Am Flughafen
Warten am Flughafen. Unser Sohn ist unruhig und krabbelt ungeduldig von Bank zu Bank. Plötzlich nähert sich eine Mutter mit ihrer Tochter. Sie wirkt aufgelöst und kommt direkt auf mich zu. Sie zeigt mir Flugticket und ihren Pass. Auf ihrem Pass klebt die bekannte “6″ (siehe Blogeintrag vom 6. Februar 2009).
Die Frau möchte nach Paris und findet ihr Gate nicht. Ich zeige ihr den richtigen Ort und sie setzt sich erleichtert hin. In der Zwischenzeit freunden sich die beiden Kinder an. Wir kommen ins Gespräch und es stellt sich heraus, dass die Frau aus dem Gazastreifen kommt und ihre Tochter nach Frankreich in ein Krankenhaus bringen wird. Unter dem Schal, den das Mädchen trägt, sieht man eine Schussverletzung am Hals.
Wie sie aus Gaza herausgekommen ist, erfahre ich nicht. Auch nicht, wer ihr die anstehende Operation bezahlen wird. Doch die militärische Auseinandersetzung in Gaza bekommt plötzlich wieder ein Gesicht und nachdenklich beobachte ich die beiden Kinder beim Spiel.



25. Mai 2009 um 16:53 Uhr
Wieder bin ich sehr traurig. Warum muss man Menschen so behandeln? Hoffentlich hat man die Frau mit ihrer Tochter bei Klassifizierung mit 6 !!! überhaupt aus Israel rausgelassen. Ich wünsche dem kleinen Mädchen, dass ihr geholfen wird.
25. Mai 2009 um 17:08 Uhr
Das Bild sollte auf allen Titelseiten großer Zeitungen erscheinen. So macht man Frieden. Dass muss man doch dann eigentlich nicht lernen müssen, wenn das doch unsere Kinder schon können. Vielleicht sollten wir uns unsere Welt öfters von unseren Kindern erklären lassen…v.a. vielleicht vom Kind aus Bethlehem…