Karfreitag
Als wir uns am Karfreitag um 6:00 Uhr wieder in die Altstadt aufmachen, ist es noch dunkel. Es ist kühl in Jerusalem und der morgendliche Nebel lichtet sich erst langsam.

Noch sind die Gassen menschenleer...
Um 6:30 Uhr beginnt die Karfreitagsprozession entlang der Via Dolorosa gemeinsam mit den Anglikanern. Noch ist die Stadt ruhig. Hier und da begegnen uns die ersten Pilgergruppen.

Eine kleine Gruppe katholischer Schwestern geht uns voraus.
An den Kreuzwegstationen halten die etwa 150 protestantischen Pilger inne. Es wird aus der Bibel gelesen und Fürbitte gehalten.

Propst, anglikanischer und lutherischer Bischof sowie Pfarrer sammeln sich mit den Pilgern vor der fünften Station.
Als die Prozession dann zwischen Erlöserkirche und Grabeskirche endet, spürt man wie die Stadt erwacht. Menschen aus aller Welt ziehen mit großen Holzkreuzen durch die Altstadt. Es wird wieder überall gesungen und gebetet. Man kann nun die unterschiedlichsten Frömmigkeitsstile auf dem Kreuzweg beobachten. Manches wirkt für uns aufgeklärte Protestanten grotesk und doch spiegelt sich in den Gruppen auf faszinierende Weise die Vielfalt des Christentums.
