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Monatsübersicht für April 2009

Jom haSho’a

Donnerstag, 23. April 2009

Dienstag morgen. Auf dem Weg zum Osterempfang des griechisch-orthodoxen Patriarchen ertönt um 10:00 ein dunkler Sirenenton. Auf Anhieb bleiben alle Autos stehen. Die Insassen steigen aus, stellen sich neben das Auto und halten für zwei Minuten inne bis der Sirenenton verstummt. Dann geht es wie gewohnt weiter. Ein eindrücklicher Moment, der den Alltag unterbricht.

Für zwei Minuten stoppt der Verkehr.

Für zwei Minuten stoppt der Verkehr...

...nur der Sirenenton ist zu hören.

...nur der Sirenenton ist zu hören.

Seit 1959 gedenken Israelis am 27. Nisan jeden Jahres -acht Tage vor dem israelischen Unabhängigkeitstag- des Holocausts. Neben Gedenkveranstaltungen in Yad Vashem gehören die Schweigeminuten zum festen Bestandteil des Jom haSho’a, die fast alle Israelis einhalten. Nur die ultraorthodoxen Juden begehen den Tag nicht, da es für sie nach der Halacha nicht gestattet ist im Monat Nisan zu trauern.

Wenn du krank bist in Amerika

Mittwoch, 22. April 2009

Krank in Amerika

Das Winnie Palmer Hospital: Wer gut versichert ist oder Geld hat, ist hier hochwillkommen.

88 Jahre ist sie alt und damit ist sie unser zweitältestes Gemeindemitglied. Von Anfang an dabei. Die Martin-Luther-Gemeinde in Orlando ist vor 34 Jahren gegründet worden. Ein Hausbesuch. Nachdem sie am vergangenen Sonntag nicht zum Gottesdienst erschienen war, wusste ich Bescheid: Mindestens ein Anruf. So geschah’s. Dann verabredeten wir uns. Ja, sie habe es auch schon im Sinn gehabt, mich anzurufen, sagt Sophia Bauer (Name geändert) mit vernehmbar schwacher Stimme.

Gut zwanzig Kilometer sind es bis Casselberry, diesem ansehnlichen Wohnbezirk nördlich von Downtown.

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Karfreitag

Freitag, 10. April 2009

Als wir uns am Karfreitag um 6:00 Uhr wieder in die Altstadt aufmachen, ist es noch dunkel. Es ist kühl in Jerusalem und der morgendliche Nebel lichtet sich erst langsam.

Noch sind die Gassen menschenleer...

Noch sind die Gassen menschenleer...

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712 Samaritaner und 47 Lämmer

Donnerstag, 9. April 2009

Bei Sonnenuntergang am Abend des Tages nach dem Sedermahl, zeitgleich mit den Gründonnerstagsgottesdiensten und den Prozessionen zum Garten Gethsemane versammeln sich einige hundert Samaritaner und fast ebenso viele Schaulustige auf dem Platz des kleinen samaritanischen Dorfes auf der Spitze des Berges Garizim. In sechs tiefen Erdlöchern brennen bereits die Feuer. Die Lämmer sind zusammengetrieben. Einer der Priester erklärte, dass es zwar 51 Familien seien, die heute Abend zusammenkommen, um zu späterer Stunde, kurz vor Mitternacht, die zubereiteten Tiere nach Ex. 12,11 in Hast zu essen, aber diesmal nur 47 Lämmer geschlachtet werden. (weiterlesen…)

Gründonnerstag

Donnerstag, 9. April 2009

Traditionell am Gründonnerstag findet in der evangelischen Erlöserkirche in der Altstadt Jerusalems ein internationaler Gottesdienst statt. Arabische, finnische, dänische, norwegische, schwedische, amerikanische und deutsche Lutheraner und Protestanten feiern gemeinsam die Einsetzung des Abendmahls. Es wird in allen Sprachen gebetet und gesungen.

Pastoren aus Amerika, Palästina, Dänemark, Schweden und Deutschland warten vor der Erlöserkirche, um sich mit der gemeinde auf den Weg zum Ölberg zu machen.

Pastoren aus Amerika, Palästina, Dänemark, Finnland, Schweden und Deutschland warten vor der Erlöserkirche, um sich mit der Gemeinde auf den Weg zum Ölberg zu machen.

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Pessach naht…

Mittwoch, 8. April 2009
Pessach naht und nun wird alles gesäuerte verbrannt.

Pessach naht und nun wird alles Gesäuerte verbrannt.

Zur Vorbereitung auf das Pessachfest gehört im Judentum die Beseitigung von sämtlichen gesäuerten Nahrungsmitteln im Haus.  Zunächst werden Essig, Hefe, Brot und alles, was sonst noch gesäuert ist, verschenkt oder verkauft. Ebenso muss alles, was aufgeht oder quillt, verschwinden: Spaghetti, Reis, Hülsenfrüchte usw. Dann wird das Haus gereinigt und mit einer Kerze nach den letzten Krümeln gesucht. Alles, was sich nun noch findet, musste heute morgen verbrannt werden. (weiterlesen…)

Birkat HaHama – Segnung der Sonne

Mittwoch, 8. April 2009
Aufräumarbeiten nach dem Segnungsfest. Der Alltag in Jerusalem beginnt wieder - wenn auch mit besonderem Sonnenlicht.

Aufräumarbeiten nach dem Segnungsfest. Der Alltag in Jerusalem beginnt wieder - wenn auch mit besonderem Sonnenlicht.

Vielleicht ist es Ihnen gar nicht aufgefallen. Mir vermutlich auch nicht, wenn unsere Mitarbeiterin sich heute morgen nicht über den Stau am Mandelbaumtor in Jerusalem aufgeregt hätte. Heute früh stand die Sonne genau so wie Gott sie am vierten Schöpfungstag geschaffen hat. Alle 28 Jahre erreicht die Sonne nach talmudischer Vorstellung diese Position und so wurde Gott mit Psalmen und Versen aus dem Talmud überall auf der Welt von Juden gelobt. (weiterlesen…)

Palmsonntag in Jerusalem

Montag, 6. April 2009
noch ist alles ruhig...

Noch ist alles ruhig...

Eines der schönsten Feste in Jerusalem ist die Palmsonntagsprozession. Menschen aus aller Welt zogen auch in diesem Jahr wieder bei strahlendem Sonnenschein von Bethphage über den Ölberg in die Altstadt Jerusalems. Das Fest ist in Jerusalem seit dem 4. Jahrhundert bezeugt. Neben trommelnden palästinensischen Pfadfindern, lateinamerikanischen Gitarren und tanzenden Koreanern hörte man auch polnische und deutsche Gesänge.   (weiterlesen…)

Alles ist möglich – nur den Kopf nicht hängen lassen!

Montag, 6. April 2009

Steuern auf Bibeln und Friseur? - Nicht in Amerika...

Steuern auf Bibeln und Friseur? - Nicht in Amerika... Foto: Szasz-Fabian Erika

Ich bin für einige Tage in Deutschland. Lapidare Feststellung: Mit unverminderter Schärfe geht die Wirtschaftskrise um – dort wie hier.

Die einstweiligen Folgen allerdings sind dieseits des Atlantiks längst nicht so zu spüren wie dort im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Möge es doch hier bei uns milder bleiben, mögen wir von zu grossen sozialen Unruhen bewahrt bleiben! Mein Eindruck ist, dass “der Amerikaner” besser mit dem Schweren umzugehen imstande sei. (weiterlesen…)

Der Bischof von Rom Teil I

Mittwoch, 1. April 2009
bischof-von-rom2

Papst Benedikt - als Karikatur

„Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten“.

So zitierte Benedikt XVI. im Jahr 2006 den byzantinische Kaiser Manuel II. Palaeologos in seiner umstrittenen Regensburger Rede. Die Reaktionen in Jerusalem konnte man damals prompt auf jedem Laternenpfahl in unserer Nachbarschaft sehen:

Die Verse auf dem Aufkleber stammen aus dem Koran.Sie finden sich in der 18. Sura im 5. Vers und lassen sich in etwa folgendermaßen übersetzen (nach Adel Khoury, Der Koran, 2007): “Es ist ein ungeheuerliches Wort, das aus ihrem Mund herauskommt. Nichts als Lüge sagen sie da.” (weiterlesen…)