Der Bischof von Rom Teil I
„Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten“.
So zitierte Benedikt XVI. im Jahr 2006 den byzantinische Kaiser Manuel II. Palaeologos in seiner umstrittenen Regensburger Rede. Die Reaktionen in Jerusalem konnte man damals prompt auf jedem Laternenpfahl in unserer Nachbarschaft sehen:
Die Verse auf dem Aufkleber stammen aus dem Koran.Sie finden sich in der 18. Sura im 5. Vers und lassen sich in etwa folgendermaßen übersetzen (nach Adel Khoury, Der Koran, 2007): “Es ist ein ungeheuerliches Wort, das aus ihrem Mund herauskommt. Nichts als Lüge sagen sie da.”
Starke Worte. Doch problematischer war bei diesem Aufkleber aber eigentlich die Darstellung des Oberhauptes der katholischen Kirche als Zionisten. Die Augenklappe erinnert den Betrachter an den israelischen General und Politiker Mosche Dajan. Die Augenklappe und das Medallion, das Benedikt XVI. trägt, zeigen einen Davidstern.
Für Palästinenser steht das Symbol für den Staat Israel und den Zionismus. So wollten die Hersteller des Aufklebers die (römisch-katholischen) Christen als fünfte Kolonne Israels bezeichnen.
Tatsächlich kommen viele fundamentalistische Christen vor allem aus den USA ins Heilige Land und bekennen Israelfahnen schwenkend ihre uneingeschränkte Solidarität allein mit dem Staat Israel, dessen Restitution sie als Voraussetzung für die Wiederkunft des Messias sehen.
Für viele palästinensische Christen, die auf ein gutes Zusammenleben mit ihren muslimischen Nachbarn angewisen sind, ist eine solche Stigmatisierung der Christen als Zionisten ein ernstes Problem – und somit auch für die katholische Kirche, die sich hier im Land fast ausschließlich aus palästinensichen Christen zusammensetzt.

