
Der Papst ist da: Die Fahne des Vatikans
Er ist da. Vor wenigen Minuten fuhren die Limousinen am Gelände der Himmelfahrtkirche vorbei. Zuvor war Benedikt XVI. auf dem Mount Scopus mit einem Helikopter gelandet. Zwei der Limousinen hatten Vatikanfähnchen, wohlmöglich um Attentäter zu verwirren. Die Straße, die an dem Gelände der Himmelfahrtkirche zum Sitz des Nuntius in unmittelbarer Nähe führt, wurde in den vergangenen Wochen neu hergerichtet: Graffiti wurden entfernt, neuer Asphalt wurde verlegt und auch die Straßenbemalung im palästinensisch bewohnten Stadtbezirk wurde erneuert. Alles erstrahlt nun im neuen Glanz.
“Der Papst sollte öfter kommen”, meinte einer der arabischen Mitarbeiter auf dem Gelände. Tatsächlich erinnern die Arbeiten aber ein wenig an die “Prozessionstraßen” Erich Honeckers. Denn die Renovierung erfolgte nur an den Straßenabschnitten, die der Papst vom Wagen aus sieht. Alles andere blieb beim alten. Die Wege sind mit Fahnen Israels, Jerusalems und des Vatikans geschmückt.
Auch auf unserem Gelände war heute israelisches Militär präsent, das darauf achtete, dass niemand den Wagenkonvoi beobachtete. Selbst vom Fenster war der Blick verboten. Gut, dass es einen Kirchturm gibt.

Die Yeshiva neben dem Sitz des Nuntius begrüßt den Papst auf ihre Weise...
Der Papst hat eine schwierige Aufgabe zu erfüllen. Zum einen muss er sich für die Rechte palästinensischer Christen einsetzen. Zum anderen will er sich um die Versöhnung mit den Muslimen bemühen und das zerrüttete Verhältnis zum Judentum wieder in Ordnung bringen.
Eine fast unmögliche Aufgabe.
Vom Turm konnte man sehen wie jüdische Demonstranten mit Plakaten von der Polizei schnell noch in Taxen gesetzt wurden. Auch die Siedlung direkt neben dem Sitz des Nuntius hat sich auf den Besuch vorbereitet. Ein großes Plakat wurde angebracht, das das Verhältnis zwischen Juden und Christen klarstellen soll. Es ist dort zu lesen: Er hat uns auserwählt und uns die die Tora gegeben.”
Der Satz steht dort auf hebräisch, so dass der Heilige Vater wohl sein Hebraicum reaktivieren muss. Wünschen wir ihm Glück bei seiner Mission, die für alle Christen im Land wichtig ist.