversicherung und Sozialleistungen schweige ich mich lieber aus. Alles sehr undurchsichtig und schwankend. Bei Bekannten habe ich vor einiger Zeit erlebt, dass, als die Stelle flöten ging, automatisch auch die Krankenversicherung zu Ende war. Allerdings hatte die Betreffende selbst gekündigt.</p>
<p class="MsoNormal">Die Dame, um die vierzig, hat zwar inzwischen wieder eine Anstellung gefunden, jedoch ohne Vertrag und ohne jede soziale Absicherung. Keine Krankenversicherung. Ein Schicksal, das sie mit Millionen anderer teilt.</p>
<p class="MsoNormal">
<div id="attachment_226" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-226" src="http://blog.unserekirche.de/wp-content/uploads/2009/02/usa-musiker-fotolia_3410767_xs-300x225.jpg" alt="Musik für einen Quarterdollar: Jazzmusiker im New Yorker Central Park" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Musik für einen Quarterdollar: Jazzmusiker im New Yorker Central Park</p></div>
<p>Wie kommt man nun, wenn alle Stricke reißen, zu Cash? Grünanlagen pflegen, lautet ein Vorschlag. Oder Nachhilfeunterricht erteilen. Oder sich als lebende Litfassäule verdingen. Die ersten beiden Vorschläge entnehme ich der Zeitung.</p>
<p class="MsoNormal">Den dritten meiner Beobachtungsgabe, zu der allerdings in diesem Falle nicht viel gehört. Denn die Schilder wedelnden Männer stehen unübersehbar an den Straßenkreuzungen und machen die Vorüberfahrenden auf das Geschäft nebenan aufmerksam: Hier die Einfahrt zur Juwelenreparatur, dort die zum günstigen Kauf einer Wohnung! Sechs bis acht Dollar die Stunde fürs Schilderhalten. Wenig genug.</p>
<p class="MsoNormal">Überall stagniert der Absatz. Auch und gerade bei den Autohändlern. Vor kurzem habe ich einen schwerwiegenden Fehler begangen. Ein Neuwagen mit 50 Prozent Rabatt, sagte das Inserat. Ich fuhr hin, wollte mich überzeugen. Es stimmte. Doch sonst stimmte an dem Auto (es war nur ein Exemplar zu dieser Kondition zu haben!) nichts. Ein Gefährt ohne Klimaanlage zum Beispiel ist in Florida ein Unding.</p>
<p class="MsoNormal">Um es kurz zu machen: Seitdem ich dort war und dem Verkäufer zu allem Überfluss meine Telefonnummer gegeben habe (ein totales Fehlverhalten, wie jedermann weiß), ruft der mich jeden Tag an, ob ich denn nicht doch vielleicht&#8230; Na klar, der steht auch mit dem Rücken zur Wand, will  koste es, was es wolle – zu Geld kommen.</p>
<p class="MsoNormal">Die Arbeitslosigkeit steigt auf Rekordniveau. Bevor es besser wird, wird&#8217;s erst noch schlimmer werden. Sagt der Präsident und wenn einer, so wird&#8217;s er wissen.</p>
<p class="MsoNormal">Bis zum nächsten Mal.</p>
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