Birkat HaHama – Segnung der Sonne

Aufräumarbeiten nach dem Segnungsfest. Der Alltag in Jerusalem beginnt wieder - wenn auch mit besonderem Sonnenlicht.
Vielleicht ist es Ihnen gar nicht aufgefallen. Mir vermutlich auch nicht, wenn unsere Mitarbeiterin sich heute morgen nicht über den Stau am Mandelbaumtor in Jerusalem aufgeregt hätte. Heute früh stand die Sonne genau so wie Gott sie am vierten Schöpfungstag geschaffen hat. Alle 28 Jahre erreicht die Sonne nach talmudischer Vorstellung diese Position und so wurde Gott mit Psalmen und Versen aus dem Talmud überall auf der Welt von Juden gelobt.
So auch am Mandelbaumtor, das sich in der Nähe des ultraorthodoxen Wohnviertels Me’a She’arim befindet. Dafür wurden Bühnen errichtet und zahlreiche Bewohner des Viertels sammelten sich auf der Straße und den Bürgersteigen. Auch an der Klagemauer feierten viele hundert Juden die Erschaffung der Sonne.
Nun ist die Feier vorüber und alle, die sie verpasst haben, sollten sich schon das nächste Datum für die Segung der Sonne im Kalender markieren: 8. April 2037.
Bis dahin kann man sich an den Sonnestrahlen erfreuen – auch wenn die Sonne nicht wie am Schöpfungstag scheint.
So heißt es im Talmud, Berakhoth, 59b (Der babylonische Talmud, Goldschmidt, 1996): “Die Rabbanan lehrten: Wer die Sonne in ihrer Wende, den Mond in seiner Stärke, die Sterne in ihren Bahnen und die Sternbilder in ihrer Ordnung sieht, spreche: ‘Gepriesen sei er, der das Schöpfungswerk vollbracht hat’. Wann geschieht dies? Abajje erwiederte: Alle achtundzwanzig Jahre, wenn der Zyklus wiederkehrt und die Jahreszeitenwende des Nisan in den Saturn fällt, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch.”
