Ankommen in Lomé/Togo
Abendstimmung – die Flugzeuge aus Europa landen meist in der Daemmerung in Lomé. Beim Aussteigen schlaegt heiss-feuchte Luft entgegen. Die Brille beschlaegt, das Atmen faellt einen Moment schwer, die deutsche Uebergangskleidung klebt schlagartig am Koerper.
Aber in der Luft liegt froehliche Spannung. Die togoischen Hostessen heissen freundlich auf Englisch willkommen. Die Flughafenhalle ist klimatisiert. Und dann: nach der Pass-, Visa- und Zollkontrolle: Ein kleines weisses Schild mit wellenblauer Schrift: FOYER DES MARINS.
Erleichtert klettern die Ankommenden in den Minibus des Seemannsheims. Die grellen Flughafenscheinwerfer lassen wir hinter uns: Totale Dunkelheit. Jetzt faengt uns die west-afrikanische Realitaet ein.
Nur knapp 15 Minuten dauert die Fahrt vom Flughafen Lomé ins Seemannsheim. Die Eindruecke sind vielfaeltig. Wir fahren ueber die Lagune, ein Suess-Salzwassergemisch, das die Hauptstadt in zwei Teile unterteilt und die wenigen Uebergangsstrassen in Hauptverkehrszeiten zu Staupunkten macht.
Kleine flackernde Lichter am Strassenrand und tobendes Leben. Nicht nur bei Stromausfall, sondern immer flackern die geschickt halbierten Konservendosen, zu Petroleumlampen umfunktioniert, am Strassenrand. Nur knapp 30% der togoischen Haushalte haben elektrischen Strom, die meisten davon natuerlich in der Hauptstadt Lomé mit ca. 1,3 mio. Einwohnern.
Wir durchqueren eines der bevoelkerungsreichsten Stastviertel „Bè“: Menschen zu Fuss, mit Lasten auf dem Kopf und Kindern auf den Ruecken gebunden, Moto-Taxis rechts, links und im Gegenverkehr, mit oder haeufig ohne Licht ! Und Loecher in den Strassen, Bobbycar gross, aber bis zu 80 cm tief und dicht aneinandergereiht.
Und ploetzlich: Ruhe, Sternenhimmel, wir sind auf der Marina, der Internationalen Verbindungsstrasse zwischen Ghana und Benin, 46 km Kuestenstrasse durch Togo, direkt am Meer.
Beim Aussteigen oeffnet sich der Blick auf die kleine Oase „Seemannsheim“: eine gruene Anlage (zumindest in der Regenzeit), Swimming-Pool in der Mitte, kleine Rundhuetten mit Strohdach ringsum. Eine davon dient als Bar, eine als Café, eine hat einen Billardtisch in der Mitte, eine beherbergt die Rezeption und die Direktion.
Foyer des Marins, ein Ruhepunkt im alltaeglichen Durcheinander in der Hauptstadt Togos.
Heike Proske
Lomé, 01. Maerz 2009
Schlagworte: Seemannsheim

3. März 2009 um 10:16 Uhr
Hallo Frau Proske,
kann man eigentlich auch als Nicht-Seemann zu Ihnen kommen? Oder ist das Land für Touristen ohnehin nicht zu “exotisch”? Jedenfalls Super! das sie hier von Ihrer Arbeit schreiben. Bin schon sehr gespannt auf weitere Eindrücke. Ich habe gehört, dass Sie auch als Pastorin eine Gemeinde betreuen. Stimmt das?