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Wir sind in Kazusa-no-Sato

Lisa im Kampf mit Shindosan

Lisa im "Kampf" mit Shindosan

Es ist mal wieder Zeit euch wissen zu lassen, was wir hier drüben erleben. Dabei ist das nicht wirklich einfach oder gar nicht wirklich zu beschreiben. Es ist hier ein Erleben auf vielen verschiedenen Ebenen: Die viele Erlebnisse und Eindrücke prägen einen, aber man kann die Bilder ihrer Prägung noch nicht so recht erkennen.
Besonders beeindrucken uns die Begegnungen mit den Menschen. Die Offenheit und Freude der Japaner, auch wenn man immer mal wieder an sprachliche Grenzen stößt oder multilingual kommuniziert (Englisch, deutsch, ein paar Brocken japanisch und mit Händen und Füßen). Das erfordert sehr viel Konzentration und nebenbei ziehen die vielen neuen Eindrücke Energie.Gestern war wieder ein sehr ereignisreicher Tag. Einerseits haben wir einen Vortrag vor den Abteilungsleitern von Nozominomon gehalten und über unsere soziale Praxis in Deutschland referiert. Wir haben erzählt, welche Erfahrungen wir bisher im sozialen Bereich gesammelt haben, was uns dabei besonders geprägt hat und welche Rolle hierbei für uns der christliche Glaube spielt.

Nach dem Vortrag sind wir gestern ins Kinderheim Kazusa-no-Sato umgezogen. Kazusa-Minato liegt südlich und etwas ländlicher als Futtsu. Wir sind hier in einer Gästewohnung in einem ehemaligen Schulgebäude untergebracht. An die dreißig Kinder leben hier in Kazusa-no-Sato. Man merkt die Neugier und Offenheit der Kinder. Die Kinder sind Sozialwaisen, und haben zum großen Teil sehr traumatische Hintergründe. Gestern Abend wurden wir nach Mobara gefahren (das liegt auf der anderen Seite dieser Halbinsel, d.h. im Osten des Distrikts Chiba, an der Ostküste zum Pazifik). Dort besuchten wir eine Aikidohalle, die dem Vater vom Shindosan (unserer Dolmetscherin in Nozominomon) gehört. Wir durften das Training der Kinder mitverfolgen. Zwischendurch bekamen wir Einzelunterricht von Shindosan und ihrem Vater.

Bei den Aufwärmübungen der Erwachsenen Aikidokämpfer durften wir mitmachen. Im Anschluss sahen wir Kämpfe mit Holzschwerter und richtigen Schwertern. Selbst für Nishiyamasan, einem Japaner, der uns von Kazusa-no-Sato nach Mobara gefahren hatte, war dies sehr beeindruckend.

Dörthe bekommt von Shindosans Vater Einzelunterricht

Dörthe bekommt von Shindosans Vater Einzelunterricht

Heute waren wir ganztägig hier im Kinderheim eingesetzt. Wir frühstückten zusammen mit drei Mädchen, die alle die Junior Highschool besuchen. Eine unter ihnen kann sehr gut englisch sprechen. Anschließend begleiteten wir einige Kinder auf ihrem 25minütigen Weg zur Schule. Dort konnten wir auch Einblick in einzelne Unterrichtsklassen gewinnen, u.a. erlebten wir eine Klasse beim leidenschaftlichen Singen.

Während die Kinder in der Schule waren, standen für die Mitarbeitenden Hausarbeit an. Hier packten wir mit an: wir saugten und legten die Wäsche der Kinder zusammen. Unser Dolmetscherin hier ist eine 23 Jahre alte Japanerin, die uns heute Nachmittag ein wenig in die Besonderheiten der japanischen Sprache eingeführt hat.

Die Tage sind sehr ereignisreich.

Morgen fliegt Gudrun Scheer zurück nach Deutschland. Es ist gut zu wissen, dass wir mit Shindosan Kontakt aufnehmen können, um weitere Einzelheiten zu klären. Morgen haben wir frei und können die Erlebnisse und Eindrücke der letzten Tage in Ruhe sacken lassen!

Wir bleiben in Verbindung!

Ogenki des! (Alles Gute)

5 Kommentare zu „Wir sind in Kazusa-no-Sato“

  1. Antje Lehmann sagt:

    Hallo und herzliche Grüße nach Japan. Ich freue mich sehr, dass Sie uns so intensiv an Ihren Erlebnissen teilhaben lassen und fast täglich schreiben. Vielen Dank dafür und morgen einen erholsamen Tag.

  2. Noriko Shindo sagt:

    Liebe Doerti, Liebe Lisa!

    Gut, dass ihr auch in Kazusa-no-sato viele interessante Erlebnisse haben koennt! bin auch sehr gespannt, was ihr dort erleben koennt und wie ihr darueber denkt und euch fuehlt. Falls ihr etwas brauchen, bin immer bereit euch zu helfen. Geniesst eueren Aufenthalt in unserem Land weiter!! Viel Spass!!
    (eine kleine Korrektur: Kazusaminato soll besser Kazusa-Minato geschrieben werden, da “Kazusa” ist ein alter Name von dem suedlichen Haelfte des Praefektors Chiba und “Minato” bedeutet Hafen.)

    noriko

  3. Jutta sagt:

    Hallo Ihr Japanerinnen,
    so wie sich das anhört macht ihr eine Menge Erfahrungen… Ich habe nun auch meinen Urlaub beendet, und nun geht es fröhlich weiter hier im MBK. Ich habe in der letzten Zeit von zu Hause aus eure Berichte verfolgt, aber es immer wieder nicht geschafft etwas zurück zu schreiben. Naja, nun ein Zeichen, das wir eure Worte hier gut verfolgen und immer wieder gespannt auf Neuigkeiten warten und lauschen.
    Bis bald hoffentlich, und ich hoffe ihr konntet euren freien Tag genießen…
    Gruß Jutta

  4. Sina sagt:

    Hallo ihr beiden =)
    Es freut mich sehr dass es euch so gut geht dadrüben. Ich hoffe ihr habt euer Können im Bereich Selbstverteidigung gezeigt. Das Dörthe das kann weiß ich ja, nur ich hoffe du hast da niemandem blaue Flecke zugefügr ;)
    Ich wünsche euch noch eine wundervolle Zeit und noch eine Menge neuer Eindrücke.
    liebe Grüße und ein föhliches Sushi !
    Sina

  5. Mona sagt:

    Hallo Ihr zwei, liebe Dörthe,

    endlich habe ich Zeit mal ein paar Zeilen zu schreiben. Nach zwei Wochen wird das ja auch mal langsam Zeit ;-)
    Da kann man ja echt neidisch werden bei Euren ganzen Erlebnissen. Aber ich gönne es Euch, so was erlebt man nur einmal.
    Also bitte weiter so intensiv berichten ;-) Genießt die Zeit und die vielen netten Begegnungen!

    Bis bald,

    Mona

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