Pessach naht…
Zur Vorbereitung auf das Pessachfest gehört im Judentum die Beseitigung von sämtlichen gesäuerten Nahrungsmitteln im Haus. Zunächst werden Essig, Hefe, Brot und alles, was sonst noch gesäuert ist, verschenkt oder verkauft. Ebenso muss alles, was aufgeht oder quillt, verschwinden: Spaghetti, Reis, Hülsenfrüchte usw. Dann wird das Haus gereinigt und mit einer Kerze nach den letzten Krümeln gesucht. Alles, was sich nun noch findet, musste heute morgen verbrannt werden.
In Me’a She’arim riecht es nun überall nach Feuer und verbranntem Plastik. Rauchschwaden ziehen durch das ultraorthodoxe Wohnviertel. Auf meinem Weg zurück zur Himmelfahrtkirche machte ich schnell noch einige Fotos von diesem Ereignis.

Gesäuertes ist tabu. Auch sauer werden, meinte jedensfalls der Vater des Sohnes, der verhindern wollte, dass ich Fotos mache.
Doch schon beim ersten Bild ergriff ein kleiner Junge einen Stein, um mich am Fotografieren zu hindern. Sein Vater hielt ihn zurück und ermahnte ihn, doch er sagte ihm quasi als Rechtfertigung: “Aber das ist doch Nozrim (Christen).”
Auch in den Supermärkten gibt es nun kein Brot und all’ die anderen Dinge mehr zu kaufen. Doch in Jerusalem stört dies nicht. Man geht einfach in ein arabisches Geschäft.
In diesem Jahr fallen Pessach und Gründonnerstag wieder einmal zusammen. Möchte man das Abendmahl so feiern wie Jesus und seine Jünger, sollte man also auf gesäuertes Brot verzichten.



8. April 2009 um 12:18 Uhr
Wow. Wir erleben die Passionszeit quasi live und hautnah im Heiligen Land mit. Unglaublich, was die moderne Technik möglicht macht. Danke, Herr Pfarrer Wohlrab!
9. April 2009 um 14:52 Uhr
…ich bin schon ganz gespannt, wie es mit Pessach weitergeht!