UK - Unsere Kirche > Startseite

Monatsübersicht für Februar 2009

Wenn der Konflikt aufdringlich wird

Samstag, 21. Februar 2009

In den letzten Tagen häuften sich die Einblicke in ein Leben unter dem palästinensisch-israelischen Konflikt, sodass ich mit einem Bericht über das Geschehene nicht mehr warten konnte.

b1300906-2

Auch in der Straßenkunst ist der Konflikt das tonangebende Thema. Hier ein Werk des englischen Straßenkünstlers Banksy

Seit einigen Monaten haben mein Mitfreiwilliger im SOS-Kinderdorf und ich uns auf die Odysee der Visumssuche gemacht.

Nachdem wir vergebens die beängstigende Bürokratie des israelischen Innenministeriums durchschritten hatten, fühlten sich am Ende niemand für zwei Volontäre in den palästinensischen Gebieten verantwortlich und verwiesen uns an das Innenministerium der Palästinensischen Autonomiebehörde in Bethlehem.

Dort sollten wir dann einen dreisprachigen  Antrag auf ein Volontärs-Visum stellen, der uns dann, wiederum an das israelische Innenministerium weitergeleitet, mit einem Visum versorgen sollte. (weiterlesen…)

Der Toten gedenken

Mittwoch, 18. Februar 2009
Morbider Charme

Morbider Charme ohne Friedhofsordnung

18. Februar – Todestag Martin Luthers. Heute vor genau 150 Jahren – um 14:00 Uhr “bei heiterstem Sonnenschein“ – wurde im Istanbuler Stadtteil Feriköy, damals weit außerhalb der Stadt gelegen, heute mitten drin, der „Friedhof der Evangelischen Länder“ (Preussen, England, Holland, Schweden, Norwegen, Dänemark, USA) feierlich seiner Bestimmung übergeben – mit einem englisch-armenisch-deutsch-sprachigen Gottesdienst und Posaunenchor. (weiterlesen…)

Abschwung – und kein Ende in Sicht

Montag, 9. Februar 2009

New York, Wallstreet, Stock Exchange - Epizentrum der Finanzkrise

New York, Wallstreet, Stock Exchange - Epizentrum der Finanzkrise

“Amerikanische Wirtschaft bricht dramatisch ein!” Dieser Schlagzeile, in einem deutschen Investmentmagazin, hätte es nicht bedurft, um zu wissen, was los ist. Die Zeiten sind wirklich schlecht. Man stellt sich auf eine längere Frist ein, bevor es – so hofft man – wieder besser werden kann. Ganz Verwegene allerdings setzen auf den Urknall, den Obamas Stimulus Package, das Ankurbelungsprogramm also, bringen könnte. (weiterlesen…)

Einser- und Fünferkandidaten

Freitag, 6. Februar 2009
sticker-airport2

Ein- oder Ausreise: Eine Zahl auf dem Koffer bestimmt, wie lange der »Check« dauert.

Man könnte denken, dass eine Einreise nach Israel schwierig ist. Doch eigentlich schwierig ist die Ausreise.

Da nützt es einem wenig, dass einem das Visum im Pass mit der sprachlich etwas merkwürdigen Bezeichnung “Religion Man” als Geistlichen ausweist.  “Not permitted to work” steht darunter.  Doch zum eigentlichen Verhängnis wird der Stempel aus dem Marokko-Urlaub 2006. Die Fragen und Antworten sind bekannt: Was haben Sie in Israel gemacht? Ich arbeite in Jerusalem als Pfarrer. Koffer selbst gepackt? Ja. Kennen Sie Palästinenser? Kaum. Haben Sie ein Geschenk mitgenommen? Nein. Souvenirs? Nein. War das Gepäck die ganze Zeit bei Ihnen? Ja. Was haben Sie in Marokko gemacht? Urlaub. Haben Sie dort mit Muslimen gesprochen? Nein. (weiterlesen…)

Ausflucht in die Einsamkeit

Mittwoch, 4. Februar 2009
Die Wüste als Ladestation für die Seele

Die Wüste als Ladestation für die Seele

Da ich nun seit einer guten Woche bei meiner Arabischlehrerin wohne, begann mein freier Tag mit einem für Bethlehem ganz außergewöhnlichen Ausflug. Am Abend sollte es Schweinesteaks geben und somit machten wir uns auf nach Beit Jala, einen christlichen Vorort Bethlehems, um bei einem der wenigen Fleischer die Schweinefleisch anbieten unsere Steaks einzukaufen.

Da der muslimische Taxifahrer ein Freund der Arabischlehrerin war, konnten wir ausnahmsweise auch das Fleisch in seinem Auto transportieren. Anders als bei alkoholischen Getränken, für die einige Muslime schon einmal eine Ausnahme machen, ist es undenkbar, dass ein muslimischer Palästinenser Schweinefleisch isst.

(weiterlesen…)

Vom Blick auf Jerusalem

Montag, 2. Februar 2009
wohlrab

Michael Wohlrab

Seit 2006 arbeiten meine Frau und ich als Pfarrer am Pilger- und Begegnungszentrum an der Himmelfahrtkirche auf dem Ölberg in Jerusalem.

Vom Turm der Kirche blickt man 1300 in die Tiefe zum Toten Meer. Auf der anderen Seite sieht man die Altstadt Jerusalems. Man sieht jüdische Siedlungen und Palästinenser beim Einkaufen. Man sieht die Sperranlage und die hebräische Universität. Man sieht die Grabeskirche und den Felsendom.

Man sieht allerhand.

Davon will ich berichten.

Von vergessenen Zisternen und Spontanität im SOS-Kinderdorf

Montag, 2. Februar 2009

Ein spontaner Abstieg in die Unterwelten des SOS-Kinderdorfes hat mich dazu bewogen, kurz das SOS-Kinderdorf Bethlehem vorzustellen und meine Arbeit zu schildern.

img_5364

Das SOS-Kinderdorf Bethlehem

Neben der direkten Betreuung der Kinder im Dorf, bemüht sich SOS-Palästina zudem mit einem Familienstärkungsprogramm Kindern das Aufwachsen in der biologischen Familie zu sichern, indem sie Eltern mit gesundheitlichen oder finanziellen Problemen unterstützen und die Gemeinschaften für diese Problematiken sensibilisieren und einen gesellschaftlichen Rückhalt der Dorfgemeinschaft reanimieren oder aufbauen.

Außerdem bieten fünf medizinische Zentren in der Westbank und eins in Gaza der palästinensischen Gesellschaft eine wichtige Anlaufstelle für eine grundlegende medizinische Versorgung und psychologische Betreuung, die insbesondere der Behandlung traumatisierter Kinder dient.

(weiterlesen…)