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Gottesdienst in einer Moschee – Himmelfahrt in Jerusalem

In der Himmelfahrtkapelle wird Gottesdienst gefeiert.

In der Himmelfahrtkapelle wird Gottesdienst gefeiert.

Der Ort, an dem der Himmelfahrt Christi gedacht wird, ist seit der Rückeroberung  Jerusalems 1187 durch Saladin im muslimischen Besitz. Da im Islam auch der Himmelfahrt Jesu gedacht wird, ließ der Eroberer die Kreuzfahrerkapelle stehen, verwandelte  sie kurzerhand in eine Moschee und ergänzte den Bau u.a. mit einem Minarett.

Schon 390 nach Christus war hier eine erste Kapelle gebaut worden und auf einem Stein im inneren des Oktogons finden Glaubende noch heute den (etwas groß geratenen) Fußabdruck Jesu. Zweimal im Jahr dürfen die Christen dort Gottesdienste feiern. Einmal zum westlichen und einmal zum orthodoxen Himmelfahrtfest.

Das Gotteshaus wird geschmückt, Paramente werden aufgehängt, Zelte aufgestellt und die ganze Nacht hindurch werden Messen gefeiert.

Die Kapelle ist geschmückt. Pilger beugen sich zum Fußabdruck Christi.

Die Kapelle ist geschmückt. Pilger beugen sich zum Fußabdruck Christi.

Am Morgen des Himmelfahrttages wird ein Hochamt gefeiert. Direkt nach dem Gottesdienst beginnen die Aufräumarbeiten und wenig später ahnt man nichts mehr von der kirchlichen Nutzung. Nur etwas Weihrauch liegt noch in der Luft. Was in Westfalen unmöglich wäre, gehört in Jerusalem zum Status Quo. Eine verrückte Stadt.

Ein Palästinenser wartet auf das Ende des Gottesdienstes. Vielleicht kauft ja doch noch ein Pilger eine Zweig vom Ölbaum?

Ein Palästinenser wartet auf das Ende des Gottesdienstes. Vielleicht kauft ja doch noch ein Pilger eine Zweig vom Ölbaum?

Nicht weit entfernt feierten wir am Nachmittag den evangelischen Himmelfahrtgottesdienst mit den palästinensischen und amerikanischen Lutheranern. Die evangelische Himmelfahrtkirche ist nicht wie gewöhnlich nach Osten ausgerichtet, sondern zeigt Richtung Süden zur nahe gelegenen Himmelfahrtkapelle, die am Nachmittag schon wieder eine Moschee war.

1 Kommentar zu „Gottesdienst in einer Moschee – Himmelfahrt in Jerusalem“

  1. Astrid sagt:

    Diesen Bericht finde ich so schön, dass ich ihn immer wieder lese. Leider war ich nur 3 Tage in Jerusalem und dabei wurde mir klar, dass es viel zu kurz war, um auch nur einen Bruchteil von dem zu erfassen, was es da alles zu entdecken gibt. Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie uns an Ihren Beobachtungen, die man in keinem Reiseführer findet, teilhaben lassen. Sehr schön finde ich auch immer die Fotos, von denen jedes für sich spricht.
    Weiter so – ich freu mich drauf. Viele Grüße aus Köln.

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