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Monatsübersicht für März 2009

Dreimal Nationalfeiertag und Elisabeth Käsemann

Samstag, 28. März 2009

Demonstranten am Día de la Memoria

Die Avenida de Mayo am 24. März: In Händen der Demonstranten

Am 24. März war in Argentinien der 33. „Día de la Memoria“, übersetzt etwa Tag der Erinnerung. Erinnert wird an diesem Tag an den Beginn der Militärdiktatur 1976, während der in ganz Argentinien 30.000 Menschen „verschwunden“ sind – daher der Name „Desaparecidos“. Die Verschwundenen wurden verfolgt, am helligten Tag vom Militär verschleppt, gefoltert, ihrer Neugeborenen beraubt, getötet oder über dem Río de la Plata aus Flugzeugen geworfen.

Dieser Teil der argentinischen Geschichte rückt in den Tagen um den 24. März sehr stark in den Fokus der Gesellschaft und es finden viele Aktionen dazu statt. Ich habe den Feiertag auf mehrere Arten erlebt: Im Projekt, in meinem Viertel und auf einer nationalen Demonstration. (weiterlesen…)

Shabat Shalom Teil I

Montag, 23. März 2009
Darf man am Shabat einen Kirchturm besuchen?

Darf man am Shabat einen Kirchturm besuchen?

Der Shabat ist ein Familientag. Viele jüdische Bewohner Israels nutzen die Gelegenheit für einen Ausflug. Am Samstag besichtigen sie unsere Kirche und steigen auf dem Turm, trinken einen Kaffe in unserem Café Auguste Victoria und genießen den freien Tag vor dem stressigen Wochenbeginn am Sonntag. Oft veranstalten samstags russische Israelis Konzerte in der Kirche und die bis zu 500 jüdischen Besucher erfreuen sich an Bach, Mendelssohn und Händel.
Wie unser Sonntag, könnte man meinen. Doch wer an einem Shabat einmal Kirchendienst in der Himmelfahrtkirche in Jerusalem geleistet hat, wird bald merken, dass es doch entscheidende Unterschiede gibt.
Neulich besuchte uns am Shabat eine religiöse jüdische Famile, die keinen Eintritt für den Turmbesuch bezahlen wollte. „Am Shabat dürfen wir nichts tragen, also auch kein Geld“ sagte der Vater zur Begründung.

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Überall gefragt: Deutschsprachige Dienste in Florida

Donnerstag, 19. März 2009

Soeben bin ich vom Gottesdienst unserer Martin-Luther-Gemeinde Orlando, Florida, in meine vier Wände zurückgekehrt. An die fünfzig Menschen hatten sich heute – am Nachmittag um drei – zur Feier des Sonntags eingefunden. In der Kartei führe ich hundert Namen, also ist es ein exzellenter Schnitt.

Sie sind zum Teil von weither angereist, zum Beispiel von der Atlantikküste noch hinter Daytona Beach. Anderthalb Stunden Fahrt pro Strecke. Auch einige Gäste aus Deutschland haben den Weg zu uns gefunden. (weiterlesen…)

Am Ende am Anfang

Sonntag, 15. März 2009

Der alte Teil der Geburtskirche

Der alte Teil der Geburtskirche

Immer noch in schwarz gekleidet und mit den Erfahrungen des Tages in meinem Kopf sitze ich nun in unserer gerade neu bezogenen Wohnung in Beit Jala, dem christlichen Vorort Bethlehems.

Vor gut sechs Wochen haben mein Mitfreiwilliger Tobias und ich uns dafür entschieden, für jeweils drei Wochen zu unserer Arabischlehrerin ziehen und sie bei der Arbeit mit ihrem kranken Mann unterstützen. Zusätzlich zu dem stetig schlechter werdenden Gesundheitszustandes ihres Mannes Ibrahim, hatte sie sich ihren rechten Arm gebrochen und war nun mit dem anstehenden Haushalt und der Pflege ihres Mannes völlig überfordert (weiterlesen…)

Im Zeichen der Taube

Montag, 9. März 2009

Kara Wullencord

Kara Wullenkord

Ich bin Kara, nun 20 Jahre alt und bin nach dem Abi für ein Jahr nach Südamerika gegangen. Genauer: Das Programm nennt sich Freiwilliger Friedensdienst und wird von der evangelischen Kirche angeboten.

Die EKvW hat mich nach Buenos Aires, Argentinien entsandt und hier bin ich nun seit August 2008 und mache, grob gesagt, Sozialarbeit in der Casita La Paloma, auf deutsch Taubenhäuschen.

Es ist ein Tageszentrum, das Kinder und Jugendliche besuchen, die in verschiedenen Stufen und Arten von Armut leben, Probleme in der Schule haben und zuhause Gewalt erleben. In La Paloma wollen wir ihnen die Werte des friedlichen Zusammenlebens nahe bringen und ihre Schul- und Allgemeinbildung weiter bringen. (weiterlesen…)

»Straßenwahlkampf« in der Türkei

Freitag, 6. März 2009
"Alles wird gut"

»Alles wird gut«

„Straßenwahlkampf“ – dieses Wort bekommt hier in der Türkei eine ganz neue Bedeutung. Hier wird der Wahlkampf – am 29. März ist Kommunalwahl – nämlich nicht nur „auf den Straßen“, sondern manchmal auch „mit Straßen“ geführt.

Wie überzeugt eine regierende Partei in den letzten Wochen vor der Wahl die Bürger davon, dass es gut ist, sie wieder zu wählen? Indem sie ihr großes Engagement für ihre Bürger und Wähler (noch einmal) möglichst eindrucksvoll unter Beweis stellt! Wie kann sie das tun?

Indem sie die ganze Kommunalverwaltung für ihre Zwecke einspannt und z.B. eine Lastwagenladung Weißware (Kühlschränke und Waschmaschinen) bestellt und diese dann an die (bedürftige) Bevölkerung verteilt. So gerade geschehen in der Region Tunceli im Osten der Türkei.

Dass dabei auch einige Haushalte beliefert worden sind, in denen es gar keinen Stromanschluss gibt, kann als kleiner Schönheitsfehler dieser ansonsten doch sehr kreativen Aktion getrost vernachlässigt werden. (weiterlesen…)

Ankommen in Lomé/Togo

Sonntag, 1. März 2009

Abendstimmung – die Flugzeuge aus Europa landen meist in der Daemmerung in Lomé. Beim Aussteigen schlaegt heiss-feuchte Luft entgegen. Die Brille beschlaegt, das Atmen faellt einen Moment schwer, die deutsche Uebergangskleidung klebt schlagartig am Koerper.

Aber in der Luft liegt froehliche Spannung. Die togoischen Hostessen heissen freundlich auf Englisch willkommen. Die Flughafenhalle ist klimatisiert. Und dann: nach der Pass-, Visa- und Zollkontrolle: Ein kleines weisses Schild mit wellenblauer Schrift: FOYER DES MARINS.

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