Der Bischof von Rom III
Am letzten Tag seines Aufenthaltes in Jerusalem besuchte der Summus Pontifex zunächst den griechischen Patriarchchen Theophilos III. Zu dem Ereignis waren die Vertreter vieler Kirchen der heiligen Stadt eingeladen.
Mit der Einladungskarte musste ich zahlreiche Kontollen in der abgeriegelten Altstadt durchlaufen. Obwohl das Treffen der beiden Kirchenoberhäupter erst um 9:15 stattfand, schlossen die Türen den Patriarchats für die Gäste schon um 7:00 Uhr. Das Gelände der Himmelfahrtkirche, in dessen Nähe der Papst übernachtete, konnte man nur bis 7:00 verlassen. Danach wurden die Straßen gesperrt.
Doch das Warten hatte seinen Vorteil. Man hatte endlich einmal wieder Zeit für Gespräche mit den Kollegen anderer Konfessionen. Dann ging alles schnell. Benedikt kam, gefolgt von einer großen Gruppe Fotografen. Der Patriarch hielt eine kurze Ansprache, der Papst antwortete mit einer kurzen Rede, es gab Fotos und die Delegation verließ den Saal. Es ging nun zu Fuß zur Grabes- und Auferstehungskirche. Die Gassen und der Vorplatz der Kirche war gefüllt mit teils schwer bewaffneten Soldaten und Polizisten. Ein absurdes Bild, denn normalerweise drängen sich dort Pilger und Touristen.
Dieser Eindruck verstärkte sich auf meinem Weg zum armenischen Patriarchat. Die Geschäfte der Altstadt waren geschlossen und in den engen Straßen war niemand zu sehen. Nur alle etwa 50 Meter musste ich eine gut bewachte Kontrolle passieren.
Bei den Armeniern war die Stimmung heiter, denn die Kirche hatte auch Schüler und Schülerinnen zum Empfang eingeladen, die in Vorfreude Fähnchen Armeniens und des Vatikans schwenkten.

Heitere Stimmung bei den Armeniern
Nach den Empfängen machte sich Erleichterung bei den israelischen Wachpersonal breit, die viele Stunden in der Hitze und unter Anspannung ihren Dienst verrichtet hatten. Absperrungen und Kartons mit leeren Wasserflaschen wurden weggetragen. Die Menschen strömten in die Altstadt. Der Alltag zog wieder in Jerusalem ein.




18. Mai 2009 um 20:31 Uhr
Lieber Michael, ein gaaanz dickes Dankeschön für die Herzlichkeit, mit der Du uns auf dem Ölberg empfangen hast. (Wir, das war eine Gruppe von 10 Leuten; Leserinnen und Lesern der Evangelischen Zeitung UK, die eine gute Woche lang das Heilige Land bereist hat.) Du hast uns so nett, lebendig, kurzweilig und natürlich über die Maßen kompetent die Lage in Jerusalem geschildert, dass die Gruppe regelrecht begeistert von Dir (und Deiner Familie) war. Einige fragten bei der Rückreise am Samstag, ob es wohl noch mal eine Gelegenheit gäbe, Euch zu treffen. Vielleicht sollten wir gleich mal die nächste Reise nach Jerusalem planen …
Es ist einfach schön, jemanden wie Euch als “Vertreter” im Heiligen Land zu wissen. Noch einmal: ein ganz herzliches “Danke” von uns allen.
Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten Deine Blogs sicherlich NOCH aufmerksamer und treuer lesen.
Liebe Grüße
Gerd-Matthias Hoeffchen, Redaktion UK
19. Mai 2009 um 18:11 Uhr
Der Beitrag mit den Fotos ist wieder hervorragend. Ich habe den Papstbesuch genauestens verfolgt. Die Frage ist, welche Folgen hatte der Besuch.
Ich freue mich auf weitere Berichte aus Jerusalem und warte schon ungeduldig darauf.
Viele Grüße aus Köln.