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Zwischen den Zeiten

Lisa und Dörthe mit ihren "Gastmüttern" und Lisas "Gastschwester"

Lisa und Dörthe mit ihren "Gastmüttern" und Lisas "Gastschwester"

So langsam aber sicher nähert sich unser Aufenthalt dem Ende. Es liegen wieder ereignisreiche Tage hinter uns – und um schon ein wenig voraus zu greifen – ereignisreiche Tage vor uns. Am Sonntag sind wir nach Nozominomon gefahren und haben dort unseren dritten japanischen Gottesdienst mitbekommen. Während Imotosan über den Barmherzigen Samariter predigte, übersetzte Schindosan für uns. Es war eine besondere Freude, sie und die Frauen von Gakuen wiederzutreffen.

Während gestern Vormittag draußen der Wind den Regen auf die Erde peitschte (wie ich auf Nachfrage bei einer Mitarbeiterin erfuhr, handelte es sich hierbei um den Ausläufer eines Taifuns, der vor der japanischen Küste wütete – gut, dass ich nachgefragt habe ;-) ), hatten wir unseren Einsatz im Kinderheim. Nachdem wir einige Gemeinschaftsräume gesäubert hatten, spielten wir intensiv mit den Kindern, die hier im Kindergarten sind. Auf allen Ebenen verstärkt sich die Intensität der zwischenmenschlichen Interaktionen und “Dialoge“.

Doch auch schon erste Abschiedsgedanken mischen sich immer wieder neu unter die Wahrnehmungen und Begegnungen. Wir stellen fest, dass es uns nicht leicht fallen wird, von dem Land und seinen Menschen Abschied zu nehmen, die uns so herzlich, freundlich und so offen begegneten.

Das durften wir gestern erneut auf besondere Weise bei unserem 2. Homestay in Chiba erleben. Unsere “Gastmütter” und Lisas “Gastschwester” hatten wir bereits in der Nishichiba Kirche getroffen, als Gudrun vor zwei Wochen dort predigte. Es war ein fröhliches “Wiedersehen” und nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken trennten sich Lisas und mein Weg, und wir verbrachten den Abend und die Nacht bei unserer jeweiligen Gastfamilie.

Lisa konnte sich mit ihrer Gastschwester und größtenteils auch mit ihrer Gastmutter auf deutsch austauschen, weil erstere 10 Monate einen Deutschlandaustausch gemacht hatte. Ich konnte mit meinen Gasteltern, v.a. mit meiner Gastmutter englisch sprechen, während mein Gastvater der Konversation durch Übersetzungen teilhaftig war.

Lustigerweise hat sowohl Lisa, wie auch ich, noch mal Spezialunterricht für bestimmte japanische Ausdrücke erhalten. Wobei sich in meinem Kopf gerade alles vermischt und das Englische dominiert und ich zum Teil deutsche Worte als fremdartig einstufe oder sie mir gar nicht mehr einfallen (soweit ist es schon! – gestern wollte mir doch das Wort “Rolltreppe“ nicht mehr in den Sinn kommen).

Wir stellten bei unserem 2. Homestay fest, dass zu unseren Gastfamilien schon eine besondere Verbindung herrschte, es war ein inneres, ein geistliches Band gegeben, gestiftet in unserem christlichen Glauben. Irgendwie war das spürbar und öffnete Türen, die trotz mancher Sprachbarriere und trotz so manchem Missverständnis zu durchschreiten waren. Wir genossen unseren 2.Homestay und trafen heute Morgen bei strahlendem Sonnenschein in einem Flowermuseum ein (der Taifun hat mal wieder für klare Luft gesorgt, so dass man auch den Fujijama vom Auto aussehen konnte – super beeindruckend!) .

Lisa, unsere beiden Gastmütter und ich verbrachten einen schönen Vormittag zusammen, bevor es für uns beiden “Doitsejin” wieder Zeit wurde “Ogenki de” (Alles Gute!) und “Sayonara” zu sagen und neuen Abenteuern entgegenzufahren. Morgen geht`s mit dem “Dencha” nach Kyoto und übermorgen nach Hiroshima. Zum Abschluss unseres Praktikums suchen wir diese beiden Orte zur “Fortbildung” auf.

Zwischen den Zeiten – viele kleine und besondere Erinnerungen haben wir schon, aber es werden wohl noch so einige hinzukommen.

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